THE GREAT DEMOCRACY SHOW – IT´S UNBELIEVEABLE

Normalerweise sitze ich Freitagabends vor dem Fernseher und
gucke Let´s Dance. Heute mache ich eine Ausnahme und besuche zusammen mit Petra
das Depot in Dortmund, um mir ein Theaterstück anzusehen. Die Karten an der
Abendkasse kosten 15€, aber für bestimmte Menschen gibt es eine Ermäßigung.
Weil Arbeitslose zu den Menschen gehören, die in den Genuss dieser Ermäßigung
kommen, lege  ich meine ALG
II-Bescheinigung vor und spare satte 5€. Petra legt ihren Studentenausweis vor
und spart ebenfalls 5€. Früher wäre mir das peinlich gewesen, aber früher ist
lange vorbei und fünf Euro sind eine Menge Geld.
Das Stück beginnt noch während wir in der Bar sitzen. Ein Film
läuft auf einer Leinwand, Musik spielt und ich bin gespannt. Die Musik ist prima
und der Klang der Anlage gefällt mir ausgesprochen gut. Plötzlich und unerwartet
stürzt ein Schauspieler in die Bar und wir sind mittendrin. Er erzählt etwas
vom Freihandelsabkommen und wenig später dürfen wir ihm ins Theater folgen.
Interessant.
Zwei Schauspieler und zwei Schauspielerinnen scheinen uns durch
den Abend zu führen. Die Musik und der Klang sind weiter genial und als die
vier für uns tanzen, bin ich zwar noch immer etwas irritiert, aber ganz angetan
von der kleinen Schauspielerin. Eine entzückende Figur hat sie und bewegt sich
angenehm. Da muss ich echt aufpassen, dass ich nicht völlig debil vor mich
hingrinse. Nach dem Tanz geht es unterhaltsam weiter und ich bin ganz
begeistert, wie deutlich die Darsteller sprechen und wie sie das alles
vortragen. Ich könnte sowas nicht.  Doch
es bleibt nicht dabei, dass wir einfach nur dasitzen und die Darsteller etwas
vortragen, denn nach einer Weile müssen wir, also die Zuschauer, den
Darstellern zurück in die Bar folgen. Dort angekommen werden einige der etwa
zwanzig Zuschauer, komischerweise verzichte ich darauf durchzuzählen, wie viele
Zuschauer es genau sind, quasi mit in das Stück einbezogen. Ich bin froh, dass
ich nicht dazu gehöre, weil mir das sonst die Laune verdorben hätte. Ich sehe
lieber zu als aktiv dabei zu sein. In der Bar werden wir in zwei Gruppen aufgeteilt
und müssen einem der Schauspieler durchs Depot folgen. Das ist irgendwie witzig
und ich bin wirklich froh, dass ich meinen Schrittzähler mitgenommen habe, so
kommen noch einige Schritte für meine Tagesschrittstatistik oben drauf. Ich
denke, die Bewegung tut uns allen gut.
Nach einer Weile sitzt das Publikum wieder da, wo es hingehört
und die Darsteller sind auch da, wo sie eigentlich beheimatet sind. Weil ich
zufrieden bin, frage ich mich, ob es wirklich okay ist, dass ich 5 Euro weniger
Eintritt bezahlt habe. Irgendwie schäme ich mich jetzt dafür. Während ich mich
schäme, geht das Stück zu Ende und ich frage mich, ob es für die Schauspieler
nicht enttäuschend war, dass nur so wenige Zuschauer anwesend waren.  
Es ist durchaus möglich, dass ich mir mal wieder ein Stück von
Sir Gabriel Dellmann ansehe. Vielleicht tanzt die kleine Schauspielerin mit der
guten Figur da ja auch wieder mit. Das wäre schön. Ich mag es nämlich sehr,
wenn Frauen für mich tanzen.

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