Die Welt des DrSchwein
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Januar 2009


Erster Ausflug 2009


Am Freitag, den 16. Januar 2009, um 22.27 Uhr machen Loerz und ich uns auf den Weg ins Maximilian. Wir wollen, bevor wir in die Live Station gehen, noch etwas trinken und gucken, was für prächtige Frauen dort für uns ausgestellt werden. Doch leider hält sich die Anzahl der prächtigen Frauen in Grenzen, so dass mir nichts anderes übrig bleibt als mich mit den beiden Nasenbären Agnes und Susen zu unterhalten. Susen schreibt irgendwas in einen Block und ich sage ihr, dass ich es entzückend finde, dass sie mir einen Brief schreibt. "Das Doofe ist nur, dass ich Deine Adresse nicht kenne." - "Das ist in der Tat doof, aber ich bin ja hier, um mir den Brief persönlich abzuholen." Sie findet das scheinbar so witzig, dass sie als nächstes meine Telefonnummer haben will. Versteh ich zwar nicht, vermute aber, dass sie mit ihrer Schwester Agnes einen Telefonnummernsammelwettbewerb gestartet hat, weshalb sie meine Nummer unbedingt haben will. Da sie mehrmals wiederholt, dass sie meine Telefonnummer nicht hat, gebe ich sie ihr. Ich helfe, wo ich kann. Außerdem gönne ich ihr den Sieg im Telefonnummernwettbewerb mehr als Agnes. Das liegt vermutlich daran, dass sie besser aussieht als Agnes und ich irgendwie oberflächlich bin. Als ich mich wenig später verabschiede, winkt Susen mir nach. Vermutlich aus Dankbarkeit, dass sie im Telefonnummernwettbewerb nun mit 1:0 führt.

Gegen 23.45 Uhr kommen wir in der Live Station an. Es ist verdammt voll. Ich stelle mich auf meinen Stammplatz und entdecke eine dunkelhaarige Frau, die oft hier ist. Sie guckt zu mir rüber. Da sie das sonst auch immer mal wieder getan hat, finde ich es zunächst nicht besorgniserregend. Doch heute ist es anders. Sie scheint mich regelrecht zu beobachten. Da ich nicht weiß, wozu das gut ist, lächle ich sie kurz an. Sie reagiert nicht, sondern guckt weiter. Ich gucke weg. Das bringt doch nichts. Mein Lächeln scheint sie allerdings noch neugieriger gemacht zu haben, denn jetzt ist es fast ein permanentes Beobachten ihrerseits. Ich wechsel den Standort, ihre Blicke folgen mir. Ich frage mich, was sie sich davon verspricht. Ich werde sie garantiert heute nicht ansprechen. Wenn sie Interesse hat, dann muss sie den ersten Schritt machen. Nur gucken bringt sie bei mir nicht weiter.

Erst gegen 01.00 Uhr entdecke ich Kaugummi Nadja, die ich heute hier treffen wollte. Da mir der Weg zu ihr zu beschwerlich erscheint, beschließe ich, später zu ihr zu gehen. Gegen 01.36 Uhr entdeckt sie mich und macht sich auf den Weg zu mir. Sie beschwert sich über DJ Firestarter und sagt, dass sie nie wieder in die Live Station kommen wird, wenn er hier auflegt. Sie sieht gruselig aus. Eine Mischung aus Rosemarie, nur ohne Baby, einer suizidgefährdeten Patientin aus einer Suchtklinik und einer Frau, die sich extra schrecklich anzieht, um ihre Weiblichkeit in extraordinäre Bahnen zu lenken. Selten hat mich eine Frau so abgetörnt. Warum tut sie das? Nichts an ihrem Auftritt ist in irgendeiner Weise anziehend. Perlen vor die Säue. Sie sagt, dass sie zurück zu ihren Begleitern muss und ich gerne später zu ihr runter kommen kann. Das will ich aber nicht, denn sie sieht krank aus. Zu krank, um mich heute noch einmal mit ihr zu unterhalten. Ich sollte ihr zu einer Therapie raten, verzichte aber darauf und sage ihr, dass ich vielleicht zu ihr kommen werde. Ich bleibe dabei so unverbindlich wie möglich. Eines Tages werde ich sie vielleicht fragen, warum sie sich zu einer Art Vogelscheuche der Neuzeit verwandelt hat. Vielleicht aber auch nicht. Zeit den Abend zu beenden.


Bernadette. Teil 2


Seit unserem Treffen schreiben wir uns hin und wieder über MSN. Es ist der 17. Januar 2009 als sie fest entschlossen zu sein scheint, dass wir uns endlich treffen, um Sex miteinander zu haben. Während wir kommunizieren zeigt sie mir ein paar erotische Bilder von sich und unser Hauptthema ist Sex. Scheinbar will sie mich möglichst bald vernaschen. Da mir ihre Bilder gut gefallen und ich Frauen, die direkt sind, sehr interessant finde, gehe ich auf ihre Andeutungen ein und sage ihr, dass ich seit dem Wochenende ein Bett habe, dass wir ausprobieren könnten. Sie lädt sich direkt zu einer Bettbegutachtung ein. Ich erkläre mich einverstanden, worauf sie mir mitteilt, dass sie, wenn sie schon einmal da ist, dass Bett auch gleich testen möchte. Alles andere wäre auch albern, weshalb ich zu ihrem Vorschlag nicht nein sagen kann. Ich frage sie, was sie bei unserem Treffen tragen wird. Sie zeigt mir ein Foto in einem knappen, schwarzen Outfit. Ich bin angetan und sage, dass sie genau das tragen soll. Allerdings weise ich sie darauf hin, dass sie die Nylons, die sie auf dem Foto trägt, besser zu Hause lässt, weil mich Nylons nicht begeistern. Abschließend klären wir die Frage der Unterwäsche. Schwarzer String mit passendem BH. Ebenfalls unverzichtbar sind schwarzlackierte Fingernägel, weil das einfach dazugehört. So soll es sein. Von meiner Seite steht einem erotischen Treffen nichts mehr entgegen.

