Es waren einmal drei Sozialpädagogen

Fast unbemerkt ist der Rentner, der noch ein wenig als Sozialpädagoge in diesem Unternehmen tätig sein wollte, verschwunden. Vor ein paar Wochen verabschiedete er sich in den Urlaub und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Er taucht auch nicht mehr in der Mitarbeiterdatenbank auf. Möglicherweise ist er an Altersschwäche gestorben. Armer Kerl

Letzte Woche hatte Cordula genug und kurzfristig gekündigt. Sie geht lieber zurück in die Arbeitslosigkeit statt hier weiter beschäftigt zu sein. Nicht, dass sie am Ende als Teilnehmerin zu uns zurückkehrt.

Und Steffi hat ebenfalls gekündigt. Eine durchaus mehr als logische Entscheidung, da ihr hier einfach die Wertschätzung fehlt und Leute wie ich, die es gar nicht beurteilen können, einfach behaupten, sie hätte genug Zeit ein paar Listen zu machen. Dass sie gar keine Zeit hat, beweist sie auch weiterhin bravourös. Bewerbungen, die ihre Teilnehmer geschrieben haben, sortierte sie ordentlich in zwei Stapeln auf dem Tisch. Die Briefe auf dem einen Stapel hat sie frankiert, die auf dem anderen nicht. Dazu hat sie Briefmarken gelegt. Nun ist es ja so, dass sie nach Feierabend bei der Post vorbeikommt und die Briefe hätte einwerfen können, doch weil das nicht zu ihren Aufgaben gehört, liegen halt manche dieser Briefe schon seit Freitag auf dem Tisch. Heute ist Mittwoch. Und weil Brandy in den letzten Tagen frei hatte, mussten die Briefe auf ihre Rückkehr warten, um endlich verschickt zu werden. So ein Portobuch führt man schließlich auch nicht nebenher, wenn man eine hochdekorierte Sozialpädagogin ist. Fragt sich nur, wer diese Koryphäe ersetzen soll.

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