Eine Woche fast wie jede Woche 4

Donnerstag
Die Nacht ist erneut
wenig erholsam. Ständig wache ich wegen meiner Nackenschmerzen auf. Wenn das
doch nur jemand einrenken könnte. Um kurz vor fünf weckt mich zur Abwechslung ein
schreiendes Kind. Minutenlang schreit dieses Kind. Ich stehe auf, gehe zur
Toilette, das Kind schreit weiter. Ich überlege kurz die Balkontür zur
schließen, bin dann aber Neugierig und trete auf den Balkon, um zu gucken, ob
es was zu sehen gibt. Das Kind schreit weiter. Im Haus gegenüber ist in einem Schafzimmer
das Licht eingeschaltet. Durch den geschlossenen Vorhang erkenne ich ein Bett
und ein Kind, welches neben dem Bett steht. Kaum habe ich das Kind erblickt, hört
es auf zu schreien und geht aus dem Zimmer. Fast wie in einem Horrorfilm.
Wirklich schlafen kann ich anschließend auch nicht mehr. Der Tag fängt wirklich
gut an.
Verspannt, mit
leichten Magenkrämpfen und halbwegs verstopfter Nase sitze ich schon bald im
Büro. Zwei meiner Teilnehmer haben heute ihren letzten Tag. Meine
Erfolgslosigkeit als Jobcoach setzt sich weiter fort. Noch immer konnte ich
nicht einen einzigen Teilnehmer irgendwohin vermitteln. Ich bin so nutzlos wie
ein vollgerotztes Taschentuch am Straßenrand.
Nach dem Mittag
kommt ein Teilnehmer meiner Kollegin vorbei. Ich hatte ihn während ihres
Urlaubs betreut und dann behalten. Das hätte ich nicht tun sollen, denn nun
ruiniert er meine makellose Bilanz von null Vermittlungen, weil er einen
unterschriebenen Arbeitsvertag vorlegt. Man darf einfach keine Teilnehmer
übernehmen, weil das nur zu unnötigen Verfälschungen der Gesamtstatistik führt.
Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich zu seinem Erfolg kein Stück
beigetragen. Ich war nur zufällig anwesend und habe die Bewerbung abgesegnet.
Wie konnte mir nur so ein Fauxpas passieren?
Brandy indes
wundert sich, dass es gar keine aufregenden Mails der Chefin mehr gegeben hat,
obwohl sie fest damit gerechnet hat. Für mich ist das nicht so überraschend,
weil Brandy ja einfach nur das getan hat, was ihre Aufgabe ist. Da muss man
dann auch nichts diskutieren.
Nach der Arbeit
das übliche Ritual. Nur das statt des Spaziergangs das wöchentliche Treffen mit
Heiko und Markus stattfindet. Wir sitzen zwei Stunden zusammen, reden über dies
und das und dann ist der Abend auch schon wieder vorbei. Als ich gegen 22.45
Uhr nach Hause komme, bin ich so platt, dass ich sogar vergesse meine Uhr
abzunehmen und spontan einschlafe.

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