Das Ende der Pipi-Maßnahme

Zum ersten Mal erlebe ich das Ende
einer Maßnahme nicht als Teilnehmer, sondern auf der anderen Seite. Eine
interessante Erfahrung, die ich mir immer gewünscht habe. Mit einer
Vermittlungsquote von etwas über 30 Prozent sind wir nicht besser, aber auch
nicht wesentlich schlechter als andere Maßnahmen. Das scheint die übliche Quote
von Maßnahmen zu sein. Es ist dabei scheinbar völlig unerheblich, wie lange so
eine Maßnahme dauert, wie viele Stunden täglich die Teilnehmer da sein müssen
und wie wohl sie sich fühlen. Wirklichen Einfluss auf die Vermittlungsquote hat
all das nicht.
Nun scheint es so als hätten wir die
zufriedensten Teilnehmer der Maßnahmen hier vor Ort. Das war zwar immer mein
Ziel, ist aber letztlich völlig unerheblich, denn selbst wenn die Teilnehmer
sich hier nicht wohl gefühlt  hätten,
wäre die Quote in etwa gleich. Ob man streng ist, die Teilnehmer unter Druck
setzt, oder sie einfach gewähren lässt, hat maximal minimalen Einfluss auf die
einzelnen Teilnehmer. Zumindest kommt es mir so vor.
Ich hatte in den sechs Monaten 14
Teilnehmer. Lediglich vier davon haben einen Job angenommen. Mein Anteil daran
ist mehr als gering.  Beim Unauffälligen
führte die erste Bewerbung zwar zum Erfolg, doch das hätte sie auch, wenn ich
nicht daran beteiligt gewesen wäre. Beim Mechaniker brachte eine Bewerbung, die
er vor der Maßnahme geschrieben hatte, den Erfolg. Damit habe ich folglich noch
weniger zu tun.  An meiner Stelle hätte
auch ein Stofftier ähnlichen Erfolg gehabt. Meine Beteiligung am Arbeitsvertrag
des Powersellers ist ebenfalls bescheiden. Die Bewerbung kam nur deshalb
zustande, weil er sich durch die Maßnahme dazu genötigt sah und nicht
mehrherkommen wollte. Und die Reinemachefrau hat sich auch nur beworben, weil
sie in dieser Maßnahme geparkt wurde. Auch bei ihr hätte also ein Stofftier
ausgereicht, um ein solches Ergebnis zu sichern.
Depp der Maßnahme, ohne daran
teilgenommen zu haben, ist der Mann, der uns, nachdem wir ihm eine Einladung
geschickt hatten, anrief, um uns mitzuteilen, dass er nicht an der Maßnahme
teilnehmen wird, weil er arbeiten muss und keine Zeit hat. Dummerweise hatte er
vergessen, die Tätigkeit beim Jobcenter anzumelden und hatte, nachdem wir das
Jobcenter darüber informiert hatten, gewisse Probleme. Schön blöd.
Die Art der Maßnahme kann ich
abschließend positiv werten, denn bei nur sechs Stunden wöchentlicher
Anwesenheit ist der Erfolg ähnlich den Maßnahmen bei denen die Teilnehmer
täglich bis zu acht Stunden anwesend sein müssen. Minimaler Aufwand, maximaler
Erfolg. So mag ich es.
Für mich bedeutet das Ende der
Maßnahme, dass ich als Jobcoach ziemlich beliebig und austauschbar bin. Ich
kann lediglich die Stimmung in Maßnahmen aufbessern. Alternativ zu mir könnte
man also auch einen kleinen Hund in einer Maßnahme unterbringen oder Tom &
Jerry zeigen. Das Ergebnis wäre in etwa gleich.

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