Mal überfordert, mal angelächelt

Die zweite Urlaubswoche meiner
Kollegin führt tatsächlich zu Stress. Selbst in den Pausen werde ich von
ehemaligen Teilnehmern besucht, die unzufrieden mit ihren Arbeitgebern sind und
kündigen wollen. Da einer schon einen neuen Job in Aussicht hat, helfe ich ihm
bei der Kündigung. Meine Mittagspausen fallen dadurch allerdings aus und ich
bin durchaus gestresst, weil ich plötzlich für alles zuständig bin.
Einem Teilnehmer muss ich kündigen. Es
folgen Meldungen ans Jobcenter und an die Buchhaltung. Dazu muss alles irgendwo
protokolliert werden.  Erst jetzt erkenne
ich, wie wenig ich in den letzten Wochen hier getan habe und wie gut es mir
eigentlich ging. Jetzt bin ich immer wieder gezwungen konzentriert zu arbeiten,
was mir äußerst schwerfällt. Konsequenterweise lehne ich jede Hilfe von anderen
Mitarbeitern ab, weil die meiner Meinung nach alles nur noch komplizierter
machen würden, da ich deren Arbeitsweisen weder verstehe noch irgendwie erleben
möchte. Fremde machen meist nur Murks. Das möchte ich nicht.
Was ebenfalls etwas nervt ist die
Tatsache, dass ich mit niemandem Unsinn reden kann. Meine Kollegin konnte ich
den ganzen Tag mit meinen flachen Witzen zutexten, ohne sie ist es fast schon
öde. Daher verwickle ich die 37jährige in ein Gespräch, was gut klappt. Sie
erzählt viel von sich und aus ihrem Leben. So erfahre ich, dass eine tiefe
Männerstimme sie dahinschmelzen lässt und auch ältere Männer für sie
interessant sind. Ich liebe es, wenn Frauen von sich erzählen. Außer sie reden
nur Müll und es interessiert mich nicht. Die 37jährige ist im Gegensatz zu
ihrer ersten Teilnahme wie ausgewechselt, was ich sehr begrüße. Allerdings
glaube ich, dass ihre Bewerbungsbemühungen nur vorgetäuscht sind.
Später ist die hohle 25jährige zu
Gast. Anstatt sich zu konzentrieren, wenn ich ihr etwas erkläre, sehe ich, wie
sie mich immer irgendwie beobachtet. Später lächelt sie mich mehrfach grundlos
an. Da mir das durchaus schmeichelt und mich 25jährige sonst eher nicht
anlächeln, lächle ich stets brav zurück. Kann ja nicht schaden.

2 Gedanken zu „Mal überfordert, mal angelächelt“

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