Schlechter Coach zurück im Büro

Ich hatte durchaus ein Chaos erwartet bei meiner Rückkehr, aber nicht unbedingt, dass es so durcheinander ist. Die Anwesenheitsliste der letzten Woche ist voller falscher Einträge, die ich erst wieder bereinigen muss, um zu erkennen, wer überhaupt anwesend war. Anschließend schreibe ich drei Abmahnungen, eine Kündigung und eine Einladung. Ich versuche Abmahnungen eigentlich zu vermeiden, aber hier kann mir leider keiner Gründe nennen, warum die Dinge so sind, wie sie sind.

Der dritte Mann ist heute erstaunlich aktiv, er schreibt brav Berichte und scheint seine Kommunikationslethargie, zumindest uns gegenüber, mit den Teilnehmern spricht er wie zumeist nicht sehr viel, abgelegt zu haben. Hoffentlich bleibt das so. Mit Teilnehmern rede ich allerdings heute auch kaum, da die meisten meiner Teilnehmer gar nicht da sind. So habe ich Zeit, mich um andere Dinge zu kümmern. Zum Beispiel um das Portobuch. Daher erkenne ich rasch, dass weniger Briefmarken da sind als da sein müssten. Irgendwas muss da in den letzten Tagen meiner Abwesenheit schiefgelaufen sein. So habe ich eine nette Zusatzaufgabe, dieses Problem zu beseitigen und die verschwundenen Briefmarken aufzustöbern.

Während ich auf der Suche nach Briefmarken bin, werde ich von meiner Lieblingsbetreuerin vom Jobcenter kritisiert. Ihren Arbeitslosen, der Angst vor Scheren hat, wollte ich unbedingt als Lagerhelfer unterbringen, was in ihren Augen völlig schwachsinnig ist. Außerdem sah ich seine Zukunft bei irgendeinem Personaldienstleister, was sie überhaupt nicht nachvollziehen kann. Hätte ich ihn sich als Fahrer bewerben lassen oder direkt als Fahrer vermittelt, so wäre er längst in Arbeit. Daher soll er erneut in unsere Maßnahme kommen, darf aber auf keinen Fall von mir betreut werden. Das möchte ich auch gar nicht, denn mir reicht es vollkommen einmal pro Teilnehmer zu versagen. Was ebenfalls gegen mich spricht ist die Tatsache, dass ich Omi damals betreut habe und sie keinen Job fand. Nun ist sie erneut in der Maßnahme, ich betreue sie nicht mehr und sie wird am Freitag einen Arbeitsvertrag unterschreiben. Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass ich vermutlich in der Verwaltung ohne jeglichen Kundenkontakt besser aufgehoben bin.

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