Seuchenvögel

Es ist derzeit
Blütezeit für Viren. Diese Zeit führt vermehrt zu verseuchten Menschen. 
So ist ständig irgendwer erkältet oder leidet unter einem Magen-
Darminfekt. Die Magenkranken bleiben meist, schwachsinnige Ausnahmen ausgenommen,
zu Hause über der Kloschüssel, die Erkälteten hingegen bevorzugen es in der
Regel, ihre Seuchenviren zu verteilen. Dabei ist geteiltes Leid in dem Fall
ganz sicher nicht halbes Leid. Überhaupt bezweifle ich, dass geteiltes Leid nur
noch halbes Leid ist. Meiner Meinung nach verdoppelt sich Leid nur, aber das
ist ein anderes Thema. Ich jedenfalls bin ich im Büro  ständig von diesen Menschen umgeben, die
nichts anderes zu tun haben als mein Immunsystem herauszufordern. Und so renne
ich permanent in die Küche, um mir die Hände zu waschen. Alternativ dazu bade
ich quasi in Desinfektionsmitteln, was sicher auch keine Dauerlösung ist.
Währenddessen bin ich in ständiger Sorge, ob meine Versuche, die Seuchen von
mir fernzuhalten, ausreichen.
Auf meinem
Schreibtisch liegt, wie schon damals im anderen Büro, der Hinweis, dass
Händeschütteln ungesund ist. Ein verseuchter neuer Teilnehmer verzichtet
deshalb auch auf einen Händeschüttelversuch. Unsere Verwaltungskraft Mirabelle,
ebenfalls derzeit verseucht, findet den Warnhinweis unfreundlich und erzählt
irgendeine Geschichte von einem Arzt, der seinen Patienten auch nicht die Hand gibt.
Dem hat sie dann irgendeine dämliche Frage gestellt, die gut zu ihr passt und
bei mir auf völliges Unverständnis stößt, weshalb unsere Kommunikation rasch endet. Manchen ist einfach nicht zu helfen. Verdammte Seuchenvögel. 

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