Statistiken lügen nie

Nachdem ich festgestellt habe, dass der Beruf des Busfahrers
nicht für mich in Frage kommt, erkenne ich, dass das, was ich beruflich mache, nicht
unbedingt besser ist. Ich sitze völlig nutzlos in meinem Büro und lese ein
Buch. Wie fast immer in den letzten Tagen habe ich nur einen Termin im Kalender
stehen. Dieser ist nach knapp zehn Minuten erledigt und die nächsten fünf
Stunden muss ich nichts weiter tun als anwesend zu sein. Viel besser als
arbeitslos zu Hause zu sein ist das nicht. Klar, am Ende des Jahres werde ich
so viele Bücher gelesen haben, wie in keinem Jahr zuvor, aber so wirklich
sinnvoll erscheint mir das nicht. Doch was soll ich dagegen tun? Ich kann ja
fast nichts und was ich kann, bringt keinem was. Und das hier bringt auch
nichts. Ich bin der Meinung, dass wir den Betrieb hier einstellen sollten. Oder
jemand anderes sollte es übernehmen, denn selbst meine Kollegin, die vorher
hier war, hatte allein in den ersten vier Monaten des Jahres 34,63% mehr Kunden als
ich. Jabba the Hut, die in einer anderen Stadt ihr Büro hat, hatte sogar 65%
mehr Besucher als ich. Die Zahlen des anderen Bewerbungsbegleiters liegen mir
zum Glück nicht vor. Was sagen diese  Zahlen nun aus? Das ich unfähig und unbeliebt
bin? Nutzlos und überflüssig? Meine Kollegin war schlecht, ich bin schlechter.
Denn Zahlen lügen nie.  Ich würde mich
jedenfalls entlassen. Alles andere ist absolut albern und nicht vermittelbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.