Urlaubsgedanken

Fünf Tage Urlaub sind für mich wie fünf Tage Arbeitslosigkeit.
Ich vertrödle meine Zeit und weiß nicht wirklich etwas mit mir anzufangen.
Erschwerend kommt hinzu, dass ich auch kein Geld mehr habe, um mir irgendwelche
Sachen, die ich vermutlich nicht brauche, zu kaufen. So kann ich mich um Dinge
kümmern, die ich, seit ich arbeite, sehr vernachlässigt habe. In diesem Fall
die Sauberkeit der Wohnung. Oberflächlich betrachtet sieht alles gar nicht so
übel aus, doch bei genauerem Hinsehen wird schnell klar, dass hier lange nicht
mehr ordentlich geputzt wurde. Nie war die Wohnung dreckiger, nie musste ich
mehr putzen, um einen einigermaßen ordnungsgemäßen Zustand wieder herzustellen.
Nicht arbeitslos zu sein hat mehr Nachteile als befürchtet und ich frage mich,
welche Vorteile der Zustand für mich überhaupt hat. Gewöhnlich führe ich an
dieser Stelle den finanziellen Aspekt an, doch bei genauerer Betrachtung
scheint das, wie anfangs erwähnt, kein Argument zu sein. Mein Plan, jeden Monat
etwas Geld zurück zu legen ist grandios gescheitert. In den letzten sechs
Monaten habe ich nicht einen Cent gespart. Im Gegenteil. Ich bin meist schon pleite,
bevor es neues Geld gibt. Ich mache sogar jeden Monat ein kleines Minus und
weiß nicht einmal, wie ich das anstelle. Das Geld ist einfach weg. Dabei gehe
ich nicht aus, sondern sitze fast nur in der Wohnung. Es sieht ganz so aus als
könnte ich mir eine Berufstätigkeit aus finanziellen Gründen gar nicht leisten.
Glücklich macht mich der Job auch nicht. Ich bin immer noch ein genauso
frustriertes und unzufriedenes Arschgesicht wie eh und je. Allerdings ein Arschgesicht
mit dreckiger Wohnung. Vielleicht ist das mit einem festen Job doch keine so
gute Idee.

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