Filmperlen aus meiner Jugend 2

Beim zweiten Ausflug in die Filmvergangenheit widme ich mich drei Filmen von Regisseur Andrew V. McLaglen. In allen Filmen spielt Roger Moore eine Hauptrolle und vom Thema sind die Filme nicht unähnlich, was besonders deutlich bei den Wildgänsen und den Seewölfen zu sehen ist. Gespickt mit einer Reihe bekannter Stars der damaligen Zeit und Filmmusik, die ich mag. Dazu kommt, dass “Die Wildgänse kommen” seit vielen Jahren zu meinen Lieblingsfilmen gehört. So schließt sich mit dieser Filmauswahl ein weiterer Kreis.

Die Wildgänse kommen (Cinema Treasures) [Blu-ray]

Wie bereits erwähnt, gehört “Die Wildgänse kommen” seit Jahren zu meinen Lieblingsfilmen. Dabei ist es mit Sicherheit kein Meisterwerk und hat schon einige Schwächen. Doch mir gefällt einfach die Geschichte der Söldner, ich mag die Charaktere, die Filmmusik, die Synchronisation und den Ablauf. Somit gehört dieser Film zu einem erlesenen Kreis von Filmen, die ich seit den Achtzigerjahren immer wieder anschaue und der mittlerweile als Blu-Ray meiner Sammlung angehört. Gesehen dürfte ich den Film mindestens fünfzehn Mal gesehen haben und es ist davon auszugehen, dass noch einige Male dazukommen.

Sprengkommando Atlantik [Blu-ray]

An Sprengkommando Atlantik konnte ich mich kaum erinnern. Letztlich ist der Film aber besser als er in meiner schwachen Erinnerung war. Vermutlich fand ich ihn damals langweilig, weil nicht viel passiert und meist nur geredet wird. Aber dafür ist der Film wirklich spannend und hat mir jetzt ganz gut gefallen. Auf Albernheiten wird verzichtet und die meisten Darsteller können überzeugen. Aus heutiger Sicht unverständlich, dass ich das damals nicht so gut fand. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, das Sprengkommando Atlantik nochmal anzuschauen.

Die Seewölfe kommen

Der Film erinnert mich stark an “Die Wildgänse kommen”, bereitet mir allerdings keine so große Freude. Es gibt zwar viele Parallelen und viele Schauspieler, die schon bei den Wildgänsen dabei waren, sieht man auch hier, doch wirklich spannend ist das nicht. Der Humor funktioniert auch für mich nicht und gelegentlich wirkt das Vorgetragene schon etwas zu billig. Dennoch fand ich die Seewölfe besser als noch vor vielen Jahren, denn damals mochte ich den Film, soweit ich mich erinnern kann, überhaupt nicht. Die Musik, die ebenfalls sehr an die Wildgänse erinnert, hat mir aber wieder gut gefallen. Letztlich ist “Die Seewölfe kommen” ein ganz netter Film, den man sich durchaus ansehen kann. Ob man allerdings etwas verpasst hat, wenn man ihn nicht kennt, glaube ich nicht. Ich fand es dennoch schön, ihn nach all den Jahren mal wieder gesehen zu haben.

Einen Filmtrailer habe ich leider nicht gefunden.

Filmtipps 01.2018

Statt am Ende jedes Quartals die Filme, die mir am besten gefallen haben, vorzustellen, gibt es das in diesem Jahr am Ende jeden Monats, weil ich eh immer weiter und weiter Filme konsumiere. So werde ich den geneigten Leser in diesem Jahr einmal im Monat mit meinen Filmtipps belästigen.

Im Januar habe ich 20 Filme, so wenig wie seit Jahren nicht im Januar, geschaut und die nachfolgenden sind eine Empfehlung wert.

Die Frau in Gold

Die Frau in Gold ist der zweite Film, den ich in diesem Jahr gesehen habe und der erste, den ich hier empfehle. Perfekt besetzt wird eine spannende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, erzählt. Besonders erschreckend hierbei finde ich, dass Menschen auch heute noch so bescheuert sind, wie zur Nazizeit. Eine Weiterentwicklung hat in den letzten Jahren definitiv nur bei wenigen stattgefunden. Die Frau in Gold ist sehr spannend, emotional und gut umgesetzt. Die erste Empfehlung des Jahres lässt auf ein tolles Filmjahr hoffen.

