Eine Woche fast wie jede Woche 3

Mittwoch
Nach einer Nacht
voller Nackenschmerzen mit wenig Schlaf gestaltet sich die Fahrt zur Arbeit
unangenehm, da ich kaum meinen alten Kopf drehen kann. Schöner kann ein Tag
kaum beginnen.
Brandy
erscheint ziemlich angepisst im Büro. Erbost hat sie eine Mail der Chefin, die
alles andere als freundlich formuliert sein soll, zur Kenntnis genommen. Brandy
überlegt, wie siedarauf reagiert und will ihren Frust in der Antwort loswerden.
Ich schlage vor, dass sie erstmal was Anderes macht und sich später erneut mit
dem Thema beschäftigt. Sie ist einverstanden und kommt erst nach über einer
Stunde auf das Thema zurück. Erneut überlegt sie, wie sie nun auf die Mail
reagiert. Ich sage ihr, dass sie ihre Arbeit machen, diese dann der Chefin
schicken und überhaupt nicht weiter auf irgendwas eingehen soll, weil es nur
unnütze Zeitverschwendung ist und zu nichts führt. Sie sieht das auch sofort
ein und verzichtet auf jegliche Diskussion. Ich kann ja durchaus verstehen,
dass sie angepisst ist, aber meine Chefin kann ich auch ein wenig verstehen,
denn was hier manchmal abgeliefert wird, ist oft nur schwer zu ertragen. Okay,
sicher kann man da auch souveräner kommunizieren, andererseits weiß man aber,
dass die Kommunikation so läuft. Wenn man also blöde und unnütze Diskussionen
anfängt, dann schaukelt sich das bekanntermaßen hoch und kostet Energie. Eine
ermüdenden Endlosschleife, die keinem irgendwas bringt außer Frust und noch
mehr Frust. Ich bekomme im Vergleich zu einigen Kollegen/Kolleginnen recht
wenige Mails. Ich bekomme sogar gelegentlich sehr witzige Mails von der Chefin,
vor allem dann, wenn ich meine Mails so kurz gefasst habe, dass man schon fast
raten muss, was ich eigentlich sagen will. Vielleicht sollten alle einfach
versuchen etwas runterzukommen und einfach nur ihre Arbeit machen. Vermutlich
gibt es dann kaum noch Gründe überhaupt zu kommunizieren. Ich mag es, wenn man
lange Zeiträume vollkommen ohne Kommunikation mit Vorgesetzten auskommt.
Zwei meiner
Teilnehmer bekommen heute von mir eine Abmahnung serviert. Weil ich Porto
sparen will, übergebe ich die Abmahnungen persönlich. Das fördert den
Zusammenhalt, wenn ich dabei mitleidig gucke und erkläre, dass ich keine andere
Wahl habe. Und da ich seit gestern mehr als nötig mit Menschen rede, ist mein
Handeln nur konsequent und die Teilnehmer sehen auch direkt ein, dass es keine
andere Möglichkeit für mich gab. Weil ich eh gerade einen Lauf habe, kündige
ich einen der Teilnehmer, der eben noch seine Abmahnung bekam, gleich im
Anschluss, weil er zu schlecht deutsch spricht, um einen Job zu bekommen. Man
muss auch mal konsequent sein. Meiner Quote schadet das nur unwesentlich, da
ich diese Woche noch zwei Teilnehmer verabschiede und erst dann die Quote
erstmals unter 40% sinkt. Mit den richtigen Leuten kann man viel erreichen. Mit
mir eher weniger.
Am Nachmittag
der übliche Ablauf. Ich esse etwas und gehe im Anschluss spazieren. Da Petra
weiter verseucht ist, gehe ich auch heute alleine. Auf Kommunikation mit
anderen Menschen, die mir unterwegs begegnen, verzichte ich bis auf eine kleine
Ausnahme. Wie so oft treffe ich den alten Mann, der immer mit einer Flasche
Bier auf einer Bank sitzt. Wie üblich fragt er, ob ich eine Uhr habe und wie
spät es ist. Ich sage die Uhrzeit, er bedankt sich und unser Ritual ist
beendet.
Nach dem
Spaziergang bereite ich die Brote zu und anschließend das Müsli für morgen. Es
ist etwa 19.00 Uhr und mein Tag ist gelaufen. Überraschender Höhepunkt des
Tages wird das spontane Telefonat mit Agnes. Anschließend schaue ich, wie
üblich, The Big Bang Theory bis ich gegen 21.30 Uhr ins Bett gehe, um noch ein
wenig zu lesen.

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