Teilnehmer 11 – Der Türke

Es ist fast wie ein 1 zu 1 Tausch. Der nicht vermittelbare
Iraner wird vom vermutlich ebenso wenig vermittelbaren Türken ersetzt.
Allerdings scheint die Zusammenarbeit mit dem Türken sich schwieriger zu gestalten,  denn er kann weder alleine irgendwas am
Computer machen, noch spricht er angemessen deutsch. Er wird vermutlich nicht
einmal wissen, was auf dem Bewertungsbogen, den er früher oder später von mir
ausgehändigt bekommt, wirklich gefragt wird.
Eigentlich ist seine Teilnahme an dieser Maßnahme eine einzige
Zumutung. Für ihn und für uns. Und so sitzt er seine drei Stunden hier artig
ab, während ich ihm Bewerbungen schreibe, die er später nur noch unterschreiben
muss. Hin und wieder sucht er nach Jobs, was ihn aber schon nach wenigen
Minuten langweilt und wenig sinnvoll ist, da er nicht wirklich zu verstehen
scheint, was er da tut. Drei Monate muss er sich nun bei uns quälen, was
bedeutet, dass er anwesend ist, während ich seine Bewerbungen schreibe und
versuche ihn irgendwo unterzubringen. Ihm etwas zu erklären macht so gut wie
keinen Sinn und ist eigentlich nur anstrengend. Er ist hier definitiv falsch
und eine Vermittlung des Türken, der nebenbei bemerkt seit zwölf Jahren,
abgesehen von einem kurzen Versuch als Gebäudereiniger Fuß zu fassen, ohne
Anstellung ist, erscheint unmöglich.
Gerne möchte er als Fahrer arbeiten, was nur dann Sinn macht,
wenn er nur von A nach B und wieder zurück fahren, und keine weitere
Verantwortung übernehmen muss. Ich verstehe nicht, was sich seine Betreuerin
dabei gedacht hat, ihn in diese Maßnahme zu befördern. Sie sagt, es sei seine
letzte Chance und ich frage mich, was für eine Chance das sein soll.

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