Zweites Zimmer gebucht

Völlig unvorbereitet und irgendwie auch spontan buche ich ein Zimmer für meinen Ausflug im Juli nach Lübeck. Manchmal überrasche ich mich regelrecht selbst. Es ist aber auch verlockend einfach so ein Zimmer zu buchen. Und alles geht scheinbar tatsächlich ohne Anzahlung. Nicht einmal meine Kontodaten muss ich hinterlegen. Da könnte ich fast in einen Rausch geraten und ein Zimmer nach dem anderen buchen. Und das Beste ist, dass man bis kurz vor Reisebeginn alles kostenlos stornieren kann. Das bedeutet für mich, ich kann es mir jederzeit anders überlegen. Nur für den Fall, dass ich panisch werde oder sonstige Störungen auftreten. Vielleicht war früher doch nicht alles besser.

Erstes Zimmer gebucht

Mein erster Ausflug des Jahres ist gebucht. Im Mai besuche ich Bremerhaven. Hoffentlich war das eine kluge Wahl. Ich habe mich für drei Nächte entschieden, weil man es auch nicht übertreiben soll mit dem Reisen. Außerdem brauche ich nach so einer Reise sicher etwas Zeit mich in der Heimat wieder zurechtzufinden. Und da ich nur eine Woche Urlaub habe, wäre ein längerer Aufenthalt sicher unverantwortlich gewesen.
Nachdem das erledigt ist, will ich den zweiten Ausflug auch gleich buchen, doch irgendwie habe ich plötzlich Zweifel, denn zwei Ausflüge in nur einem Jahr sind schon eine gewagte Sache, wenn man einen an der Waffel hat. Außerdem muss ich schauen, ob Lübeck nicht doch zu weit weg ist und ich für den zweiten Ausflug ein näheres Reiseziel wählen muss. Schließlich ist alles, was einen gewissen Radius überschreitet, eine ziemliche Herausforderung für Menschen wie mich. Mal schauen, ob ich es morgen schaffe. Oder übermorgen. Oder überhaupt.

Ein fast normales Wochenende

Es ist Samstag, Petra und ich waren zusammen essen, Manni war zusammen mit jemand anderem essen, Petra und ich waren einkaufen und jetzt sitzen wir mit Manni bei Kanne in Lünen und reden und reden und um uns herum sitzen fast nur Rentner oder solche, die aussehen als wären sie welche. Und dann bekomme ich echte Zweifel, ob wir nicht mittlerweile näher an der Rentnerklasse sind als es nötig ist. Manni erzählt von künstlichen Knien, die er irgendwann brauchen wird, Petra von ihrer Leidensgeschichte und mir wird plötzlich klar, dass wir in diesem Moment vermutlich älter sind als alle um uns herum. Wir führen Gespräche bei denen ich mich früher immer abwenden musste, weil man davon höchstens Depressionen kriegt und die einen auch niemals weiterbringen. Das ist also aus mir geworden. War es das wirklich, geht das jetzt immer so weiter? Ununterbrochene Gespräche über irgendwelche Leiden? Weil mehr nicht bleibt? Ich frage die beiden, wie es sein kann, dass wir reden als wären wir bald tot und müssten demnächst beerdigt werden, wo wir doch im besten Alter sind. Vermutlich muss ich mir einreden, im besten Alter zu sein, um nicht direkt darum bitten zu müssen, dass man mich einschläfert. Ich meine, es ist ja nicht nur worüber wir reden, es ist ja auch so, dass dieser Ausflug zu den Rentnern hier, einer der Aktivitätshöhepunkte meiner Woche ist. Da kommt nichts mehr. Der Sarg kann gezimmert werden, ich komme bald zum Probeliegen. Was mich noch mehr erschreckt ist allerdings, dass ich kein Aufbäumen mehr verspüre. Während Manni vor Ideen für den Sommer sprudelt, habe ich nicht wirklich was vor. Aufstehen, arbeiten, essen, fernsehen, schlafen. Und wieder von vorn. Alles also exakt so, wie ich es nie wollte, aber eben auch so, wie ich immer schon war. Nur jetzt halt in alt mit weißen Haaren, einem Bauch und gesundheitlichen Kleinigkeiten, die mich spüren lassen, dass ich nicht mehr bin, was ich nie war. Ist doch toll. Nach dem aufregenden und aufschlussreichen Ausflug wird direkt der samstägliche Routinevorgang gestartet. Sportschau, zwei Filme, etwas Musik hören, einschlafen. Alles, was ein Mann meines Formats braucht.

