Der Körper sagt nein

Die meisten, die von
dem Jobangebot wissen, freuen sich oder gratulieren mir, mein Körper allerdings
sieht das ganz anders. Er gratuliert nicht und freut sich erst recht nicht.
Stattdessen signalisiert er seinen Unmut in altbekannter Weise. Er verweigert
die Nahrung, rebelliert, sobald ich doch Nahrung zu mir nehme und sorgt dafür,
dass sie ihn möglichst schnell wieder verlässt. Der Schlaf wird boykottiert und
Übelkeit und Magenschmerzen werden zu neuen Begleitern befördert. Was er mir
damit sagen will ist mehr als klar. Keine Veränderungen. Veränderungen sind
gefährlich, verursachen Stress und führen meist zu nichts. Womöglich hat er
Recht. Vielleicht sollte ich mir das mit dem Vertrag gut überlegen. Die
unglaublichen Risiken, die da auf mich zukommen, können mir ganz schön
zusetzen. Und wenn ich versage, kläglich scheitere, dann habe ich wieder einen
Grund mehr mich zu verachten. Wobei ich mich auch verachte, wenn ich nicht
scheitere. Das ist also kein Argument. Es bleiben nur noch wenige Stunden bis
zur endgültigen Entscheidung. Ich bin nur noch einen Schritt davon entfernt
meinen Körper komplett unzufrieden zu machen. Oder ich stecke den Kopf in den
Sand, den Vertrag in den Müll, und mir geht es schlagartig besser, weil mein
Körper zufrieden mit mir ist. So einfach und doch so schwer.

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