In ihren Augen

In ihren Augen ist die nächste positive Filmüberraschung des Monats. Durchweg spannend mit einer guten Geschichte unterhält “In ihren Augen” über die gesamte Filmlänge und kommt mit einem für mich überraschendem Ende daher. Es gibt noch ein Remake des Films aus dem Jahre 2015 mit dem Titel “Vor ihren Augen”. Ich finde das Original besser, aber den Titel des Remakes passender, weil ich nicht verstehe, warum der Film im Original “In ihren Augen” heißt. Aber das ist auch irgendiwe unwichtig und ich kann das Original echt empfehlen.

More than Honey

More than Honey. Zur Abwechslung mal eine Dokumentation, die ich sehr spannend und informativ finde. Kann ich auf jeden Fall empfehlen und mache es hiermit auch.

Sieben Minuten nach Mitternacht

Sieben Minuten nach Mitternacht erzählt die Geschichte des zwölfjahrigen Conor O’Malley, dessen Mutter an Krebs erkrankt ist. In der Schule wird er regelmäßig verprügelt und hat Alpträume, die ihn sehr belasten. Eines nachts wird die alte Eibe, die am Freidhof steht, plötztlich lebendig, besucht Conor und erzählt ihm drei Geschichten.
Sieben Minuten nach Mitternacht ist ein sehr emotionaler Film, der mich sehr berührt und den ich mir aus genau diesem Grund nicht wieder ansehen werde. Doch genau deshalb kann ich ihn an dieser Stelle nur empfehlen.

Filmkritiken: Regeln spielen keine Rolle / Bad Neighbors 2 / Fürst der Dämonen

Obwohl mir das verlängerte Wochenende sehr wichtig ist, kann ich zumeist nichts damit anfangen. Vielmehr zieht es mich sogar runter, weil es mich nicht nur langweilt, sondern oft auch anödet. Wenn ich dann auch noch bei der Filmauswahl daneben liege, ist das Wochenende fast vollends versaut.
Nachfolgend gibt es eine kurze Kritik zu den Filmen, die mir dieses Wochenende vermiest haben.

Regeln spielen keine Rolle

Warren Beatty erzählt eine Geschichte von Howard Hughes und spielt direkt auch die Rolle des Howard Hughes. Vielleicht sind da zwangsläufig die Erwartungen etwas zu hoch, aber was „Regeln spielen keine Rolle“ zu bieten hat, ist selbst dann eine Enttäuschung, wenn man keine großen Erwartungen hat, sondern einfach nur unterhalten werden will. Doch genau damit tut sich „Regeln spielen keinen Rolle“ schwer. Das liegt unter anderem an der trägen Darstellung von Warren Beatty selbst. Das ist mitunterfurchtbar schrullig und einschläfernd, dass man sich immer wieder fragt, was für Beruhigungspillen der Hauptdarsteller vorher wohl eingeworfen hat. Dazu kommt ein merkwürdiger Humor, der ebenso zäh und träge eingestreut wird, dass es fast schon weh tut. Gewürzt wird alles mit einer Liebesgeschichte, die zwischendurch aber immer wieder in Vergessenheit gerät. Andererseits ist es beinahe faszinierend, wie einschläfernd Beatty seine Rolle vorträgt. Ständig hat man Angst, dass er gleich stirbt oder einfach umfällt und ein Nickerchen macht. Stattdessen aber schwängert er wohl Maria Mabrey (Lily Collins), die er bei der Gelegenheit dann auch heiratet. Also nicht wirklich, vielleicht aber doch. Jedenfalls wirkt die Szene irgendwie unbeholfen, wie so vieles in diesem Stück. Und so bekommt man gute zwei Stunden und ein paar Minuten extra etwas serviert, was einem wie ein halbe Ewigkeit vorkommt und fast schon weh tut.

Fazit: Was auch immer Warren Beatty bei diesem Film vorhatte, er hätte es besser gelassen.

Bad Neighbors 2

Mac (Seth Rogen) und Kelly (Rose Byrne) erwarten ihr zweites Kind und deshalb kotzt Kelly Mac beim Sex ins Gesicht. Damit macht der Beginn von Teil 2 sofort unmissverständlich klar, dass Teil 1 noch nicht das Ende schlechter Unterhaltung war und ist. Und man darf es vorweg nehmen, Teil 2 ist noch unerträglicher.
Erneut wird im Nachbarhaus eine Studentenbewegung heimisch und sorgt für Lärm und den einen oder anderen flachen Witz. Dass diese Studentenbewegung dort überhaupt einziehen kann, ermöglicht Teddy (Zac Efron), der bisher nichts aus seinem Leben gemacht hat. Es laufen die üblichen flachen Aktionen und Dialoge, benutze Tampons fliegen durch die Gegend und Mac ins Gesicht, das Baby spielt permanent mit einem Dildo und irgendwann wechselt Teddy die Seiten und kämpft gegen die Frauen der Studentenbewegung. All das ist maximal schrecklich anzuschauen und zu keinem Zeitpunkt witzig oder wenigstens annähernd unterhaltsam. Von der ersten bis zur letzten Minute ist Bad Neighbors 2 nur peinlich und lädt höchstens zum Fremdschämen ein. Ein wahrlich grausames Stück Filmgeschichte.