Es folgt der Sonntag. Die Sonne scheint und Sonne bedeutet, dass man eine Ausrede weniger hat inaktiv zu sein. Doch so langsam wird auch das egal, denn ich muss nichts tun, wenn ich nichts tun will. Sonne hin oder her. Die Stimme, die immer wieder sagt, ich muss etwas unternehmen und so kann es nicht weitergehen, wird immer leiser und irgendwann wird sie verstummen, dann endlich kann ich meine Passivität akzeptieren ohne schlechtes Gewissen. Lange kann es nicht mehr dauern. So sitze ich tatsächlich seit 11.00 Uhr vor dem Fernseher und schaffe es erst nach 13.00 Uhr eine Dose mit Suppe zu öffnen, um wenigstens zu essen. Dann gucke ich einen Film mit Günther Pfitzmann und es ist mir egal, dass der Film typisch deutsch ist. Würde ich jetzt ein Feinrippunterhemd tragen und Reste meiner Suppe darauf verteilt haben, wäre das Bild perfekt. Ich sollte echt über Feinrippunterwäsche nachdenken. Weil Manni und Petra plötzlich einen Spaziergang machen wollen, muss ich meine Feinrippfantasien unterbrechen und mich anziehen. Der aktive Höhepunkt des Tages steht an. Während des Spaziergangs meckert Manni ständig über die schlechten Bodenverhältnisse und ärgert sich, dass seine Schuhe dreckig werden. Petra bekommt einen Ast ins Gesicht, woran ich Schuld haben soll, was ich gemein finde. Wir versuchen Gespräche über Krankheiten im Keim zu ersticken und merken, dass man uns nicht ernst nehmen kann. Nicht einmal wir können uns noch ernst nehmen. Dann ist der Spaziergang vorbei und ich sitze bis etwa 22.30 Uhr vor dem Fernseher. An Feinrippunterwäsche denke ich nicht mehr.

Weil mein Wochenende länger ist als für viele andere, habe ich einen weiteren Tag Zeit mich der Passivität hinzugeben. Immerhin koche ich am Montag etwas zu essen und gehe zum Friseur. Auf dem Weg stelle ich fest, dass das Wetter eigentlich zu schön ist, um zu Hause zu sein. Da Manni arbeitet, Petra einen Arzttermin hat und ich nicht weiß, was ich machen soll, gehe ich brav nach Hause, wo ich nichts weiter tue als nichts zu tun. Ich kann wirklich stolz auf mich sein. Nachdem Petra beim Arzt war, geht es ihr nicht gut, weshalb wir später nur einen kurzen Spaziergang machen können. Dann frage ich mich, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn ich meine Arbeitszeit verlängere, weil ich eh nichts mit meiner Freizeit anfangen kann. Da ich mir aber vorgenommen habe, niemals freiwillig länger als 30 Stunden in der Woche zu arbeiten, kann ich mich schon kurze Zeit später von dem Gedanken verabschieden, den Fernseher einschalten und mein langes Wochenende standesgemäß ausklingen lassen.

Unterhosen

Bei meiner letzten Unterhosenzählung im Juni 2016 befanden sich 47 Unterhosen in meinem Besitz. 47 Unterhosen zu haben klingt sehr vernünftig. In der letzten Woche bestellte ich mit acht neue Unterhosen und als ich eben nachzählte kam ich nur auf eine Anzahl von insgesamt 38 Unterhosen. Selbst mehrmaliges zählen änderte an der Anzahl nichts. Das bedeutet, dass ich in nicht einmal zwei Jahren 17 Unterhosen entsorgt oder verloren haben muss, ohne mir dafür Ersatzunterhosen zu bestellen. Das klingt wenig glaubhaft und für einen Mann mit meinen Verhaltensmustern absolut untypisch und unlogisch. Ich entsorge doch nicht in zwanzig Monaten 17 Unterhosen und kaufe dann lediglich acht neue. Ich glaube, irgendwas stimmt nicht mit mir. Kurz nach meiner letzten Zählung habe ich meinen aktuellen Job angetreten und ich vermute, dass es etwas damit zu tun haben muss. Scheinbar sind Unterhosen für mich als berufstätiges Lebewesen nicht mehr so wichtig. Möglicherweise habe ich in den letzten Monaten einfach mehr Wert auf andere Kleidungsstücke, die für andere Personen sichtbar sind, gelegt. Die Anzahl an Schuhen, Pullovern und Shirts ist seitdem jedenfalls gestiegen. Das ist alles sehr merkwürdig und die Zahl 38 gehört jetzt auch nicht zu den Zahlen, die irgendwie schön sind oder mir gar gefallen. Daher werde ich mir schnellstmöglich neue Unterhosen bestellen müssen. Am besten gleich neun auf einmal, dann wäre die alte Ordnung wiederhergestellt und ich müsste mir keine Gedanken mehr machen.

