Ende und Anfang?

Mindestens eine Woche wusste Alpha schon, was mir heute von der
Chefin mitgeteilt wird. Alpha nervt. Trotz großer Beliebtheit auf allen Seiten
wird die Maßnahme nicht fortgesetzt. Die Verlängerung wurde abgelehnt und meine
Arbeit endet somit schon bald. Da ich noch in der Probezeit bin, erwarte ich
nun, dass ich verabschiedet werde, doch das ist nicht der Fall. Stattdessen wird
mir angeboten in einer anderen Stadt Teil einer chaotischen Maßnahme zu werden.
Wie chaotisch es da wirklich zugeht, erfahre ich nicht. Doch wenn die Chefin schon
sagt, dass es dort chaotisch ist, sind die wahren Zustände vermutlich noch
schlimmer. Da ich, im Gegensatz zu meiner Kollegin, sehr unflexibel bin und nur
als Jobcoach eingesetzt werden kann, gibt es nur diese eine Möglichkeit. Ich
sitze auf meinem Stuhl, höre die Worte, und denke über den neuen Arbeitsort
nach. Ich müsste etwa fünf bis sieben Kilometer weiter fahren und es gibt dort
in der Nähe keine kostenlosen Parkplätze. Ein Tagesparkticket kostet vier Euro,
womit ich jede Woche 16 Euro bezahlen müsste. 64 Euro im Monat wären damit
futsch und ich weiß nicht, ob mir das gefällt. Wenn es gut läuft, dann komme
ich nach zwei oder drei Monaten woanders hin. Wenn nicht, verbleibe ich dort
bis mein Vertrag ausläuft. Irgendwie habe ich mir das alles anders vorgestellt,
zumal ich Veränderungen hasse. Da ich keine anderen Möglichkeiten sehe und
nicht wirklich darauf erpicht bin, bald wieder auf der anderen Seite Teil
irgendeiner Maßnahme zu sein, spiele ich mit und nehme die Umstände als gegeben
hin. So lerne ich, wenn am Ende nicht alles anders kommt, ein paar neue
Kollegen kennen und werde immer mehr zu einem vollwertigen Mitglied dieser
fantastischen Gesellschaft. Vom Vorzeigearbeitslosen zum Arbeitslosenbetreuer.
Eine Karriere, die immer weiter Fahrt aufnimmt.

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