Fazit: Noch unerträglicher, abartiger und infantiler als Teil 1.

 

Fürst der Dämonen

Der Kartograph Dzhonatan Grin (Jason Flemyng) landet in den Karpaten und trifft dort auf merkwürdige Menschen. Er stellt fest, dass sich düstere Dinge abspielen und befindet sich schon bald in seinem ganz persönlichen, gruseligen Alptraum.
Eine durchaus spannende Geschichte, wird hier teilweise sehr lächerlich vorgetragen. Garniert mit einer Portion eigenwilligem Humor und einem fliegenden Sarg, verlangt der Fürst der Dämonen schon viel Geduld und Verständnis. Wer als Zuschauer da nicht sehr rücksichtsvoll ist, dem wird einiges von dem, was geboten wird, ziemlich auf die Nerven gehen. Da hilft dann auch die eigentlich recht ansprechende Optik nicht mehr weiter. Der Nervfaktor ist mitunter recht hoch und der dämliche Humor zu dämlich. Dazu macht sich gelegentlich auch noch eine gepflegte Langeweile breit. Daher macht der Fürst der Dämonen als Gesamtkunstwerk mit einer Länge von knapp über zwei Stunden einfach keinen Spaß.

Fazit: Ähnlich unterhaltsam wie ein Topf Erbsensuppe.

Weitere Filme dieser Art gibt es hier.

Filmsammlung 2018

Ob es noch zeitgemäß ist, eigene Filme auf Blu-Ray und DVD zu haben, kann ich nicht sagen. Es ist vermutlich auch unerheblich, was zeitgemäß ist oder nicht, weil man das letztlich für sich selbst entscheiden kann. Derzeit umfasst meine Sammlung 141 Filme. Manche davon habe ich gar doppelt, was zunächst sicher ziemlich merkwürdig erscheint, es aber nicht unbedingt ist. Die Erklärung, warum es notwendig ist, manche Filme doppelt zu haben, ist logisch und jederzeit nachvollziehbar. Ich hole aus. Vor einigen Jahren kamen 3D-Fernseher auf den Markt. Für mich sinnlos und ohne Zukunft. Was die Sinnlosigkeit angeht, hatte ich mich geirrt, denn ich liebes es, zu Hause Filme in 3D zu gucken. Was die Zukunft von 3D-Fernsehern angeht, hatte ich leider Recht. Es gibt kaum noch solche und die wenigen, die noch auf dem Markt sind, kosten einfach zu viel. So muss davon ausgegangen werden, dass ich, wenn mein 3D-Fernseher irgendwann stirbt, keinen 3D-Fernseher mehr bekomme. Daher habe ich alle 3D-Filme, die in meiner Sammlung sind, in einem Doppelpack gekauft. Darin befindet sich klugerweise auch die 2D-Version des Films, um auch in Zukunft nicht auf den Film verzichten zu müssen. Somit ergibt letztlich alles einen Sinn.

Die Zahl meiner Filme ist seit Jahren recht konstant, weil ich nur selten neue Filme aufnehme und gelegentlich Filme aus der Sammlung entferne, weil sie mir doch nicht mehr so gut gefallen, dass sie meine Sammlung bereichern könnten. Zum Abschluss meiner Ausführungen erwähne ich drei Filme, die ich für besonders empfehlenswert halte. Möglicherwiese wiederhole ich dies von nun an jährlich. Vielleicht aber auch nicht.

Ein echter Klassiker mit zeitloser Geschichte und großartigem Titellied ist und bleibt wohl für immer „12 Uhr mittags“. Gehört schon lange zu meiner Sammlung, zunächst als DVD mittlerweile als Blu-Ray. Die Geschichte eines Mannes, der sich gegen die Bösen stellt und von den scheinbar Guten, die jedoch nur Feiglinge sind, alleine gelassen wird, ist einfach überzeugend dargestellt. Fred Zinnemanns Western aus dem Jahr 1952 ist für mich einer der besten Western, die es gibt. Gary Cooper als Sheriff Kane ist einfach perfekt besetzt und eigentlich darf der Film in keiner guten Sammlung fehlen. Auf jeden Fall aber nicht in meiner.

