(K)ein Teil des Ganzen?

Meine Arbeitswoche startet am Mittwoch
und es scheint als stürzte ich in ein riesiges Chaos. Aufgeregt wirbeln die
Mitarbeiter umher, schimpfen und sind unzufrieden. Mir wird regelrecht
schwindelig und ich kann all das Chaos nicht einordnen. Einsatzpläne sind zur
Unzufriedenheit der Mitarbeiter im Umlauf. Es gibt Kritik am Umgang und der
Chefin. Kaum sitze ich an meinem Platz findet eine außerplanmäßige Teamsitzung
statt. Aufgeregt wird geackert und gegackert. Hin und wieder stimme ich zu,
größtenteils bin ich verwirrt. Dann klinke ich mich aus, lese Mails und frage
mich, ob mich das wirklich alles betrifft. Also so wirklich. Weil es ein heißes
Thema ist, wie Informationen der Chefin übermittelt werden und wie schnell
diese sich ändern, überlege ich mir, was ich davon halten soll und frage mich,
was hier wohl schief läuft. Rede ich mit der Chefin ist alles deutlich, ich
verstehe die Aussagen, sie hält sich an die Absprachen und es gibt keinen
Diskussionsbedarf. Das scheint beim Rest anders zu verlaufen. Da scheinen die
Ansagen der Chefin widersprüchlich und der Ton daneben. Oder sind die
Mitarbeiter vielleicht das Problem? Hören die nicht zu oder kapieren die nix?
Oder sind es die Gesprächsthemen? Vielleicht sind die Themen zu komplex, um
alles wirklich zu begreifen. Ich weiß es nicht. Es wird weiter geschnattert,
Brandy lächelt freundlich zu mir rüber, ich lächle zurück. Vielleicht sollten
alle weniger reden und auch mal lächeln? Vermutlich geht mich das alles gar nix
an.
Später, die aufgeregten Mitarbeiter sind
eifrig mit irgendwelchen Dingen beschäftigt, telefoniere ich mit der Chefin.
Personalengpass im September, ob ich nicht zwei Montage arbeiten kann. Gegen
Bezahlung oder Urlaub. Ich wähle, wie üblich die Freizeit, und frage mich, ob
ich eine falsche Wahrnehmung habe, denn auch dieses Gespräch verläuft klar und
verständlich. Ich hocke weiter in meiner Ecke des Büros und scheine nicht Teil
dieser ganzen Aufregung zu sein. Als lebte ich in einer Parallelwelt. Gar nicht
auszudenken, wenn die von mir vorgeschlagenen freien Tage genehmigt werden.
Vermutlich werde ich die Arbeitswelt nie verstehen.

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