Nie wieder Geocaching?

Weil
ich beim letzen Mal zwar nichts gefunden habe, aber meinen Spaß hatte, versuche
ich heute erneut mein Glück beim Geocaching. 
Der erste Cache, den ich  suche
und finde, befindet sich unter einer Brücke. Nun habe ich Blut geleckt und
finde den zweiten Cache in einer Hütte. Cache drei befindet sich in einem Baum.
Dazu muss ich den Weg verlassen und durch Gestrüp mich schlagen. Klappt
hervorragend. Und wenn etwas läuft, dann soll man auf keinen Fall damit aufhören.
Und so machen wir weiter. Cache vier befindet sich auch abseits des Weges.
Zunächst übersehen Petra und ich ihn mehrfach, aber dann finden wir ihn doch.
Zurück auf dem Weg, habe ich das Gefühl, dass alles juckt. Als wären Insekten
Teil meines Körpers geworden und würden mich bis an mein Lebensende begleiten.
Das finde ich unangenehm. Als ich klein war, also vor unendlich vielen Jahren,
war ich nicht so empfindlich.
Weil
sich keine weiteren Caches in der Nähe befinden und wir genug Spaß und Erfolg
für einen Tag hatten, beschließen wir, dass es reicht und beenden unsere
erfolgreiche Mission.
Als
ich drei Stunden nach Beginn meiner Mission zurück zu Hause bin, juckt noch
immer alles. Ich weiß nicht, ob sich der Spaß lohnt, wenn hinterher alles
juckt. Da werde ich höchstens Wahnsinnig von. Doch es kommt noch schlimmer. Auf
der Suche nach der Ursache des Juckens entdecke ich eine kleine, miese Zecke,
die an meinem Bein herumläuft, auf der Suche nach einem Platz, um mich
auszusaugen und mit irgendwelchen Krankheiten zu infizieren. Da sich das
Mistviech einfach nicht von meinem Bein lösen will, obwohl es noch nicht
zugebissen hat, gehe ich ins Bad und dusche es weg. Weil ich fürchte, dass ich
noch mehrere dieser Viecher mitgebracht habe, werfe ich meine Kleidung in die
Ecke und will duschen. Noch bevor ich unter der Dusche bin, entdecke ich eine
weitere Zecke, die auf mir herumläuft. Sofort spüle ich das Mistviech ab und
sehe, wie es im Ausguss verschwindet. Ich untersuche meinen Körper nach
weiteren Zecken, finde aber nichts. Vermutlich sind die alle in meinen Haaren.
Ich dusche heiß und lange, in der Hoffnung, dass die Zecken, die in meinen
Haaren versteckt sind, davon abgeschreckt werden und sich wegspülen lassen.
Später
als ich trocken und hoffentlich Zeckenfrei bin, frage ich mich, ob es das wert
ist. Natürlich macht es Spaß, wenn man wie ein sieben- bis zwölfjähriger durch
die Gegend latscht, Dinge sucht und sich freut, wenn man sie gefunden hat. Aber
ich bin keine zwölf mehr und wenn ich mich richtig erinnern kann, gab es damals
auch noch gar keine Zecken. Damals konnte man einfach so über Wiesen toben,
Bäume raufklettern, sich im Gras wälzen und musste keine Angst haben, dass man
von Zecken angegriffen wurde. Die größte Gefahr waren Hundehaufen. Doch wenn
man die übersah, dann war man selber Schuld. Ich glaube, früher war die Natur
schöner und sicherer. Ich fürchte, dass ich dieses Geocaching aufgeben muss,
obwohl mir solche Erfolge, einen Cache zu finden, sicher gut tun und gut für
mein Selbstbewusstsein sind. Doch meine Angst und mein Ekel vor Zecken sind
einfach zu groß. Das macht mich jetzt irgendwie traurig.

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