L. A. Confidential. Meiner Meinung nach auch ein Meisterwerk, welches bis in die Nebenrollen perfekt besetzt ist. Fesselnd von der ersten Minute mit einer bezaubernden Kim Basinger als Callgirl und Kevin Spacey, Russell Crowe und Guy Pearce als Polizisten, die völlig verschieden sind und doch irgendwie das Gleiche wollen. In weiteren Rollen glänzen Danny De Vito, David Straithairn und James Cromwell. Perfekt inszeniert, durchgehend spannend, gewürzt mit einer Prise Humor und optisch absolut gelungen, gehört L. A. Confidential zum Besten, was meine kleine Sammlung zu bieten hat.

Gran Torino. Vermutlich das letzte große Werk in dem Clint Eastwood eine Hauptrolle spielt. Diese spielt er aber genial wie eh und je. Als Walt Kowalski mag er seine Nachbarn nicht, mag es nicht, wie sich die Zeiten verändert haben, ist seinen Kindern fremd und alles andere als ein sympathischer, alter Mann. Dennoch freundet er sich irgendwie mit den Nachbarn an und wird richtig böse als eine Gang in der Nachbarschaft zu weit geht. Humor, Spannung, tolle Dialoge, ein wenig Action und ein Clint Eastwood in Bestform machen aus Gran Torino einen Film, der so überzeugend ist, dass es eine Schande wäre, würde er nicht in meiner Sammlung sein.

Natürlich finde ich meine anderen Filme auch toll, aber drei Filme müssen heute genügen, um einen Eindruck über meine Sammlung zu bekommen. Und es sind schließlich nicht nur Meisterwerke vorhanden, sondern auch der ein oder andere ziemlich merkwürdige Film. Dazu vielleicht mehr im nächsten Jahr.

4. Filmtipps – 4. Quartal 2017

Nachdem ich im dritten Quartal ausschließlich Filme aus meiner Sammlung empfohlen habe, gibt es im vierten Quartal ausnahmsweise vier Filme, die ich empfehle. Dieses Mal sind es ausschließlich Filme, die mich persönlich überrascht und sehr gut unterhalten haben. Keine Blockbuster, sondern eher unbekannte Werke oder Filme, die man eventuell als B-Movies bezeichnen könnte.

Das Belko Experiment ist ebenfalls eine positive Überraschung mit einer abgedrehten Geschichte, ausreichend Blut und somit ganz nach meinem Geschmack. Die Geschichte spielt überwiegend in einem Bürogebäude und handelt von einem Experiment an den Mitarbeitern in dem Gebäude. Obwohl mir das Verhalten der Menschen teilweise auf die Nerven ging und unsinnig erschien, ist es vermutlich das, was den Film auch ausmacht, denn Menschen sind so bescheuert und vermutlich musste daher alles so kommen. Letztlich ist das Belko Experiment ein schöner Spaß, der es verdient hat, hier erwähnt zu werden.

Eigentlich dachte ich, dass ich bei Drone nur mal kurz reinschaue und dann schnell wieder abschalte. Doch irgendwie hatte der Film sofort etwas, was mich ansprach. Bei Filmen mit Sean Bean ist das leider nicht immer so, obwohl ich Sean Bean schon für einen guten Schauspieler halte. Möglicherweise hat der Film mir auch dadurch überraschend gut gefallen, weil ich das zum einen nicht erwartet hatte und zum anderen auch keine Ahnung hatte, worum es eigentlich geht. Die Geschhichte des Drohnenpilots Neil (Sean Bean), der Besuch des pakistanischen Geschäftsmann Imir Shaw (Patrick Sabongui) bekommt, ist spannend erzählt und, obwohl sich erahnen lässt, was Imir vorhat, zu keinem Zeitpunkt langweilig. Während des Besuchs zerbröselt die scheinbar heile Welt der Familie und reißt alle auf die eine oder andere Art in den Abgrund.

