QM für alles und jeden

Damit es nicht zu langweilig wird, gibt es QM. Und so darf ich von
nun an jeden Donnerstag in eine Tabelle eintragen, wann ich in der nächsten
Woche arbeiten werde und zu welchen Uhrzeiten. Diese Tabelle schicke ich dann
meinem Chef, damit er weiß, wann ich vorhabe zu arbeiten. Ergibt sich zwar aus
den Öffnungszeiten, die identisch mit meinen Arbeitszeiten sind, aber das wäre
ja zu einfach. Doch damit nicht genug. Zusätzlich dazu muss ich einen
Stundennachweis führen. Dort trage ich täglich ein, wann ich ins Büro gekommen
bin und wann ich es verlassen habe. Würde ich Pausen machen, so müsste ich
diese natürlich auch eintragen. Gekrönt wird das alles mit den Tagesnachweisen.
Dort trage ich täglich, und nur von Hand, ein, was ich den ganzen Tag so
gemacht habe. Eine Art Berichtsheft für Erwachsene in dem bei mir täglich
dasselbe stehen wird. Abwechslung kommt lediglich dadurch rein, dass ich es von
Hand schreiben muss. So ändere ich vielleicht ab und zu die Reihenfolge meiner
Einträge, benutze hin und wieder einen anderen Stift oder verändere meine
Handschrift. Das ist dann zwar ebenso sinnlos, wie das ganze Formular, aber
schließlich ist QM ja nicht zum Spaß da, sondern wurde erfunden, um Leuten, die
sonst nichts zu tun hätten, ein Aufgabe zu geben. Wer fragt da schon nach Sinn
oder Unsinn einer solchen Sache? Vermutlich wurden obendrein extra
Arbeitsplätze für Leute geschaffen, die sich all die ausgefüllten Formulare
ansehen. Und vielleicht müssen diese Leute dazu andere Formulare ausfüllen, die
später wieder andere bewerten. So kann man das unendlich fortführen und
Arbeitslosigkeit wird schon bald nur noch eine blasse Erinnerung sein.
Spätestens dann hat auch der letzte, vermutlich ich, erkannt, dass QM sinnvoll
ist und allen nützt. Bis es soweit ist, werde ich auch weiter nur den Kopf
schütteln, wenn ich mit QM in Berührung komme. Also täglich.

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