Letztlich findet unser Treffen aber nicht statt, da sie an dem Tag, den sie selbst vorgeschlagen hat, nicht kann und vermutlich nicht wirklich an einem Treffen interessiert ist. Da ich auch nicht weiß, ob ich überhaupt noch will, frage ich auch nicht nach einem neuen Termin.


Neues aus der Umschulung


Einige meiner Mitschülerinnen und Virus ignorieren mich auch weiterhin recht gut. Ich finde es erstaunlich, dass Berta und Frau Klein sich so oft unterhalten. Ob sie sich gegenseitig darüber hinwegtrösten, dass sie mich nicht mehr haben? Der alte Mann, der in meinem Blog nicht gerade gut davon gekommen ist, grüßt mich und manchmal redet er sogar mit mir. Bei ihm könnte ich verstehen, wenn er nicht mit mir reden würde. Er ist einfach zu nett für diese Welt.

Meine Bilanz für den Januar ist durchwachsen. Die spießigen Frauen reden nicht mehr mit mir und ich habe zwei Fünfen und eine Zwei geschrieben. Ein wenig gelungener Jahresauftakt. Lutz war in diesem Jahr noch gar nicht in der Schule. Erst war er im Krankenhaus, dann haben wir nichts mehr von ihm gehört. Ich vermute, dass er nicht wieder kommen wird. Schade. Auch die Bachtänzerin, die in der Zwischenzeit Schwanger geworden ist, lässt sich nur äußerst selten in der Schule blicken. Ich denke, auch sie wird uns bald für immer verlassen. Das ist mir und den meisten anderen ziemlich egal, da sie alles andere als beliebt ist. Manche nennen sie sogar Hackfresse. Ich bin entsetzt. Wie können die nur so gemein sein?


Susi


Manchmal, wenn ich nichts mit mir anzufangen weiß und Frauen kennen lernen will, melde ich mich bei poppen.de an. Heute ist so ein Tag. Also suche ich mir einen schönen Namen aus und schon geht's los. Massig willige Frauen warten nur darauf von mir angeschrieben zu werden. Und diesmal überlasse ich nichts dem Zufall. Ich schreibe so ziemlich jede Frau aus meiner Umgebung, die einigermaßen akzeptabel aussieht, an. Bei Susi zeigt das Profilbild lediglich ihre Brüste. Da mir die Dinger zusagen, schreibe ich auch sie an. Zu meiner Überraschung ist sie die Einzige, die mir zurückschreibt. Sie kommt aus Unna und da ich keine Zeit für lange Dialoge habe, frage ich sie, ob wir nicht Fotos tauschen wollen, da ich gerne wüsste, wen ich da eventuell mal treffen werde. Sie ist einverstanden. Mein Foto scheint bei ihr anzukommen, denn sie schickt mir innerhalb weniger Minuten ein Foto von sich. Auf dem Foto ist ein süßer Hund neben einer etwa 50jährigen, übergewichtigen Frau mit übler Kurzhaarfrisur. Ich dachte, solche Frisuren wurden bereits in den 70er Jahren verboten oder wenigstens abgeschafft. Vermutlich hat man einfach vergessen sie darüber zu informieren. Weil ich mir sicher bin, keine 50jährige angeschrieben zu haben, schaue ich sofort in ihrem Profil nach. Dort steht, dass sie 33 Jahre ist. Ich bin schockiert. Hat die sich jünger gemacht oder sieht sie wirklich so alt aus? Mir ist das egal, denn ich will weder sie noch ihren Hund treffen, weshalb ich unverzüglich mein Profil bei poppen.de lösche.

Weil ich irgendwie große Angst habe, lösche ich auch meine E-Mail-Adresse, denn ich möchte nie wieder von der altaussehenden 33jährigen Frau mit dem Umfang eines Sumo-Ringers und der abstoßenden Frisur belästigt werden. Nie wieder. Und so endet ein weiterer Versuch ein aufregendes, sexuelles Abenteuer im Internet zu finden.


Schlechte Note


Als ich in einem Leistungstest eine glatte 5 produziere, werde ich darauf hingewiesen, dass ich so die Prüfung nicht schaffe und gefragt, wieso der Aufwärtstrend der letzten Wochen vor dem Praktikum so abrupt gestoppt wurde. Ich sage, dass dieser Aufwärtstrend nur Glück war, was Werner Lorant als Schwachsinn bezeichnet. Die Frage, ob ich schon zu einem Gespräch mit den zuständigen Damen aus dem Büro gerufen wurde, um über meine miese Leistung zu sprechen, verneine ich und weise darauf hin, dass solche Gespräche nichts bringen und ich darauf verzichten kann. Als ob sich die Note ändert, wenn man darüber spricht.
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