Urlaubspläne

Nachdem geklärt ist, dass ich auch dieses Jahr vermutlich nicht arbeitslos werde, fände ich zwei Kurzurlaube durchaus sinnvoll. Anfang Mai und Anfang Juli habe ich Urlaub, da kann der alte Opel mich irgendwohin transportieren. Weil ich nicht wirklich eine Ahnung habe, wohin es gehen soll, tendiere ich nach kurzer Überlegung zu Bremerhaven. Das könnte zu mir passen. Den anderen Ort auszuwählen ist schwieriger. Es gibt viele Orte, die einen Besuch lohnen könnten. Cochem, Saarburg, Melsungen sind in der engeren Auswahl, weil finanzierbar. Lübeck, Kiel und Papenburg haben Außenseiterchancen. Hamburg ist eigentlich für dieses Jahr geplant gewesen, aber irgendwie scheint es mir zu teuer und ich weiß nicht, ob es mich wirklich reizt. Wichtig ist, dass es Parkplätze vor meinem Hotel bzw. der Pension gibt, Dusche und WC mit niemandem geteilt werden müssen, und ich mich wohlfühle. Plan ist es, dass ich bis Ende der Woche einfach irgendwas buche, damit ich die Urlaube nicht zu Hause verbringe, oder für die Aufenthalte mehr zahle als mir lieb ist. Was mich etwas stört ist die Tatsache, dass Doppelzimmer oft um einiges günstiger als Einzelzimmer sind. Vielleicht sollte ich einfach ein Doppelzimmer buchen, um Geld zu sparen. Vielleicht sollte ich mich aber erstmal für die Reiseziele entscheiden.

Flurwoche

Offiziell werde ich immer leugnen, dass ich gewusst habe, ich wäre an der Reihe den Flur zu putzen. Obwohl der Putzplan direkt neben meiner Wohnungstür hängt, werde ich einfach sagen, dass ich mir so Pläne nicht ansehe, weil solche Pläne mich nur deprimieren. Schon alleine die Vorstellung, den Hausflur zu putzen, bereitet mir Unbehagen. Ich habe fast fünfzig Jahre derartigen Unsinn vermieden und nun so etwas. Dass meine Nachbarin zurück kommt und weiter für mich putzten kann, glaube ich nicht. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht einmal mehr, dass sie überhaupt zurückkehrt. Wenn ich nicht schnell Ersatz für sie finde, werde ich auf meine alten Tage echt noch zum Flurputzer. Das möchte ich nicht.

Essen und Schuhe

Diesen Samstag beschließen wir, etwas in der Thier Galerie zu essen, weil es da einfach leckeres Essen gibt und man nicht jeden Samstag am selben Ort dieselben Dinge essen sollte.

Anschließend kaufe ich mir spontan zwei Paar Schuhe, die sich tatsächlich ein wenig von meinen anderen Schuhen unterscheiden, weil diese nicht einfach nur schwarz sind, sondern leichte Farbtupfer vorweisen können, was man auf den Fotos nicht wirklich sieht. Dazu habe ich mir dann noch einen Schaum für Synthetikmaterialien andrehen lassen, weil so ein Schaum noch in meiner Sammlung fehlte. Wie ich mich kenne, werde ich den nie benutzen. Aber ich könnte, wenn ich wollte. Und darauf kommt es am Ende an.

Zu Hause angekommen stelle ich fest, dass ich nunmehr elf Paar Schuhe habe. Von den neun Paar Schuhen, die es bis eben waren, habe ich vier Paar im Wechsel getragen, die anderen fünf Paar waren einfach nur da. Somit habe ich nun sieben Paar Schuhe, die einfach nur da sind. Sollte ich mal eines der vier Paare, die ich tatsächlich trage, aussortieren, kann ich jederzeit auf eines der sieben Paare zurückgreifen. Oder ich kaufe mir dann einfach ein neues Paar. Es ist wirklich großartig, wenn man die Wahl hat und sich letztendlich immer für die selben Sachen entscheidet.

