Negativtrend

Es hatte sich bereits angekündigt und so langsam schwindet jeder
positive Gedanke, die zeitweilige Gelassenheit, die möglicherweise auch
Gleichgültigkeit war. Alles hat sich mehr und mehr verflüchtigt, mitunter gar ins
Gegenteil verkehrt. Entstanden sind negative Gedanken und die Frage, ob es
nicht besser gewesen wäre, den Job nicht anzunehmen und stattdessen weiter zu
leben wie bisher.
Ein erstes Gespräch mit der Chefin hat den Negativtrend nur
verschärft. Es scheint mir zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich den Job zu ihrer
und meiner Zufriedenheit zu bewältigen. Dabei geht es nicht nur um ihre
Erwartungen an mich, sondern auch um meine eigenen  Ansprüche und die Tätigkeit an sich. Ich sehe
mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt absolut nicht in der Lage die Aufgaben
ordnungsgemäß zu erledigen. Weder kann ich als Dozent über mehrere Stunden
Arbeitslosen einen Vortrag halten und etwas beibringen, noch kann ich mich der
Kaltakquise von Firmen widmen. Für die Akquise gibt es außerdem einen
Mitarbeiter, zu dem ich damit in Konkurrenz stünde. Das erscheint mir arg
widersinnig zu sein. Dabei kann ich nur verlieren.
Auch fehlt mir seit Tagen eine angemessene Struktur, was mir
echte Probleme bereitet. Die Stimmung der Mitarbeiter, die ich bisher
kennenlernen durfte, ist auch nicht  unbedingt
förderlich für mein Wohlbefinden. Manche haben Schwierigkeiten ihren Urlaub zu
bekommen, weil ja sonst niemand da ist, um die Maßnahme zu betreuen. Ein
Zustand, der mir durchaus missfällt. Mein geplanter freier Trag in der nächsten
Woche hat sich auch in Luft aufgelöst. Es gilt sich den äußeren Einflüssen zu
beugen. Davon bekommt man am Ende nur Verspannungen. Das möchte ich nicht, denn
ich bin schon verspannt genug.
Zudem erkenne ich mehr und mehr, dass mir jegliche Qualifikation
für den Job fehlt. Ich sage oft über Arbeitslose, dass manche einfach nicht
vermittelbar sind und es keinen Platz für sie in dieser Arbeitswelt gibt. Ich
denke, dies trifft in besonderem Maße auch auf mich zu. In dieser Arbeitswelt
ist einfach kein Platz für mich. Das kann ich jederzeit bestätigen. Sogar schriftlich,
wenn es gefordert wird.

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