Facharztroutinen

Mindestens sechs Jahre hindern mich Knieschmerzen schon am Joggen. Diverse Ärzte habe ich konsultiert und nicht einer konnte auch nur ansatzweise helfen. Und eigentlich hatte ich mit dem Thema auch abgeschlossen, doch da ich nun seit über einem Jahr gar keinen Sport mehr mache, wollte ich einen letzten Versuch wagen, bevor ich mich endgültig in die Altersbewegungslosigkeit verabschiede.

Bevor ich überhaupt vom Arzt untersucht oder befragt werde, schickt man mich erstmal zum Röntgen, was mir merkwürdig vorkommt. Aber letztlich ist es auch egal, denn egal ob vor oder nach dem Gespräch, röntgen ist sowieso Pflicht. Das kenne ich nicht anders und es führte bisher immer nur zu der Aussage, dass man auf den Röntgenbildern nicht wirklich was erkennen kann. So auch heute. Ich erzähle dem Arzt von meinen Beschwerden, er guckt sich das Knie an, biegt etwas, drückt etwas und kann, wer hätte das gedacht, nichts feststellen. Also ordnet er eine MRT-Untersuchung an. Gab es irgendwann auch schon mal, wenn ich mich recht erinnere. Doch da ich mir vorgenommen habe ein letztes Mal alles mitzumachen, soll es halt so sein. Dazu schreibt er mir fünf Ultraschallbehandlungen auf. Ich habe zwar derzeit keine Beschwerden, weil ich nicht jogge, aber Ultraschall hatte ich noch nicht, da kann man das ja einfach mal mitnehmen. Immerhin sagt er nichts von möglichen Zuzahlungen. Weil es gerade so gut läuft, möchte er mir noch ein Tens-Gerät aufschreiben. Ich weise darauf hin, dass ich schon eins habe und das Thema ist durch. Ob und wie ich das nutze, wird nicht gefragt. Warum auch? Sollte beim MRT nichts festzustellen sein, werde ich an einen Kniespezialisten überwiesen. Damit verabschiedet sich der Arzt und die junge Frau, die alles mitnotiert hat, macht die Überweisung fertig und wünscht mir gute Besserung. Perfekte Routine vom ersten bis zum letzten Moment.
In der Therapieabteilung lasse ich mir die Termine für die Ultraschallbehandlung geben. Das bedeutet, ich fahre bald für Behandlungen, die zehn Minuten dauern, fünfmal nach Waltrop. Die letzte Behandlung ist im Januar. Wieso bin ich nur so skeptisch, dass es irgendwas nützen wird?

Der MRT Termin findet am 05.12. in Castrop-Rauxel statt. Danach wissen wir vielleicht mehr, oder weiterhin nichts. Ich sollte mir echt ein anderes Hobby zulegen, anstatt mich irgendwelchen Arztroutinen hinzugeben. Oder bin ich nur zu skeptisch und dieses Mal wird alles anders, auch wenn es nicht so scheint?

6 Gedanken zu „Facharztroutinen“

  1. Laufe einfach so oft es geht barfuß und jogge auf weichen Böden. Nimm Schuhe mit möglichst wenig Dämpfung und alles wird gut. Die Ärzte wollen nur Geld verdienen. Buchtipp: Born to run. LG

  2. Muss es denn gleich das Joggen sein? Erstmal kleiner anfangen? Zügig walken (und ich meine wirklich zügig und nicht so ein “Oma geht spazieren”-Tempo), zwischendurch immer mal wieder einen kleinen Sprint einlegen und schauen, was das Knie “sagt”?

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