Vom dritten in den zweiten Arbeitsmarkt

Lange Zeit dachte ich, dass ich Arbeitsmarkttechnisch nie wieder
aufsteigen und dass ich irgendwann im vierten Arbeitsmarkt, den es noch gar
nicht gibt, landen würde.  Doch gerade
habe ich erfahren, dass ich längst in den zweiten Arbeitsmarkt aufgestiegen
bin. Das ist ziemlich verwirrend, weil diese Tätigkeit, der ich derzeit
nachgehe, die unter dem Namen Soziale Teilhabe läuft, identisch mit dem, was
ich 2011 gemacht habe, ist. Damals musste ich allerdings vierzig Wochenstunden
ableisten und die Maßnahme gehörte zum dritten Arbeitsmarkt. Wie kommt es also
zu dem seltsamen Aufstieg, zu dieser merkwürdigen Aufwertung? Eigentlich ganz
einfach, denn es kommt gar nicht darauf an, was für eine Tätigkeit man ausübt,
sondern darauf, wie sie finanziert wird. Die Finanzierung damals stufte die
Tätigkeit in die Drittklassigkeit ab. Dieses Mal kommt eine andere Art der Finanzierung
zum Einsatz und schon bin ich, obwohl ich das Gleiche mache und kein bisschen
mehr qualifiziert bin als vorher, zweitklassig. Selbst ein Aufstieg in den
ersten Arbeitsmarkt wäre rein theoretisch möglich. Dazu dürfte der Job dann vermutlich
gar nicht mehr gefördert werden. So weiß ich endlich, dass die
Arbeitsmarkteinstufungen nicht unbedingt etwas mit der Qualität der Arbeit oder
der Arbeitnehmer zu tun haben, sondern danach festgelegt werden, wie etwas
gefördert wird. Man lernt echt nie aus. Ob mich dieses Wissen und dieser
Aufstieg in den zweiten Arbeitsmarkt tatsächlich aufwerten, vermag ich noch
nicht zu beurteilen. Ich muss all das erst mal sacken lassen.

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