Mein Weg zur Ausbilderprüfung 8

Nachdem ich gestern erfolglos versucht habe, die Unterweisung
zur Prüfung fertig zu stellen, ist meine Laune dementsprechend gedämpft als ich
den Schultag beginne. Sie wird auch nicht besser als der Dozent uns mit Wissen
füttert. Für mein müdes Gehirn ist das alles zu viel. Ein Erfolgserlebnis wäre zu
diesem Zeitpunkt nicht schlecht. Doch davon bin ich weit entfernt. Und so sitze
ich hier, kämpfe gegen das Einschlafen und bekomme kaum etwas vom dem, was ich
mitbekommen sollte, mit. Ich mache wirklich keine Fortschritte. Stattdessen
mache ich mir Sorgen wegen der Erkälteten, die sich hier tummeln. Eine
Erkältung würde mich jetzt komplett erledigen und die letzten Chancen auf eine
erfolgreiche Prüfung vernichten. Selbst der Dozent hat kaum noch Stimme. Er
meint, dass es keine Erkältung ist, sondern die Nachwirkungen von seinem
gestrigen Ausflug ins Fußballstadion. Ich habe da so meine Zweifel.
Gegen Mittag ist wieder Gruppenarbeit angesagt. Der Dozent sagt,
wir sollen die Gruppen selbst zusammenstellen, weil wir ja sicher schon Gruppen
gebildet haben, die auch so miteinander auskommen. Und was sagen meine
Mitschüler dazu? Sie meinen, dass wir anders sind und wollen die Gruppen
auslosen. Ich frage mich, was das soll. Ich hatte gestern eine gute Gruppe, die
will ich wieder haben. Drauf geschissen, dass wir anders sind. Zum Glück hat
der Dozent, der übrigens immer mehr friert, an der Heizung sitzt und geschwächt
wirkt, nichts fürs Losen übrig und so einigen wir uns darauf, die Gruppen vom
Vortag zu nehmen. Alles andere hätte mich auch kaum begeistern können. Die
Gruppenarbeit verläuft dieses Mal leicht chaotisch, aber dafür haben wir viel
Spaß. Dennoch kann sich unsere Ausarbeitung sehen lassen. Wenn es nach mir
geht, behalte ich die Gruppe auch in der nächsten Woche. Mit dieser Gruppe
würde ich mich sogar vor der Prüfung nochmal zusammen setzen, um zu lernen,
denn ohne fremde Hilfe bin ich durchaus verloren, wie mir scheint. Bei der
Präsentation unserer Ergebnisse muss ich wieder nichts weiter tun als mit
verschränkten Armen da zu stehen. Fast wie damals als ich so in der Disko
rumstand. Manche Dinge ändern sich einfach nie. Ob das in meinem Fall wirklich
gut ist, darf bezweifelt werden. Nichtsdestotrotz fühle ich mich gut, wenn ich
einfach nur so dastehe und die Dinge ihren Lauf nehmen.

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