Der Verfall schreitet voran

Es ist noch nicht so viele Jahre her, da ging es darum,
was ich am Wochenende unternehme und mit wem. Oder darum, wann ich das nächste
Mal Sex habe und mit wem. Doch das erscheint ein anderes Leben gewesen zu sein.
Mittlerweile geht es meist darum, welche Lebensmittelunverträglichkeit für
meine Darmbeschwerden verantwortlich ist, ob ich diese Beschwerden je wieder
loswerde und ob ich genug trinke. Mein Leben dreht sich tatsächlich mehr um
Laktoseintoleranz, den Verzicht auf Zucker und die Zufuhr von Flüssigkeiten,
anstatt darum, was ich Schönes mit der immer weniger werdenden Lebenszeit
anstellen kann, damit die nächsten Jahren nicht weiter so hinplätschern, wie
die letzten Jahre.
Was für körperliche Gebrechen und Unzulänglichkeiten
befallen mich als nächstes und welche davon werde ich nochmal los? Für
derartige Themen fehlt mir irgendwie die Begeisterung. Doch weil ich ständig
träger werde, wird es schwer, diesen Teufelskreis zu verlassen. Irgendwie ist
es arg deprimierend, wenn ich mein jetziges Leben betrachte. Wie ein alter Mann
muss ich auf meine Ernährung achten, mich dazu anhalten genug zu trinken und
meinen alten Körper regelmäßig zum Sport zu zwingen, damit ich nicht schon vor
meinem fünfzigsten Lebensjahr völlig zerfalle. Geistig bin ich meist noch in
der Pubertät, mein Körper hingegen stürmt in einem Affentempo Richtung
Verfallsdatum. Das erscheint mir ungerecht. Ich will sofort einen jungen,
frischen Körper mit einer angemessen Haarfarbe und Muskeln, die ich noch nie
hatte. Das kann doch wirklich nicht zu viel verlangt sein. Doch ich schätze, da
ist ein Lottogewinn wahrscheinlicher. Ich glaube, ich bin ein hoffnungsloser
(Ver)Fall.

Wasser

Nachdem Agnes mir erneut bestätigt, dass ich zu wenig
trinke, was man an der Faltenbildung an meinen Ohren und an meinem Mundgeruch
erkennen kann, beschließe ich, dass da etwas passieren muss, weil ich
unangenehmen Mundgeruch nicht mag und Faltenbildung einfach schrecklich finde. Natürlich
beschließe ich das erst, nachdem mich Agnes erneut und streng darauf hinweist,
dass es einfach nicht gesund ist, wenn ich nicht genug trinke. Und weil sie
meistens Recht hat und es mir gut bekommt, wenn ich mache, was sie sagt, wird
ab jetzt mehr Wasser getrunken.
Da ich sehr unzuverlässig bin, soll mich eine App bei
meinem Vorhaben unterstützen. Diese App wird von nun an dafür sorgen, dass ich
täglich mindestens 2,2 Liter Flüssigkeiten, bevorzugt Wasser, zu mir nehme. Ich
kann mir zwar nicht vorstellen, wie ich so eine große Menge Wasser an nur einem
einzigen Tag zu mir nehmen soll, zumal ich ja täglich etwa acht Stunden
schlafe, aber es muss ja sein. Zur Not kann ich mich ja nachts wecken lassen,
um etwas zu trinken.
Weil mein Zuckerexperiment derzeit etwas unbefriedigend
läuft und ich deshalb durchaus unzufrieden bin, bin ich am ersten Tag meines
Experiments sehr konsequent. Und so schaffe ich es bis zum Ende des Tages exakt
2,2 Liter zu mir zu nehmen. Weil mir das etwas zu leicht erscheint, gehe ich
davon aus, dass ich diese Menge auch an den anderen Tagen zu mir genommen habe
und meine Falten und mein säuerlicher Atem eine andere Ursache haben müssen.
Oder die Menge von 2,2 Litern ist zu gering, um meinen alten Körper in einen
ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen. Ich werde das Wasserexperiment zunächst eine
Woche fortführen und dann schauen, wie ich mich entwickelt habe.

