| Donnerwetter - Das war wohl nix |
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Ende August 2011 kaufe ich über Groupon einen Gutschein für eine Scheibentönung der hinteren drei Fenster meines Fahrzeugs bei Autofolien Donner in Essen. Am 10. September 2011 erscheine ich pünktlich zu meinem telefonisch vereinbarten Termin. Die Werkstatt liegt versteckt in einem Hof in der Schönebecker Str. 52 in Essen. Mein erster Eindruck ist alles andere als gut. Die Werkstatt bietet nur noch Platz für einen PKW. Der Rest der Werkstatt ist vollgestellt. Vor der Werkstatt, besser gesagt, halb in der Werkstatt steht ein Fahrzeug an dem offenbar gerade gearbeitet wird. Das Fahrzeug passt nicht in die Werkstatt, weil in der Werkstatt ein Mercedes CLS steht. Der Firmenchef, ein Mann der locker 100kg auf die Waage bringt, ist in der Werkstatt. Raus kann er nicht, weil das Fahrzeug den Ausgang blockiert. Ich bin nicht wirklich angetan. Und es wird noch besser. Als ich dem Chef sage, dass ich um 09.30 Uhr einen Termin habe, ist er irritiert. Den Termin hat er wohl vergessen einzutragen. Weil er ein flexibler Mann ist, sagt er, dass das kein Problem ist und mein Fahrzeug als nächstes dran ist. Dann verschiebt er seinen 11.00 Uhr Termin um ein bis zwei Stunden und ruft seinen Mitarbeiter an, weil es zu zweit ja viel schneller geht. Sein Mitarbeiter geht leider nicht ans Telefon. Und das, obwohl der Mitarbeiter heute auf jeden Fall kommen sollte, weil so viel zu tun ist. Ich bleibe ruhig. Entweder ist das hier eine reine Improvisationswerkstatt mit Laiendarstellern, oder es wirkt nur so und ist am Ende doch gut. Weil mir der Chef trotz des Chaos sympathisch ist, hoffe ich, nein, ich bin sogar irgendwie zuversichtlich, dass hier gute Arbeit abgeliefert wird. Die nächste Zeit verbringe ich wartend vor der alten Werkstatt. Es ist bereits nach 12.00 Uhr als der andere Wagen fertig ist und ich an der Reihe bin. Weil mein Auto zu groß ist, um es zwischen Tür und Werkstatt zu stellen, fährt der Chef den Mercedes CLS raus und ich meinen Wagen rein. Der Chef erzählt mir, dass die Groupon Aktion nicht gut für ihn war und er zu viele Scheibentönungen verkauft hat. Sein Mitarbeiter hat sich noch immer nicht gemeldet. Kommt mir merkwürdig vor. Äußerst merkwürdig. Der Chef macht sich an die Arbeit. Er schneidet die Folie fürs Heckfenster, klettert in mein Fahrzeug und wirft kurz danach die Folie weg. Versuch 1 ging schief. Meine Heckscheibe ist groß, da kann so etwas mal vorkommen. Der zweite Versuch gelingt. Immerhin. Das linke hintere Seitenfenster macht Schwierigkeiten. Auch hier misslingt Versuch 1. Zeit für eine kurze Pause. Der Chef geht raus zu dem Mercedes CLS. Dieser wurde komplett mit Folie überklebt. Tolle Folie, doch leider gespickt mit einigen unschönen Bläschen. Der Chef sagt, dass die in der Sonne von alleine verschwinden. Trotzdem sticht er die Blasen auf. Wirklich verschwinden sie davon jedoch nicht. Während ich mir den CLS so anschaue, entdecke ich recht viele dieser kleinen Bläschen. Meine Hoffnung, dass meine Scheiben am Ende gut aussehen, sinkt. Der Chef klebt nun die zweite Folie ein und erzählt mir, dass sein Mitarbeiter auf dem Weg ist. Ich frage mich auf welchem Weg der wohl ist. Der zweite Versuch klappt. Noch eine Scheibe bis es vorbei ist. Es ist bereits nach 15.00 Uhr. Der Chef erzählt mir, dass er eine andere Werkstatt mieten will. In besserer Lage mit mehr Platz. Dann kann er auch mehr Geld für seine Arbeit verlangen. Ich finde, dass die Preise schon hoch genug sind. Vor allem, wenn ich mit den Mercedes CLS so angucke. Von mir würde er dafür kein Geld bekommen.