The Party wurde mir von Miri empfohlen. Und da ich durchaus daran interessiert bin, was man mir empfiehlt und ich manchmal auch einen Blick riskiere, schien mir dieser Tipp es Wert zu sein, diesen Blick zu riskieren. Schon alleine die Darsteller haben mich angesprochen und sie haben allesamt überzeugen können. Besonders Timothy Spall als Bill hatte einen hohen Unterhaltungswert. Ebenso Bruno Ganz, den ich bisher nie so wahrgenommen habe und in dieser Rolle wirklich gut fand. Eine Tragödie gewürzt mit einer Portion Humor. Ich denke, so lässt sich diese Mischung beschreiben. Die Geschichte ist so einfach wie genial. Die Umsetzung sehr gelungen. In weiteren Rollen wissen Cillian Murphy, Emily Mortimer und Kristin Scott Thomas zu überzeugen.

The Autopsy of Jane Doe ist ein Gruselfilm, der eher klassisch vorgetragen wird und auf zu viel unnötiges Brimborium verzichtet. Für mich eine weitere positive Filmüberraschung und daher unbedingt erwähnenswert. Die Autopsie einer Leiche, die natürlich keine gewöhnliche Leiche ist, baut schnell Spannung auf und weiß dank gruseliger Atmosphäre zu unterhalten. Auch wenn es die eine oder andere Schwäche gibt, macht die Autopsie Spaß und kann auch mit den akustischen Effekten durchaus überzeugen. Wenn man sich richtig drauf einlässt, kann man sich das eine oder andere Mal erschrecken. Die Darsteller sind perfekt ausgewählt und selten war eine Frau, die eigentlich nur daliegt, so beängstigend.

Filmtipp: Väter & Töchter – Ein ganzes Leben

Väter & Töchter erzählt die Geschichte eines Familienvaters (sehr gut gespielt von Russell Crowe) und seiner Tochter (Kylie Rogers), die den Unfalltod der Mutter zu verkraften haben. Der Vater erleidet während des Unfalls eine schwere Verletzung, die sein Leben zusätzlich schwierig macht und Katies Onkel und Tante wollen Katie deshalb adoptieren. Im zweiten Erzählstrang, der 25 Jahre später spiet, hat Katie (Amanda Seyfried) große Schwierigkeiten sich auf Beziehungen einzulassen.
Mir gefällt die Geschichte, die möglicherweise ziemlich kitschig ist. Vielleich aber auch nicht, da mein Urteilsvermögen während des Films stark getrübt wurde. Und es ist schwer zu sagen, ob es nur an der Qualität des Filmes liegt oder daran, dass es derzeit Jahreszeitbedingt ständig dunkel ist, ich zu depressiven Verstimmungen neige oder die Sterne ungünstig stehen. Doch es ist offensichtlich, dass mich etwas sehr berührt hat, denn sonst wäre es wohl kaum möglich gewesen, dass mir während des Films immer mal wieder Tränen durchs Gesicht liefen. Vermutlich bin ich einfach nur ein Weichei.

Filmkritiken: The Eyes of my Mother / Shin Godzilla

The Eyes of my Mother
Eines Tages kommt ein Fremder (Will Brill) zum Haus der Familie von Francisca (Olivia Bond). Der Mann tötet die Mutter (Diane Agostini) und wird dann vom Vater (Paul Nazak) erwischt und eingesperrt. Zunächst kümmert sich Francisca scheinbar um den verletzten Mörder, doch dann entfernt sie seine Augen und sorgt dafür, dass er stumm bleibt. Jahrelang füttert sie den Gefangenen, holt ihn irgendwann ins Haus, um Sex mit ihm zu haben und tötet ihn als er versucht zu fliehen. Ersetzt wird er von einer Frau, die Francisca zum Haus lockt und dann ebenso zum Schweigen bringt und die Augen entfernt. Das Baby der Frau zieht sie dann groß bis die Frau fliehen kann und somit letztendlich den Alptraum beendet.
Das klingt alles durchaus krank und ist es auch. Unfassbar langsam vorgetragen ist dieser Wahnsinn eigentlich nicht zu ertragen. Zu verstörend und abartig ist die Geschichte. So etwas wie Spannung sucht man vergebens. Abgesehen von der mit nur 76 Minuten recht geringen Laufzeit, spricht nichts für dieses verstörende Werk. Dass Francisca ihren toten Vater aufbewahrt und am Ende ihre Mutter ausgräbt, ist auch nicht unbedingt förderlich, passt aber insgesamt zu diesem durch und durch kranken Werk.

Fazit: So deprimierend und verstörend, dass man sich die Pulsadern aufschneiden möchte.

