Frau ohne Termin

Ich mag es bekanntermaßen nicht, wenn jemand einfach so ohne
Termin zu mir kommt und Hilfe bei Bewerbungen braucht. Gelegentlich schicke ich
die Leute dann weg, auch wenn ich nichts zu tun habe. Erzieherische Maßnahmen
gepaart mit einem Hauch Überheblichkeit. Heute erscheint eine junge Frau
unangemeldet. Ich schätze sie auf Mitte zwanzig. Sie hat eine gute Figur, tolle
Fingernägel, gebräunte Haut, tolle Zähne, eine angenehme Stimme und riecht gut.
Sie darf natürlich bleiben. Alles andere wäre fahrlässig.
Während ich ihre Bewerbungsunterlagen überprüfe, plaudern wir
ein wenig und ich schaue sie mir genauer an. Da sie schon 31 ist, darf ich ihr
auch ein Kompliment zu ihrem Aussehen machen. Es ist erstaunlich, wie charmant
ich manchmal sein kann. Da ihr mein Kompliment sichtlich schmeichelt, muss ich
aufpassen, dass ich mich nicht zu weiteren Schmeicheleien hinreißen lasse. Denn
schließlich könnte ich (fast) ihr Vater sein und außerdem bin ich hier nicht zu
meinem Vergnügen, obwohl mir solche Gäste Vergnügen bereiten. Lustig wird es
als sie mir irgendwas erzählt und meint, dass sie dann ein Rohr bekommt. Ich
weiß zwar nicht, wovon sie geredet hat, kläre sie aber auf, dass nur Männer ein
Rohr bekommen. Ich glaube, dass findet sie witzig. Bevor es noch anzüglicher
wird, übergebe ich ihr die Bewerbungsunterlagen und sie darf gehen.
Die junge Frau werde ich vermutlich nicht wiedersehen, weil sie
den Job höchstwahrscheinlich bekommen wird. Das ist für sie und die Praxis, in
der sie anfangen wird toll, für mich ist es bedauerlich, weil mir die wenigen
attraktiven Frauen, die sich gelegentlich hierher verirren, ausgehen. Zum
Abschied werfe ich noch einen Blick auf ihren Hintern. Dann ist es vorbei und
es passiert nichts mehr, was irgendwie erwähnenswert ist.

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