Der erste Versuch an der letzten Scheibe ist gerade fehlgeschlagen als der Mitarbeiter endlich erscheint. Knapp über zwanzig Jahre alt ist dieser und wirkt ziemlich desinteressiert. Er setzt sich in mein Auto und bearbeitet die eingeklebten Folien mit einem Fön. Währenddessen schlägt auch Versuch 2 an der Seitenscheibe fehl. Langsam fürchte ich, dass ich hier gar nicht mehr wegkomme. Es ist bereits nach 16.00 Uhr als der Donnervogel ankündigt, dass er nur noch einen dritten und letzten Versuch unternimmt und dann aufgibt. Ich bin durchaus angepisst. Nachdem alles wieder zusammengebaut ist, sagt mir der Chef, dass, wenn es kleine Bläschen gibt, diese nach ein paar Tagen verschwinden. Trotz meiner Zweifel bedanke ich mich für die Mühe, die er sich gemacht hat. Auch wenn das alles vollkommen chaotisch war, finde ich den Donnervogel und seine leicht tollpatschige Art noch immer irgendwie sympathisch und wünsche mir, dass ich am Ende zufrieden mit dem Ergebnis seiner Arbeit bin. Er sagt, dass ich ihn weiterempfehlen soll. Mache ich, wenn am Ende alles gut aussieht. Wirklich daran glauben kann ich allerdings nicht. Es ist 19.34 Uhr. Ich will nur noch hier weg. Nach zwei Tagen ist deutlich zu erkennen, dass die Folien voller Blasen sind. Selbst die Heckscheibe ist voll von kleinen Blasen. Dabei hatte ich so gehofft, dass wenigstens dort keine Fehler zu sehen sind. Weil diese Blasen nach einer Woche noch nicht weg sind, rufe ich den Donnervogel an, um es ihm mitzuteilen. Er ist noch immer zuversichtlich, dass die Blasen von alleine verschwinden. Optimistischer Träumer und Betreiber einer Hobbybastelwerkstatt. Wir vereinbaren, dass ich am Samstag, den 24. September, vormittags zu ihm komme, damit er die Blasen entfernen kann. Wie vereinbart, erscheine ich am 24. September 2011 zur Beseitigung der Fehler. Doch dummerweise ist außer mir niemand da. Das Tor zur Hobbybastelwerkstatt ist verschlossen. Keine Spur vom Donnervogel. Nur gut, dass ich seine Nummer habe. Gar nicht gut, dass er nicht ans Telefon geht. 50 Kilometer umsonst gefahren. Das kann echt nicht wahr sein. Das Ganze wird mehr und mehr zur Farce. Ich gehe in die Stadt, trinke etwas und versuche es gegen 12.00 Uhr nochmal. Die Werkstatt ist weiterhin verschlossen, der Hobbywerkstattbetreiber weiterhin nicht erreichbar. Ich schreibe ihm eine SMS, dass ich sein Verhalten unmöglich finde. Keine Reaktion. Ich fahre nach Hause. Dort angekommen schreibe ich ihm eine Mail. Er soll mir einen Vorschlag machen, wie wir die Sache regeln können. Mein Vorschlag. Geld zurück und Folien raus. Ich setze ihm eine Frist bis Mittwoch und kündige rechtliche Schritte an. Ich erwarte nicht, dass er auf meine Mail reagiert. Am nächsten Tag putze ich die Scheiben und schaue mir die Folien ganz genau an. Die Heckscheibe ist nicht nur voller Blasen, sie ist auch voller Kratzer. Schlechter hätte ich es wohl auch nur unter größter Mühe hinbekommen. Zu den Seitenschreiben kann ich auch nichts Gutes sagen. Sie sind ebenfalls eine Katastrophe. Die Krönung des ganzen Malheurs offenbart sich bei der ersten Fahrt in der Dunkelheit. Wenn die Scheinwerfer der hinter mir fahrenden Fahrzeuge meine Heckscheibe anleuchten, sehe ich im Spiegel nur Kratzer, Bläschen und Fehler. Ich kann den Laden echt jedem empfehlen, der auf schlechte und unprofessionelle Arbeit steht. Allen anderen kann ich nur davon abraten. Am folgenden Mittwoch erhalte ich eine Mail. Der Donnervogel entschuldigt sich, schreibt, dass er krank war und möchte meine Bankverbindung, um das Geld zurück zu überweisen. Irgendwie tut er mir jetzt leid. Er hat sich immerhin bemüht und scheint ein netter Kerl, der leider äußerst schlechte Arbeit abgeliefert hat, zu sein. Und ich bin ein zurecht unzufriedener Kunde und gespannt, ob und wann er mir das Geld überweist. Außerdem frage ich mich, ob ich irgendwann bei einem anderen Anbieter einen weiteren Versuch wagen soll. Völlig unüberraschend überweist der Donnervogel mir das Geld nicht zurück. Ich beschwere mich über die völlig unprofessionelle Arbeit des Herrn Donner bei Groupon. Groupon erstattet mir daraufhin den Betrag zurück. Jetzt muss ich nur noch die Folien irgendwie wieder aus meinem Auto entfernen. Alles andere ist nicht akzeptabel. Haben andere Kunden auch so schlechte Erfahrungen mit AutoFolien Donner und dem Donnervogel gemacht, oder bin ich nur eine Ausnahme?
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©September 2011
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