Zweimal Bochum und zurück

Ich kann es einfach nicht lassen, meine freien Montage mit irgendwelchen Terminen, die mit meiner Gesundheit zu tun haben, zu blockieren. Der erste Termin führt mich zu einem Orthopäden nach Bochum. Der Mann ist wohl eine Art Kniepapst. Nach einer Anreisezeit von etwa 45 Minuten, darf ich eine Stunde im Wartezimmer sitzen. Es ist ein großes Wartezimmer mit vielen Menschen und ich hasse es mit vielen Leuten in einem Raum zu sitzen. Zum Glück reden die meisten dieser Menschen nicht, sondern starren auf Ihre Smartphones und sind beschäftigt. Dennoch ist das alles mit zunehmender Dauer immer unangenehmer. Ich sollte mir echt ein sinnvolleres Hobby zulegen.

Dann bin ich endlich an der Reihe. Der Arzt biegt mein Knie hin und her und stellt irgendwelche Anspannungen/Verspannungen an den Bändern oder Sehnen fest. Zuhören war echt noch nie meine Stärke. Er zeigt mir die Aufnahmen, die vor ein paar Wochen gemacht worden, und erklärt mir dazu, was alles in Ordnung ist. Fast alles ist in einem einwandfreien Zustand.  Bleibt also dieses lästige und äußerst schmerzhafte Problem, genannt Läuferknie, was lange gebraucht hat, um sich so zu entwickeln, und lange brauchen wird, um zu verschwinden. Physiotherapie soll da helfen. Sechs Termine darf man mir aufschreiben, eventuell nochmal sechs und dann muss ich wiederkommen, wenn es noch nicht besser ist. Wichtig ist, dass ich die Übungen, die man bei der Physiotherapie mit mir macht, auch zu Hause mache. Zuhause bin ich sogar zu faul in der Nase zu bohren, wie soll ich mich da zusammenreißen und Übungen machen? Klingt unrealistisch. Es gibt auch die Möglichkeit eines operativen Eingriffs, wenn gar nichts mehr geht, aber es ist mehr als unwahrscheinlich, dass ich dazu irgendwann bereit sein werde. Dann gehe ich eben nie mehr joggen und werde immer unsportlicher und unsportlicher und unsportlicher. Wiederkommen möchte ich auch nicht, weil ich keine Lust auf Wartezimmer habe. Letztlich habe ich den kompletten Vormittag und kann meine Physiotermine sicher so legen, dass ich montags immer was zu tun habe. Schön bescheuert.

Nachdem ich die meiste Zeit des Tages irgendwo in der Wohnung lag, bin ich gegen 18.30 Uhr erneut in Bochum, wo ich wieder rumliege. Doch irgendwie will es mir nicht gelingen bei der Massage zu entspannen. So lange auf dem Bauch zu liegen ist einfach nichts für mich. Ständig muss ich meinen Kopf irgendwie anders positionieren und bin daher fast permanent in Bewegung. Dazu begleitet mich der ständige Gedanke daran, wie unpassend eine Erektion in so einer Situation wäre. So bin ich immer froh, wenn die Masseurin einen Punkt an meinem Rücken erwischt, der Schmerzen verursacht, denn Schmerzen erregen mich in der Regel eher nicht. Würde sie mit ihren weichen Händen nur sanft an mir rummassieren, könnte ich leicht in Verzückung geraten. Das möchte ich nicht. Wie soll man so entspannen?

Nach der Behandlung gibt es ein paar Procain-Injektionen in den Nacken. Dann muss ich mich auf den Rücken legen, um Injektionen in mein altes Knie zu bekommen. Kaum liege ich auf dem Rücken, lege ich die Decke über mich, damit möglichst wenig von mir zu sehen ist. Meine Figur mit diesem komischen Bauch wird mir immer peinlicher. Nach der Behandlung setzt sich die Heilpraktikerin entspannt auf die Liege, während ich mich ganz schnell anziehe. Ich schäme mich und bin alles andere als entspannt. Wieso fehlt mir nur der Ehrgeiz meinen alten Körper zu trainieren, damit der Bauch nicht weiter wächst? Nur gut, dass dieser Anblick nur bei der Massage oder Arztbesuchen zu einem echten Problem wird. Zu Hause unter der Dusche und beim Umziehen ist das zwar auch ein abstoßender Anblick, aber das sieht dann außer mir zum Glück niemand. Nie hätte ich es für möglich, dass ich mich mal so gehen lassen und mich dermaßen abstoßend finden würde. In zehn Jahren wird mir bestimmt schlecht bei meinem Anblick und ich muss mich dann immerzu übergeben. Gruselige Vorstellung. Mit dieser Vorstellung verabschiede ich mich und fahre nach Hause. Möglicherweise kann ich mich nicht mehr in Bochum massieren lassen.

