Das merkwürdige Verhalten der haarigen Mirabelle

Gelegentlich kommt
Mirabelle zu uns, um meine Kollegin zum Rauchen abzuholen. Ist meine Kollegin
nicht da, geht sie wieder, weil sie nicht mit mir sprechen mag. Das ist für
mich vollkommen okay, weil es eh nichts zu sagen gibt. Ist meine Kollegin
jedoch da, gehen die beiden nicht immer sofort raus, sondern unterhalten sich
manchmal noch. Mirabelle hatte neulich die großartige Idee, sich hinter mich zu
stellen und meine Schultern zu betatschen. Dabei stellte sie fest, dass ich ja
voll knochig bin und fand das irgendwie schrecklich. Doch irgendwie muss sie
das auch fasziniert haben, denn seitdem stellt sie sich, wenn sie meine
Kollegin abholt, immer hinter mich und massiert meine Schultern. Für mich
ergibt das keinen Sinn, aber ich lasse sie gewähren, weil ich eh immer vollkommen
verspannt bin. Nun steht sie wieder hinter mir, massiert an meinen Schultern
herum und kommt plötzlich auf die Idee meinen Kopf zu massieren. Dabei ruiniert
sie meine nicht vorhandene Frisur, während ich mich frage, was das alles zu
bedeuten hat. Erst als meine Kollegin ihr sagt, dass meine Haare nicht
gewaschen sind, hört sie abrupt damit auf. Ich frage mich, aber nicht sie, kurz,
warum sie all das tut und ob das nicht unter sexuelle Belästigung am
Arbeitsplatz fällt. Wenn ich das bei einer Frau machen würde, hätte ich
bestimmt sofort Ärger am Hals. Es bleibt abzuwarten, was Mirabelle, die ihren
Bart vorübergehend abrasiert hat, sich als nächstes einfallen lässt.

2 Gedanken zu „Das merkwürdige Verhalten der haarigen Mirabelle“

  1. Sorry, ich muss gerade schmunzeln, wenn ich mir vorstelle, da kommt eine Fremde herein und begrapscht Sie ("Boah, guck mal, Mechthild, der is ja voll knochig!" und Mechthild so: "Pack' da lieber nicht dran! Der hat die Haare nicht gewaschen!"). *rofl*. Puh.
    Mit Grenzen setzen haben Sie es nicht so, oder?

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