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Die beiden
Männer vom Jobcenter erklären mir den Tagesplan. Für 10.00 Uhr und 13.30 Uhr
wurden jeweils dreißig Arbeitslose eingeladen, die sich bei einem großen
Unternehmen als Lagerarbeiter bewerben dürfen, wenn sie denn möchten. Es findet
für die Arbeitslosen eine kurze Infoveranstaltung statt, anschließend helfen
wir ihnen bei den Bewerbungen. Ich komme also heute zum ersten Mal in den
Genuss, bei einer Infoveranstaltung des Jobcenters auf der anderen Seite dabei
zu sein. Man kann unglaublich viel erleben, wenn man einen Job hat. Echt krass.
Von den
erwarteten dreißig Arbeitslosen verirren sich gerade einmal sechs zur ersten
Inforunde. Ist ja auch keine Pflichtveranstaltung, da kann man durchaus zu
Hause bleiben oder den Tag anderweitig verbringen. Die Vorstellung ist kurz,
der Bewerbungsvorgang schnell abgewickelt. Dann heißt es warten bis 13.30 Uhr.
Weil warten
hungrig macht, gehe ich ins Palais, um mir eine asiatisches Gericht zu gönnen.
Und wen treffe ich dort? Die beiden vom Jobcenter. Wenig später sitzen wir
zusammen an einem Tisch, ich werde geduzt und wir sind quasi Kumpels für einen
Tag. Nebenbei erfahre ich, dass Arbeitslose, wenn sie denn einen Job annehmen,
oftmals nicht nur den Führerschein bezahlt bekommen, sondern als Zuschuss auch
noch 1.500 € für einen PKW erhalten können. Sie müssen nichts von dem Geld zurückzahlen,
selbst wenn sie den Job schon nach einer Woche verlieren oder aus plausiblen
Gründen gar nicht erst antreten. Mir fällt fast mein Essen aus dem Gesicht, als
mir das mitgeteilt wird. Damit habe ich jetzt einen weiteren Anreiz, um meine
Teilnehmer zu motivieren. Dieses verrückte System bietet so viele
Möglichkeiten. Man muss sie nur kennen. Gut, dass meine neuen Freunde mich
aufgeklärt haben.
Zur zweiten
Inforunde erscheinen lediglich fünf Leute und ich überlege kurz, ob man denen
nicht einfach ein Auto dafür schenken sollte, dass sie erschienen sind.
Verdient hätten sie es irgendwie.
Weil es noch
früh ist und ich noch eine Weile bleiben muss, besuche ich Sonja, um mit ihr
auf der Dachterrasse eine zu rauchen. Wobei nur sie raucht und ich einfach
dabei bin. Ich glaube, es ist durchaus gut für mich, mit einer attraktiven Frau
auf einer Dachterrasse rumzulungern. Mir gefällt unser Plausch so gut, dass ich
ihr anschließend noch ins Büro folge. Sie erzählt ein wenig über sich und sieht
dabei einfach nur gut aus. Warum hat die Natur nicht alle Menschen so attraktiv
gemacht? Dann wäre vieles angenehmer. Irgendwann muss Sonja weiterarbeiten und
ich gehe nach unten ins Büro, wo ich den aufregenden und aufschlussreichen
Arbeitstag langsam ausklingen lasse.

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