Verblöden und frieren

Die Fehlzeiten der
Teilnehmer liegen mittlerweile bei fast 50%. Somit ist meist leer im Büro und
ich bin folglich überflüssig und langweile mich. Selbst wenn es anders wäre und
alle Teilnehmer anwesend wären, würde es mich irgendwie langweilen. Es ist
eschreckend, aber für diesen Job muss man so gut wie nichts können, entwickelt
sich eher zurück als nach vorn und es scheint als würde ich mehr und mehr
verblöden. Das ist echt ein Job, den man macht, wenn man nix drauf hat oder
sein Arbeitsleben langsam ausklingen lassen will. Bei mir ist es beides. Ich
habe nix drauf und lasse mein Leben ausklingen. Gut, dass ich keine Ambitionen
habe, denn das hier qualifiziert einen nicht für höhere Aufgaben. So bleibe ich
vermutlich hier bis es keine Aufträge mehr gibt, man keine Verwendung mehr für
mich hat oder ich vor Langeweile an meinem Schreibtisch versterbe.
Passend zu der
Tristesse ist das Büro, welches wir uns mit den Teilnehmern teilen. Ständig zu
kalt und immer dunkel ist unser Reich. Von den Teilnehmern trennen uns vier
günstige Trennwände und wenn draußen dreißig Grad herrschen, müssen wir drinnen
etwas überziehen, um nicht zu frieren. Ist es draußen kalt, ist es drinnen
konsequenterweise auch kalt. So sitzen wir bei stets eingeschaltetem Licht auf
den billigen Schreibtischstühlen und fühlen uns wie B-Ware, die günstig
irgendwo untergebracht wurde. Wer da keine Depressionen bekommt, der hat selber
schuld.

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