Ein Montag im Büro

Bei einer Vier-Tage-Woche ist es
optimal für mich, wenn ich am Montag frei habe. Das wertet nicht nur den
Sonntag auf, sondern unterdrückt auch meine generelle Unzufriedenheit und die andernfalls
miese Sonntagstimmung. So ein freier Montag ist gut fürs Gemüt und wertet ebenso
die Arbeitswoche dementsprechend auf. Daher ist es etwas befremdlich und auch
ganz schön ungewohnt, dass ich heute, an einem stinknormalen Montag, arbeiten
muss.
Die Fahrt zum Büro dauert länger als
üblich und ich frage mich, wieso am Montag so viel mehr Verkehr als an den
anderen Tagen zu beklagen ist. Im Büro ist es kalt, von meinen zehn Teilnehmern
sind nur drei anwesend und ich beschäftige mich ernsthaft mit der Frage, ob ich
in diesem Beruf irgendwas bewirken kann. Die erwartete Antwort lautet nein.
Überhaupt frage ich mich mal wieder, was das überhaupt für ein Beruf sein soll
und was mich dafür qualifiziert. Das kann doch fast jeder machen, selbst ein
Teil meiner Teilnehmer könnte mich problemlos ersetzen. Das gefällt mir nicht.
Da gehe ich endlich mal konsequent arbeiten und dann bin ich austauschbar wie
ein Papiertaschentuch. Und wieder frage ich mich, was mal aus mir werden soll.
Das hat doch alles keine Substanz. Das führt auch zu nichts. Und wo zum Teufel
bleibt da der Spaß? An Erfolg darf ich überhaupt nicht denken. Denn von
beruflichem Erfolg bin ich weiter entfernt als von der Milchstraße. Und die
kann ich schon nicht erreichen. Das ist echt bescheuert. Ich sollte montags
echt nicht arbeiten. Das deprimiert mich nur.

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