Shin Godzilla
Ein Monster aus dem Meer, radioaktiv und gefährlich, macht sich auf den Weg nach Tokio. Weil dieses Ungeheuer zu groß ist für die kleinen Straßen, geht natürlich viel beim Besuch des Ungeheuers, welches auf den Namen Godzilla getauft wird, kaputt. Und so beschließt man, Godzilla zu vernichten. Dummerweise ist das gar nicht so einfach, denn Godzilla kann sogar aus seinem Rücken schießen und sieht dabei völlig dämlich aus. So dämlich wie Godzilla möglicherweise noch nie ausgesehen hat. Das riesige, unbewegliche Gummimonster sieht anfangs allerdings noch dämlicher aus, verwandelt sich aber dann nach und nach immer mehr und sieht dann zwar weniger dämlich aus, aber immer noch zu dämlich. Bis Godzila endlich gestoppt wird, reden Politiker und andere wichtige Menschen ausgiebig über alles und langweilen sich und den Zuschauer fast zu Tode. Die meiste Zeit wird eigentlich nur geredet und bevor alle einschlafen wird dann kurz gezeigt, was Godzilla so macht. Steht meistens ziemlich steif irgendwo rum oder macht irgendwas kaputt. So gibt es in gut zwei Stunden so gar nichts, was Spaß macht und zur großen Freude, von wem auch immer, bietet das Ende die Möglichkeit einer Fortsetzung. Wenn das nicht deprimierend ist, was dann?

Fazit: Quitscheentchen in der Badewanne sind eindeutig unterhaltsamer und machen nichts kaputt.

Filmtipp: Inspektor Clouseau

Echte Klassiker sind für mich die Filme mit Inspektor Clouseau. Peter Sellers ist einfach genial und die meisten Filme der Reihe machen auch immer wieder Spaß. Ein Schuss im Dunklen ist für mich der beste Teil und ich gehe davon aus, dass ich manche dieser Filme bis zu meinem Ableben immer mal wieder anschauen werde, weil dieser spezielle Humor ganz nach meinem Geschmack ist. Besonders ist auch die Musik. Henri Mancinis Pink Panther Theme ist einfach genial und eine totale Bereicherung für die Filme und die Musikwelt insgesamt. Der Vorspann mit der Musik und den Comics ist ein wichtiger Bestandteil und passt prima in das Gesamtbild. Man muss den vertrottelten Humor nur mögen, sonst macht es natürlich keinen Spaß.

Der rosarote Panther ist eine Krimikomödie aus dem Jahr 1963. Darin taucht zum ersten Mal Inspektor Clouseau (Peter Sellers) auf. Im Gegensatz zu den folgenden Filmen ist er hier noch nicht so präsent, man erkennt aber schon seine Trotteligkeit. Leider ist die deutsche Synchronstimme (Harald Juhnke) nicht wirklich passend, so dass alleine schon deshalb Inspektor Clouseau nicht wirklich zur Geltung kommt. Insgesamt ist der erste Film mit Clouseau zwar recht unterhaltsam, aber noch kein wirklicher Clouseau Film.

Ein Schuss im Dunkeln ist der erste Film, in dem es sich komplett um den Inspektor dreht, der einen Mordfall zu lösen hat. Sobald er auf dem Bildschirm auftaucht, beginnt der Spaß, denn dieses Mal hat er eine Synchronstimme, die einfach perfekt passt und viel dazu beiträgt, dass der spezielle Humor gut präsentiert wird. Chefinspektor Dreyfuß (Herbert Lom) wird eingeführt und von Clouseau in den Wahnsinn getrieben. Auch Herbert Lom spielt seine Rolle großartig. Clouseaus Butler Kato (Burt Kwouk) kommt erstmals zum Einsatz. Die Aufklärung des Mordfalls erinnert schon ein wenig an Agatha Christie Verfilmungen. Insgesamt ist Ein Schuss im Dunkeln einfach köstlich und ein echtes Feuerwerk an Gags nach meinem Geschmack. Mit dieser Art von Humor kann bei mir nichts schiefgehen und dieser Film ist ein echtes Highlight meiner Sammlung

Der rosarote Panther kehrt zurück. Hierbei geht es wieder um den Diamanten, der rosarote Panther, der erneut gestohlen wird und den Inspektor Clouseau zurückholen soll. Abermals sorgt Clouseau dabei für ein ordentliches Chaos. Erneut versucht Chefinspektor Dreyfuß Clouseau zu töten, versagt und wird unterdessen immer verrückter. Hin und wieder sind die Tollpatschigkeiten des Inspektors allerdings etwas zu überzogen und dieser Teil reicht absolut nicht an Ein Schuss im Dunkeln ran, ist aber doch auf seine verschrobene Art witzig, absurd und unterhaltsam.

