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Meine Ex-Nachbarin - Ein Schicksal von vielen

1999 zieht eine bedauernswerte Person aus Rußland nebenan in die viel zu kleine 2 1/2-Zimmer Wohnung ein. Sie zieht allerdings nicht alleine dort ein, sondern zusammen mit ihren zwei Kindern. Die drei haben kaum Platz zum atmen in der kleinen Wohnung. Später zieht auch noch irgendein Typ bei ihnen ein und hin und wieder übernachten noch andere Menschen bei ihr. So viele Menschen in einer so kleinen Wohnung. Sicherlich eine schlimme und unerträgliche Situation für die armen Leute. Sie haben so wenig Platz, dass sie ihren Schuhschrank im Hausflur abstellen müssen. Was für eine Tragödie.

Die Nachbarin ist anfangs sehr still und ich befürchte, dass sie niemanden mag oder schüchtern ist. Doch das ist es nicht. Sie spricht einfach unsere Sprache nicht. Und weil dies kein Dauerzustand sein kann, bekommt sie nach einiger Zeit einen Deutschkurs geschenkt.


Irgendwann kann sie sich dann endlich ein Auto leisten. Glücklich und zufrieden fährt sie seitdem mit ihrem Auto durch die Gegend. Und so hat sie fortan wenigstens etwas zu tun, während ihre Kinder in der Schule sind. Warum der Wagen allerdings in Gütersloh angemeldet ist, was man am Nummernschild erkennen kann, bleibt mir ein Rätsel. Darf sie als Sozialhilfeempfängerin etwa kein Auto haben?

Im Juli 2001 bekommt die kleine Familie endlich eine größere Wohnung, was mich sehr freut, denn so konnte es einfach nicht weiter gehen. Und so findet diese anfangs so traurige Geschichte doch noch ein gutes Ende.


© Juli 2001