Der Bachelor

Immer wieder, ohne dass ich es will, wird unsere Herrenrunde gewürzt mit TV-Formaten, die wehtun. Auf Wunsch von Markus schauen wir während unserer kleinen Runde den Bachelor. Das passiert uns jedes Jahr und ich glaube, es hat traditionelle Ausmaße angenommen. Größtes Problem bei der Sendung ist, dass Menschen präsentiert werden, deren Hirn irgendwann entnommen oder geschrumpft wurde, denen es aber nicht bewusst ist. So sieht der geneigte Zuschauer nette Frauenkörper, die nur solange schön anzuschauen sind, bis diese Wesen sprechen. Ein Sprachverbot wäre hierbei sehr hilfreich. Der diesjährige Bachelor macht den Fehler, den seine Vorgänger auch gemacht haben. Er redet viel und bumst zu wenig. Hätte er ein halbwegs funktionierendes Gehirn, würde er alle die jungen Dinger vernaschen und dann, wenn das Kamerateam eingeschlafen ist, abhauen. Tut er aber nicht. Stattdessen setzt er seinen Dackelblick auf und erklärt, dass er vom Gefühl her merkt, wenn eine Frau ihn anlügt. Außerdem hat er offene Augen. Er wirkt dann fast wie ein Poet. Ein Poet in einer Show für Menschen ohne Gehirn. Heiko, Markus und ich sind so fasziniert, dass wir so eine Sendung auch für ältere Menschen, so wie wir es sind wünschen. Midlife-Crisis-Bachelor. Schrumpeliges Dörrfleisch zum Anfassen. Eine gruselige Vorstellung. Währenddessen versichern einige der Damen, dass sie hoffen, durch die Sendung die Liebe ihres Lebens zu treffen. Herrgott, was soll denn das? Glauben die den Scheiß selbst? Und wenn ja, warum? Keine gönnt der anderen den Bachelor, doch ob die mit dem Typen tatsächlich mehr als nur flirten und poppen wollen, oder lediglich ihren Marktwert testen, kann abschließend nicht beurteilt werden. Vielleicht erhoffen sie sich die große Karriere im Anschluss. Ein paar Auftritte im TV. Schrottformate gibt es ja genug. Man könnte sie in den Dschungel sperren, diese aufgetakelten Hühner. Im Dschungelcamp könnten sie immerhin zurück zur Natürlichkeit gelangen.
Kurz bevor es die nächsten Rosen gibt, beindruckt der Bachelor noch mit einer Arschbombe. Geheuchelte oder echte Freude wühlt die jungen Damen dermaßen auf, dass sie wenige Augenblicke später ebenfalls in den Pool hüpfen. Eigentlich mag ich knackige Körper im Pool. In diesem Fall eher nicht. Frau des Abends wird für mich ein dunkelhaariges Suppenhuhn, welches laut eigner Aussage zu hundert Prozent ehrlich ist und zu tausend Prozent weiß, dass ein blondes Suppenhuhn lügt. Großartig. Leider verpassen wir die Vergabe der Rosen, weil wir alt sind und früh schlafen müssen. Nach so einem Abend weiß ich wieder, warum ich das TV-Programm meide. Menschen sind echt Fehlkonstruktionen und ich freue mich auf eine Welt voller Androiden und Roboter. Doof dabei ist nur, dass diese von Menschen konstruiert/erschaffen wurden.

Yankee Candle Star Anise & Orange + Sparkling Cinnamon

Sternanis und Orange ist eine gute Mischung, die tatsächlich fuchtig frisch riecht, aber leider sehr schwach ist. Mit einem Viertel Tart ist kaum etwas von dem Geruch zu merken, weshalb ich erstmals einen halben Tart genommen habe. Auch dann empfinde ich den Geruch als nicht wirklich intensiv, was wirklich schade ist.

Sparkling Cinnamon gehört zu den Gerüchen mit denen ich nicht wirklich etwas anfangen kann. Funkelnder Zimt klingt zwar schon verdammmt geil und lässt auch ein echtes Dufterlebnis hoffen, doch das stellt sich bei mir einfach nicht ein. Insgesamt ist das für mehr so ein Geruch, den man zwar mal ausprobiren kann, den ich aber nicht erneut brauche.