Zucker 2

Am sechsten Tag meines zuckerreduzierten Lebens nehme
ich zum ersten Mal bewusst Lebensmittel zu mir, die mit Zucker versetzt sind.
Kürbiskernbrötchen und Bionade Cola. Beides kurz vor dem Verfalldatum. Ich
überlege zwar kurz, ob ich die Sachen entsorge, entscheide mich dann aber
dafür, dass ich das nicht machen kann. Lebensmittel soll man nicht so
leichtfertig entsorgen. Ob die Zuckerreduktion bisher etwas gebracht hat, ist
schwer zu sagen. Zwischenzeitlich gab es ein paar Stunden, die es vermuten
ließen, doch da mein Darmzustand sich danach wieder genauso desolat
präsentierte, wie schon seit Monaten, war das vermutlich nur ein Zufall. Diese
Phasen, in denen ich glaubte, dass es nun aufwärts geht, gab es in den letzten
Monaten immer wieder. Den Auslöser konnte ich nie erkennen, weshalb ich davon
ausgehe, dass es einfach aus einer Laune heraus so gekommen ist. Dummerweise
laufen in den nächsten Tagen weitere Lebensmittel, die mit Zucker gestreckt sind,
ab, was meine Zuckermission vorübergehend erschweren dürfte. Doch noch bin ich
entschlossen den Zuckerversuch weiter zu führen. Weniger Zucker kann mir sicher
nicht schaden.

Drei alte Männer im Auto

Auf dem Parkplatz bei Netto trifft mein Vater einen
alten Bekannten. Der Mann benötigt derzeit einen Stock als Gehilfe und erzählt,
wie es dazu kam. Wegen ständiger Rückenschmerzen wurde er letzte Woche operiert
und braucht nun für eine Weile, zumindest hofft er, dass er ihn nicht länger
braucht, einen Gehstock. Der Mann ist ein paar Jahre älter als mein Vater und
die zwei kennen sich schon eine Ewigkeit. Wobei mir nicht klar ist, wie man
Ewigkeit genau definiert. Mein Vater fragt, wohin sein Bekannter will und ob
wir ihn mitnehmen können. Da freut sich der Bekannte sehr und steigt hinten
ein. Kaum geht die Fahrt los, reden die beiden, wobei der Bekannte mehr redet,
über das Leben nach dem Tod der Ehefrauen. Beide kommen zu dem Schluss, dass es
Mist ist. 49 Jahre war der Bekannte mit seiner Frau verheiratet, mein Vater war
44 Jahre verheiratet. Wie schnell die Zeit vergeht. Ich komme mir vor als würde
ich bei dem Gespräch stören, doch halte ich es für unangebracht, während der
Fahrt den Wagen zu verlassen. Die beiden reden über ihre Wohnsituation. Beide
leben in zu großen Wohnungen, aber der Bekannte sagt, dass er zu alt ist, um
nochmal umzuziehen. Mein Vater sagt, dass er abwarten will, wie es sich
entwickelt. Dann wechseln sie das Thema. Es geht darum, dass immer weniger
Bekannte von damals noch leben. Es folgen Namen von Verstorbenen, Fragen nach
Bekannten, die noch leben könnten und die Feststellung, dass irgendwie alles
deprimierend ist. Der Bekannte sagt, dass er zu nichts mehr Lust hat und ihm
alles schwerfällt. Er wirkt einsam und verloren. Obwohl ich ein paar Jahre
jünger bin und noch nicht so viele meiner Bekannten gestorben sind, fühle ich
mich gar nicht wirklich so viel jünger als die zwei. Und während ich den beiden
kommentarlos zuhöre, erscheint mir das Leben plötzlich noch deprimierender als
es ohnehin schon ist. Das ist irgendwie trostlos und meine gleichgültige Stimmung
ist einer depressiven Stimmung gewichen. Vielleicht hätte ich doch während der
Fahrt aussteigen sollen.