Der beste Mann bei Interpol. Dieses Mal geht es nicht um den berühmten Diamanten, sondern dreht sich vielmehr um den verrückten Ex-Oberinspektor Dreyfuß, der alles daran setzt endlich Inspektor Clouseau zu töten. Mir gefällt der Teil besser als der letzte, aber an Ein Schuss im Dunkeln kommt auch dieser Teil nicht ran. Das Ende mit dem sich auflösenden Dreyfuß ist zwar etwas zu schräg, aber auch kein Beinbruch. Schließlich kommt es auf den speziellen Humor an und es gibt durchaus wieder köstliche Szenen, auch wenn es sich irgendwie alles wiederholt.

Der irre Flic mit dem heißen Blick ist eigentlich der Abschluss dieser Reihe, obwohl es noch einen weiteren Film gibt. Der aber wurde nach dem Tod von Peter Sellers gedreht und kann nicht wirklich dazu gezählt werden. Von der Geschichte ist dieser Teil nicht schlecht, aber irgendwie ist es teilweise dann doch zu albern. Besonders zum Ende hin, ist der Klamauk deutlich zu übertrieben und beliebig. Es geht drunter uns drüber, ein mieser Gag jagt den nächsten und der Spaß geht vollkommen verloren. Das Finale wirkt tatsächlich wie lustlos hingeklatschter Klamauk. Das ist wirklich schade.

Der rosarote Panther wird gejagt ist der Abschluss der Reihe und nicht nur überflüssig, sondern auch enttäuschend. Es gibt Rückblicke, ein paar neue, alte Szenen am Anfang und keine wirkliche Geschichte. Ganz selten ist mal etwas witzig, meist ist es nur albern und unwitzig. Selten war eine Fortsetzung so unsinnig und unnötig, wie in diesem Fall. Doch wie sollte es auch funktionieren, wenn der Hauptdarsteller längst verstorben ist und nicht an der Geschichte teilnehmen kann? Logischerweise ist dies der schlechteste Teil der Reihe und lohnt sich vermutlich nur für Fans, die sich nichts entgehen lassen und nie genug bekommen. Für mich ist das nichts und ich werde diesen Teil sicher nie wieder anschauen.

Filmkritiken: USS Indianapolis / Anleitung zum Unglücklichsein

Am 30. Juli 1945 wird die USS Indianapolis von einem japanischen U-Boot versenkt. Die Überlenden, die auf den Rettungsbooten treiben, werden immer schwächer und von Haien angegriffen. Erst nach Tagen werden sie gefunden und gerettet. Kapitän Charles Butler McVay (Nicolas Cage) muss sich später vor Gericht verantworten.
Der Film beruht auf wahren Begebenheiten und die Geschichte ist wirklich interessant. Dummerweise macht Regisseur Mario van Peebles nur nichts aus den Möglichkeiten und präsentiert einen Film mit billigen Effekten, schrecklichen Dialogen und großer Langeweile. Ein wenig Liebesgeschichte à la Pearl Harbor, etwas Der weiße Hai, dazu ein wenig vom Untergang der Titanic, fertig ist der belanglose Reinfall. Die billigen Effekte erinnern an Zeiten, die schon Jahre vorbei sind und auch ein wenig an die Augsburger Puppenkiste. Glücklicherweise sieht man die Fäden an den Schiffen und Flugzeugen nicht. Passend dazu wirken auch die Schauspieler mitunter so als wären sie gerade in der Augsburger Puppenkiste aktiv, oder hätten verlernt, wie man gut schauspielert. Insgesamt ist es wirklich schrecklich, was aus der durchaus interessanten Geschichte gemacht wurde.

Fazit: Da spielt man besser zwei Stunden mit Papierschiffen in einer Badewanne.

