Jobcenter

Es ist schon erschreckend, dass ein Termin beim
Jobcenter zu den bisherigen Höhepunkten des Jahres gehört. Das macht schon
irgendwie deutlich, dass mit mir nicht mehr viel los ist. Am Empfang reihe ich
mich in die Reihe der Arbeitslosen ein. Die Schlange wird immer länger bis
einer der beiden Sicherheitsmitarbeiter alle Leute, die einen Termin haben, zu
seinem Kollegen durchlässt. Dieser kontrolliert Ausweis und Einladung und schon
bin ich durch und sitze vor dem Büro meiner Betreuerin. Es dauert nicht lange,
da sitze ich auch schon im Büro. Mein Zusatzbetreuer ist heute nicht da.
Vermutlich hat er erkannt, dass bei mir Hopfen und Malz verloren ist und
verzichtet deshalb darauf, seine Zeit weiter an mich zu vergeuden. Ist mir mehr
als Recht.
Meine Betreuerin sagt, dass sie gerne mal meine
Bewerbungen sehen möchte, um zu schauen, ob da vielleicht das Problem liegt,
weshalb ich keinen Job bekomme. Ich sage ihr, dass ich ihr meine Bewerbungen
schon mitgebracht habe. Kann sie sich gerade nicht dran erinnern. Nun teilt sie
mir mit, dass sie darüber nachgedacht hat, mich an einem zweiwöchigen
Bewerbungstraining teilnehmen zu lassen, dann aber davon Abstand genommen hat,
weil ich das ja Ehrenamtlich mache und ich vermutlich weiß, wie man Bewerbungen
schreibt. Da hat sie Recht, dennoch fürchte ich, dass ich irgendwann dennoch an
so einem Bewerbungstraining teilnehmen muss. Ich werte das dann als
Weiterbildungslehrgang für meine ehrenamtliche Tätigkeit. 
Weil die Nachfrage nach Lagerhelfern groß ist, ich aber
eine Bescheinigung vom Arzt habe, dass ich immer Schmerzen habe, soll ich
demnächst mal von einem Amtsarzt untersucht werden. Das wird sicher lustig,
weil der wahrscheinlich bestätigen wird, dass ich gar keine Probleme habe, die
einer Lagertätigkeit im Wege stehen können. Amtsärzte sind da manchmal komisch.
Doch noch ist es nicht soweit. Heute geht es zunächst darum, eine neue
Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben. Anschließend plaudern wir kurz
über meine ehrenamtliche Tätigkeit, bevor nach passenden Jobs für mich gesucht
wird. Ein Unternehmen sucht für TNT Auslieferungsfahrer. Meine Betreuerin fragt
bei dem Herrn, der letztens noch mein neuer Betreuer war, nach, ob das noch
aktuell ist. Ist es nicht. Glück gehabt. Ich bin nämlich kein Fahrer, weil ich
so große Transporter gar nicht fahren kann. Außerdem tut mein Fuß weh. Es
folgen drei Angebote zum mitnehmen. Automobilkaufmann, Allroundkraft und
Auslieferungsfahrer. Dreimal A. Das ist lustig und ich bin überzeugt davon,
dass keiner der Arbeitgeber Verwendung für mich haben wird. Also alles wie
gehabt. Und so verabschiede ich mich für heute und mache mich auf den Weg
zurück in mein trostloses Leben als Vorzeigearbeitsloser.

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