Mittagstisch

Gelegentlich gehe ich mit meinem Vater mittags irgendwo
essen. Heute möchte er mit mir bei Stolzenhoff Mittagessen. Ein Bekannter von
ihm geht da öfter essen und sagt, dass das Essen und die Preise dort gut sind.
Ich bin da eher skeptisch, kann aber nicht wirklich sagen, warum ich es bin.
Als wir den Laden betreten, fühle ich mich sofort
unwohl. Es ist voll, die Theke riesig, und statt Sitzplätzen, gibt es nur ein
paar Stehtische. Das finde ich unsympathisch. Beim Mittagessen möchte ich, wenn
ich schon ausgehe, in gemütlicher Atmosphäre, möglichst weit weg von anderen
Gästen, sitzen und bedient werden. Das kann ich hier definitiv vergessen. Für
mich hat das hier eine gewisse Fließbandatmosphäre, obwohl weit und breit kein
Fließband in Sicht ist. Vielleicht verwechsle ich das auch mit
Massenabfertigung. Ich bin mir da nicht sicher.
Mein Vater bestellt Gyros mit Pommes, Tzatziki und
Salat, ich bekomme Bandnudeln mit Champignons und Kräutersoße. Wir suchen uns
einen Stehtisch und ich betrachte unsere Mahlzeiten. Meine Bandnudeln vom
Fließband sehen auch so aus, was aber nichts bedeuten muss, weil ich voller
Vorurteile bin. Die Pommes auf dem Teller meines Vaters erscheinen etwas dunkel
und sehen verfettet und vertrocknet aus. Zum Runterspülen meiner Mahlzeit habe
ich mir eine Flasche Orangensaft aus Orangensaftkonzentrat geholt. Auf so
Konzentrate kann ich gut verzichten, doch da ich Cola und Fanta für noch
zuckerhaltiger halte und meine Zuckerdiät nicht völlig scheitern soll,
entschied ich mich für das Konzentrat. Aber auch, weil es kein einfaches  Wasser im Angebot gibt. Zumindest konnte ich
keins entdecken. Aber auch das kann durchaus an meiner Einstellung liegen. Ich
schraube den Deckel ab und will gerade einen Schluck nehmen, als mir einfällt,
dass ich zunächst meine Tablette wegen meiner Laktoseintoleranz nehmen muss.
Nachdem das erledigt ist, fällt mir ein, dass ich das Konzentrat erst schütteln
muss, weil sich unten in der Flasche einiges abgesetzt hat. Ich nehme also die
Flasche, schüttle kräftig, der Deckel fliegt weg und ich bin voller
Orangensaftkonzentrat. Gesicht, Pullover, Jacke und Hose nass. Dazu der Tisch,
der Stehtischstuhl, der Boden und das Besteck, welches auf der Fensterbank platziert
wurde. Ich schaue mich um. Niemand scheint mein Missgeschick bemerkt zu haben. Schnell
wird mir klar, was da schiefgelaufen ist. Ich Trottel hatte ja den Deckel
abgeschraubt, bevor mir einfiel, dass ich noch eine Tablette nehmen muss. Das
erklärt dieses Malheur. Mit einem Taschentuch wische ich mich etwas ab. Den
Stuhl schiebe ich beiseite. Das ist irgendwie peinlich.
Nachdem ich abgewischt bin, die Sauerei ansonsten noch
sehr präsent ist, probiere ich die Bandnudeln. Wenig überzeugend. Ob die
wirklich so mäßig sind, oder es an meiner Einstellung liegt, kann ich nicht
sagen. Das Ambiente ist jedenfalls absolut nicht einladend. Während ich in den
Nudeln rumstochere, schaue ich mich erneut um. Alles andere als gemütlich hier.
Es sieht eher nach Schnellimbiss an der Ecke aus. Aber vielleicht soll das ja
auch so sein. Erstaunlich finde ich jedenfalls, wie viele Leute sich hier ihre
Mahlzeiten abholen. Zum Glück nehmen die meisten ihr Essen mit. Ist eh kaum
Platz hier. Mein Vater sagt, dass die Pommes, obwohl sie nicht so aussehen, gut
schmecken, aber maximal lauwarm sind. Massenabfertigung halt. Den Salat rührt
er kaum an. Salat ist nicht so seine Welt. Zumindest nicht dieser. Ich habe die
Nahrungsaufnahme inzwischen eingestellt. Warum soll ich etwas essen, was mir
keine Freude bereitet? Ich fühle mich halt nicht wohl. Allerdings bin ich
überrascht, wie freundlich alle hier sind. Obwohl es zugeht wie auf einem
Taubenschlag scheint niemand, mit Ausnahme von mir, genervt oder schlecht
gelaunt zu sein. Verstehe ich nicht.
Weil meine Jacke vom Konzentrat versaut ist und ich sie
nicht selber waschen darf, bringe ich sie später in die Reinigung. Das war
wirklich ein feiner Mittagsausflug. Ich bin überzeugt davon, dass ich das kein
zweites Mal brauche. Mein Vater allerdings ist da nicht so sicher. Er will es
nochmal probieren. Das macht mir schon irgendwie Angst, weil ich nicht glaube,
dass es beim nächsten Mal besser wird. Ich werde vermutlich lediglich darauf
verzichten, mich mit Orangensaftkonzentrat zu versauen. Doch zu sicher sollte
ich mir da vermutlich auch nicht sein.

