Hypochonder oder Ruine?

Nachdem
der Fructosetest unauffällig war und eine Zölikalie ausgeschlossen wird, melde
ich mich zum Sorbitintoleranz-Test an, weil es nicht sein kann, dass nichts
gefunden wird. Unabhängig von all den Tests gehe ich mittlerweile davon aus,
dass ich an Diabetes erkrankt bin. Schließlich hatte meine Mutter auch Diabetes
und mein neues Blutzuckergerät zeigt Werte an, die mitunter über den
Normalwerten liegen. Diesbezüglich gefiel mir das alte Blutzuckermessgerät
besser, weil es dazu neigte, stets sehr niedrige Werte anzuzeigen. Vermutlich
war mein altes Blutzuckermessgerät ein verlogenes Arschloch. Mein neues
Blutzuckermessgerät ist auch ein Arschloch, weil ich mir nun tatsächlich Sorgen
wegen Diabetes machen muss. Eine weitere Vermutung, die mich schon länger
beschäftigt, betrifft mein Herz. Ich bin sicher, dass es nicht mehr in Ordnung
ist. Schon allein aus erblichen Gründen kann es nicht in Ordnung sein.
Schließlich hatte meine Mutter auch Herzprobleme und mindestens einen
Herzinfarkt. Mein Herz, da bin ich sicher, schlägt nicht immer im Takt, leidet
also unter Herzrhythmusstörungen und wird deshalb, wenn kein Wunder geschieht,
schon bald aufhören zu schlagen. Ob es dann dauerhaft nicht mehr schlägt, oder
sich wieder starten lässt, kann ich nicht beurteilen. Meinem Gefühl nach wird
es nur noch Wochen, maximal wenige Monate dauern, bis ich meinen ersten
Herzinfarkt bekomme. Ob der tödlich sein wird, wird sich zeigen.
Wegen
diverser Hautprobleme muss ich im nächsten Monat eine Hautprobe nehmen und einschicken
lassen, um diese auf eine Krebserkrankung zu untersuchen. Die
Wahrscheinlichkeit, dass ich in nächster Zeit an Krebs erkranke ist hoch, da
ich durch meinen Vater erblich vorbelastet bin. Es ist unschwer zu erkennen,
dass meine Gene nicht wirklich gut sind und der Rest meines Lebens ein einziger
Leidensweg sein wird. Somit ist davon auszugehen, dass schon bald feststehen
wird, dass ich gar kein Hypochonder, sondern eine schwer kranke menschliche
Ruine, bin. Ob mir diese Feststellung wirklich weiter hilft, wage ich zu
bezweifeln.

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