Brandy weint

Ich kann da einfach nichts mit anfangen, wenn eine Kollegin weint. Wenn mein Handeln dafür mitverantwortlich sein soll, fühle ich mich gleich noch unbehaglicher. Dabei habe ich es nur gut gemeint als ich Brandy quasi aus dieser Maßnahme geschrieben habe und der Chefin sagte, dass wir sie nicht benötigen. Ich hatte nämlich das Gefühl, dass sie genug andere Aufgaben hat und das hier nur belastend für sie ist. Stattdessen bekam sie einen vor den Latz, weil sie hier vor Ort nichts zu tun hat und es stellte sich die Frage, was sie die ganze Zeit überhaupt macht so ohne Aufgaben. All das wurde wohl nicht unbedingt liebevoll vorgetragen, so dass Brandy nun völlig aufgelöst im Büro ihren Tränen freien Lauf lässt, während ich erkläre, dass ich es nur gut gemeint habe. In dem Fall ist gut gemeint wohl leider nicht gut gemacht. Aber weil meine Kollegin halt nicht da ist, spiele ich mich hier wie der große Planer und Entscheider auf. Und dann kommt dabei so etwas raus. In Zukunft sollte ich besser schweigen, denn ich will ich doch nur Harmonie und Wohlbefinden für alle. Für heute bin ich damit kläglich gescheitert. Und weil durch meine bloße Anwesenheit und meine warmen Worte keine Tränen trocknen und niemandem geholfen ist, mache ich einfach  einen Mittagsspaziergang, um der von mir mitproduzierten Situation zu entfliehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.