Mein neuer Arbeitsplatz

Ungewollt aber vermutlich unvermeidbar. Das beschreibt kurz und
ungenau meine berufliche Entwicklung. Der Arbeitsplatzwechsel erfordert es,
dass ich über die Autobahn fahren muss. Eine Begebenheit, die ich stets
vermeiden wollte. Noch unangenehmer als die weite Anreise ist die
Parkplatzsituation. Ich kann wählen, ob ich jeden Tag 4€ fürs Parken bezahle
oder einen gut zwanzig minütigen Spaziergang mache. Ich entscheide mich für den
Spaziergang, weil ich schon mehr Benzin für die weitere Anreise verbrauche und
mir die Parkplatzgebühren meine finanzielle Situation nur unangenehmer machen
würden. Außerdem sollte ich mich eh mehr bewegen. Nachdem ich mich also für den
morgendlichen Spaziergang entschieden habe, erreiche ich nach 50 Minuten Gesamtanreisezeit
erreiche endlich das Büro. Eine für mich eindeutig zu lange Zeit. Das ist
irgendwie krank und spricht deutlich dafür, dass das keine Zukunft haben kann.
Zumindest nicht für mich.
In dem Gebäude befinden sich viele Büros und mehrere
Unterrichtsräume. Viele Menschen irren umher und ich bin froh, dass ich ein
Büro für mich alleine habe. Schöner wäre es allerdings gewesen, wenn das Büro
vorher geputzt worden wäre. Ich ekel mich vor der Tastatur. Sie ist nicht nur
voller Krümel, sondern auch noch total verklebt. Ich frage mich, was für ein
Schwein hier vorher gesessen hat. Als ich wenig später erfahre, dass der
Bewerbungsmann hier seinen Platz hatte, fühle ich mich auch nicht besser. Eher
im Gegenteil.
Auf dem Wandkalender im Büro markiere ich den 15. März 2017. An
dem Tag soll die andere Maßnahme, für die ich vorgesehen bin, beginnen. Der
Countdown läuft 27 Arbeitstage und in meinem grenzenlosen Optimismus will ich
einfach glauben, dass ich ab dem 15. März nicht mehr hier sein werde.
Kurz vor Ende dieses merkwürdigen Tages treffen meine Kollegin,
die für ein paar Tage ebenfalls an diesem Standort tätig ist, und ich den
Geschäftsführer. Dieser erzählt uns, dass vom Tag der Ausschreibung einer
Maßnahme bis zum Maßnahmebeginn drei Monate vergehen. Da die Maßnahme, für die
meine Kollegin und ich vorgesehen sind, noch gar nicht ausgeschrieben ist, kann
ich mich wohl auf einen längeren Aufenthalt hier vor Ort einstellen. Damit sind
die 27 Arbeitstage, die ich während des optimistischen Anflugs vor ein paar
Stunden festgelegt hatte, vermutlich schon Geschichte. Optimismus ist echt fürn
Arsch.

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