Tiffany (Johanna Wokalek) hat nicht nur ein Feinkostgeschäft, sie redet auch immer wieder mit ihrer toten Mutter (Iris Berben). Eine Angewohnheit, die sie selbst beim Versuch, mit dem durchaus merkwürdigen und keinesfalls erotischen Frank (Benjamin Sadler), Sex zu haben, nicht ablegt. So kommt natürlich keine Erotik auf. Gerne denkt sie an ihre Kindheit zurück und träumt von der großen Liebe. Ihr alter Klavierlehrer Hans (Richy Müller) zieht gegenüber des Ladens ein und springt später ins Wasser. Paul, ihr Vermieter, taucht immer wieder auf, sie versöhnt sich mit ihrem Vater und manchmal sieht man sie nackt von hinten, was dem Film sichtlich gut tut, auch wenn es nur sehr kurze Augenblicke sind. Dann gibt es noch einen Hund und einen Vogel, die den Film aber auch nicht retten können. Frank stirbt irgendwann, alte Männer singen ein Lied und Tiffany verliebt sich in den Fotografen Thomas (Itay Tiran).
Tiffany ist leider eine echte Nervensäge, gelegentlich sogar eine Kackbratze. Garniert wird der Filmsalat mit einem Sprecher, den man nicht sieht und der auch nichts dazu beiträgt, dass irgendwas besser wird. Spaß macht die Anleitung zum Unglücklichsein nicht, aber das würde auch nicht zum Titel passen und ist möglicherweise so gewollt.

Fazit: Ein Film, der beim Unglücklichsein helfen kann.

Weitere Filme gibt es hier.

Romanverfilmungen

Mitunter finde ich es interessant, wenn ein Roman ein weiteres Mal verfilmt wird. Im Fall des Romans „The Beguiled (oder A painted Devil)“ von Thomas P. Cullinam, habe ich mir beide Verfilmungen direkt nacheinander angesehen. Das Buch kenne ich nicht.

Die Verführten von Sofia Coppola stammt aus dem Jahr 2017. In den Hauptrollen gibt es Colin Farrell, Nicole Kidman, Elle Fanning und Kirsten Dunst zu sehen. Optisch ist er der Verfilmung von 1971 natürlich etwas voraus. Aber das sollte auch so sein. Die Geschichte spielt im Jahr 1864 und erzählt vom verwundeten Soldaten John McBurney, der von den Frauen des Mädchenpensionats aufgenommen und gepflegt wird. Die Frauen sind sehr schnell von dem attraktiven Mann angetan und er hat natürlich auch Interesse an den Frauen. Dummerweise führt das zu Eifersüchteleien, Betrügereien und endet mies, weil John eben nicht nur Interesse an einer der Frauen hat. In der Verfilmung von Coppola bleibt leider alles angedeutet, der Zuschauer muss sich vieles denken und zusammenreimen. Warum John schließlich im Zimmer der einen Frau erwischt wird und somit das Chaos auslöst, wird komplett weggelassen. Er ist einfach da, den Rest kann man sich ja denken. Die Frauen wirken teilweise wie eine Masse und nicht wie unterschiedliche Personen. Mitunter wirkt das Vorgetragene etwas lahm und nimmt einen auch nicht richtig mit. Behutsam wird die Geschichte bis zum Ende vorgetragen, ohne wirklich zu überzeugen. Irgendwas fehlt immer und der Film kommt einem länger vor als er wirklich ist. „Die Verführung“ ist zwar nicht wirklich schlecht, aber irgendwie schon eine Enttäuschung. Da hätte man sicher mehr draus machen können.

Betrogen von Don Siegel mit Clint Eastwood und Geraldine Page ist deutlich abwechslungsreicher. Der Titel passt auch besser, weil fast alle betrügen und betrogen werden. Der Inzest, der bei „Die Verführten“ komplett ausgelassen wird, hilft bei der Beschreibung der Figuren und auch die Lügengeschichten, die den Soldaten, die auftauchen, erzählt werden, tun dem Film sichtlich gut. Ebenso die Rückblicke, wenn John aus seiner Vergangenheit erzählt. All das wirkt stimmig und liefert viele Erklärungen. Das Stereotype der aktuellen Verfilmung gibt es hier nicht. Der Spannungsbogen ist deutlich höher und der direkte Vergleich wertet die Verfilmung nochmal deutlich auf. Ich hatte eigentlich erwartet, dass die aktuelle Verfilmung, schon alleine durch die attraktiveren Darstellerinnen, mehr überzeugen kann. Doch außer der besseren Optik, geht der Film für mich im direkten Vergleich baden. Selbst in Sachen Erotik kann „Betrogen“ mehr überzeugen. Aber das ist sicher so gewollt, denn „Die Verführten“ ist vermutlich mit Absicht so angelegt, damit der Zuschauer sich alles denken muss, was am Ende zu dem tragischen Ausgang führt. Mich kann das leider nicht überzeugen. Ich will mir nicht alles denken und zusammenreimen müssen, sondern wichtige Details schon zu sehen bekommen, denn sonst macht das alles irgendwie keinen Sinn. Somit ist „Betrogen“ für mich definitiv die bessere Verfilmung.