Vertragsgespräch

Plötzlich und unerwartet besucht uns die Chefin und der Grund dafür bin ich. Grund für irgendwas zu sein, versuche ich meist zu vermeiden, doch immer geht das leider nicht. Wenige Augenblicke später befinden wir uns auch schon im Vertragsgespräch. Ob ich zufrieden bin, ob es etwas gibt, was meiner Meinung nach verbessert werden könnte und vor allem, ob ich andere Pläne habe oder bleiben möchte. Da ich selten bis nie Pläne habe, sage ich nur, dass ich zufrieden bin so wie es ist. Ob das wirklich klug ist, werde ich wohl nie erfahren. Vermutlich bin ich ein pflegeleichter und bequemer Mitarbeiter. Zwei Optionen gibt es für mich. Ich kann einen befristeten Vertrag, der an die Maßnahme geknüpft ist, bekommen oder einen unbefristeten. Zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden mochte ich noch nie, weil man ja vorher nie weiß, was besser ist. Erschwerend kommt hinzu, dass ich meist nicht einmal weiß, was ich will und mir vieles egal ist. Da es aber ziemlich bescheuert wäre, auf die Frage, welchen Vertrag man bevorzugt, zu antworten, dass es einem egal ist, sage ich wahrheitsgemäß: „Das ist mir egal.“ Da muss man als Chef doch denken, dass man da jemanden vor sich hat, der irgendwie sonderbar ist. Weil ich insgesamt zufrieden bin, keine anderen Pläne habe und man auch nach der Maßnahme davon ausgeht, mich irgendwo unterbringen zu können, einigen wir uns am Ende auf einen unbefristeten Vertrag. Dies wird somit mein erster unbefristeter Vertrag und ich weiß wirklich nicht, wie ich damit umzugehen habe. Glücklicherweise hat meine Chefin längst erkannt, dass ich ein komischer Kauz bin, weshalb sie mein merkwürdig unbeteiligtes Verhalten nicht weiter kommentiert oder hinterfragt.

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