Mein Weg zur Ausbilderprüfung 4

Der vierte Schultag beginnt unerfreulich. Irgendwer hat den
Tisch, der eine Reihe weiter vorne stand, nach hinten geschoben. Somit steht er
direkt neben dem Tisch, an dem ich sitze. Da an dem verschobenen Tisch letzte
Woche zwei Menschen saßen, sitzt nun einer dieser beiden direkt neben mir,
weshalb ich alles andere als glücklich bin. Erschwerend kommt hinzu, dass die
Tische insgesamt sehr schmal sind und man sich deshalb viel zu nah kommt. So
kann ich nicht arbeiten. Neben mir sitzt einer der beiden Köche. Er riecht nach
Kaffee, Zigaretten und altem Schweiß. Wieso darf ein Koch so riechen? Verstehe
ich nicht. Ich hoffe, dass er heute nur ausnahmsweise so streng riecht und ab
morgen angemessen duftet.
Überraschenderweise müssen wir heute unser Thema für die Prüfung
mitteilen. Erschreckenderweise sind alle anderen sogar dazu in der Lage. Als
ich an der Reihe bin, sage ich, dass ich den Aufbau einer Webseite erklären
werde. Der Dozent sagt, dass er davon keine Ahnung hat und ich es dann so
erklären muss, dass er, oder der Prüfer, der den Azubi spielt, mir dennoch auf
meine Fragen antworten kann. Das hat man davon, wenn man ein Thema nimmt, von
dem die Prüfer keine Ahnung haben. Meine Hoffnung, dass das von Vorteil für
mich sein kann, verneint der Dozent. Eher im Gegenteil. Weil ich so noch besser
erklären muss, damit mich jemand versteht. Klingt nach einer Art Arschkarte,
die ich gezogen habe. All das ist wenig förderlich für meine Laune.
Den
Rest des Tages kommuniziere ich lediglich mit meinem Sitznachbarn zu meiner
linken. Alle anderen ignoriere ich. Doch ich bin nicht der einzige, der wenig
kommuniziert. Die Schwangere, die Jüngste und die Eifrige reden auch mit
niemandem und verbringen die Pausen stets alleine. Dagegen bin ich fast ein
Kommunikationswunder. Was mich allerdings etwas enttäuscht ist die Tatsache,
dass es hier überhaupt nicht lustig ist. Aber da ich auch schon lange nicht
mehr lustig bin, passt es vermutlich perfekt zusammen.

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