Allein, allein

Der erste Arbeitstag, den ich hier alleine im Büro verbringe, läuft
ähnlich ab wie zu meiner Zeit als Bewerbungsbegleiter. Fast die Hälfte der
Kunden erscheint nicht zu ihrem Termin, zwei hoffnungslose Fälle erzählen aus
ihrem Leben und einer bleibt viel länger als nötig und erzählt Dinge, deren
Zusammenhang sich mir einfach nicht erschließt. Ich kann ihm beruflich nicht
weiter helfen, das kann wohl niemand, aber ein paar Minuten höre ich ihm zu,
was eine irgendwie menschliche Geste meinerseits ist und ihm scheinbar
guttut.  Der einzige Unterschied zu früher
ist der, dass ich obendrein ein Kassen- und ein Portobuch zu führen habe, was
die Tätigkeit ein wenig aufwertet. Ich glaube, ich bin dazu geboren alleine zu
arbeiten. Ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll, dass nächste Woche
die Maßnahme beginnt und ich von da an mein Büro teilen muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.