Weihnachtsgedanken

Während ich so auf dem Balkon stehe, kommt
mit der Gedanke, dass es eine Lösung sein könnte, die langweiligen Tage und den
deprimierenden Rest des Lebens einfach mit einem Sprung vom Balkon ein wenig
aufzuwerten. Ist ja nur ein kurzer Schritt und schlimmer kann es kaum werden.
Dann aber besinne ich mich eines Besseren und denke, dass es durchaus schlimmer
kommen könnte. Wenn ich nämlich irgendwie dumm aufkomme, bewegungsunfähig unten
liege, aber noch lebe, wird es peinlich. Denn bevor Hilfe kommt, glotzen einen
alle ungläubig an, schütteln den Kopf, tuscheln und ich kann vermutlich nur ein
Auge bewegen und nichts dagegen unternehmen. Das wäre echt peinlich. Und weh
täte es sicher auch. Für jemanden, der bei Schmerzen immer panisch wird, eine
unbefriedigende Situation. Außerdem ist es sicher kalt, wenn man mit
zerschmettertem Körper auf dem Boden rumliegt und niemand einen zudeckt. Das
klingt wenig weihnachtlich. Wenn es ganz dumm läuft, entdecken Kinder mich und
setzen mir eine alberne Mütze auf oder spielen mit meinem Körper. Auch wenig
erbaulich.
Während ich so nachdenke, wird mir kalt, ich
gehe zurück in meine Wohnung und hoffe darauf, dass das Leben bis zum nächsten
Weihnachtsfest vielleicht etwas weniger langweilig und weniger unerträglich
wird. Allerdings fehlt mir der Glaube, 
denn die Erfahrung zeigt, dass es selten besser wird. In diesem Sinne
wünsche ich mir Frohe Weihnachten, setze mich vor den Fernseher und freue mich
auf meinen Weihnachtsfilm.

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