Zucker

Aufgrund monatelang bestehender Darmprobleme und einer
miesen Darmflora, versuche ich nun schon seit längerem, mit unterschiedlichen
Maßnahmen, die Probleme in den Griff zu bekommen. Diverse Mittel zur
Darmsanierung konnten bisher nicht helfen. Sogar ein Arztbesuch wird mittlerweile
in Erwägung gezogen. Doch vorher starte ich noch einen spontanen Selbstversuch.
Zwei Wochen ohne Süßigkeiten. Der Zuckerkonsum muss eingeschränkt werden, um zu
sehen, ob das etwas bringt. Obstzucker bleibt dabei außen vor, weil ich sonst
gar keine gesunden Sachen zu mir nehme und auch total überfordert wäre. Süßigkeiten
wegzulassen erscheint machbar und da ich mir, wie so oft in meinem Leben, keine
weiteren Gedanken über das genaue Vorgehen mache, starte ich spontan und
unvorbereitet in mein kleines Experiment und bin gespannt, wie viel Zucker ich
am Ende wirkliche einspare und ob es irgendwelche spürbaren Auswirkungen auf
meinen Körper haben wird. Vielleicht bekomme ich ja einen straffen Bauch. Oder
samtweiche Haut. Oder ich scheitere, weil ich Zuckersüchtig bin.
Die ersten Stunden bin ich jedenfalls sehr erfolgreich.
Keine Schokolade, keine Cola und auch keine Gummibären. Das ist ein
erfolgreicher Anfang. Nur einmal bin ich etwas irritiert und unzufrieden, weil
ich mir unbedarft ein Glas Gurken kaufe und dann feststelle, dass Zucker
hinzugefügt wurde. Da ich mich, vier Stunden nach Beginn meines Selbstversuchs,
streng an meine Regeln halte, muss ich in den nächsten zwei Wochen tatsächlich
auf Gurken verzichten. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen keine weiteren
Überraschungen dieser Art erlebe und frage mich, wozu man Zucker in ein
Gurkenglas füllt. Bestimmt irgendein Trick, um Menschen abhängig zu machen. Das
ist gemein und erscheint mir irgendwie nicht fair.

Besorgte Augenärztin

Kontrolluntersuchungen bei meiner Augenärztin stecken
meist voller Überraschungen, weshalb ich sehr gespannt bin, was heute passieren
wird. Zunächst werden mir Brimonidin und Ganfort Augentropfen aufgeschrieben.
Als ich an der Reihe bin, fragt mich die Augenärztin, ob
ich manchmal Probleme habe, mit der Brille ein Buch zu lesen. Ich sage ihr,
dass ich gelegentlich ohne Brille besser lesen kann. Das liegt an meinem Alter,
wie sie mir sagt und fragt, ob ich auch Probleme habe, am PC alles mit Brille
zu lesen. Ich verneine. „Das wird aber bald kommen. Sie sind in dem Alter
dafür. Dann brauchen Sie eine Gleitsichtbrille.“ – „Ah.“ Mehr sage ich nicht
dazu, weil mir das mit der Gleitsichtbrille doch etwas abwegig erscheint. In
meiner Vorstellung reicht, wenn es denn tatsächlich so kommen soll, eine
Lesebrille. Sie fragt, ob ich Probleme mit den Augentropfen habe oder die
Tropfen gut vertrage. Eine wirklich interessante, die ich wahrheitsgemäß damit
beantworte, dass ich keine Probleme habe. Dass ich keine Probleme habe, weil
ich keine Tropfen nehme, muss sie ja nicht unbedingt wissen. Auf mich wirkt es,
als wäre sie überrascht davon, dass ich keine Probleme habe. Vermutlich
hinterlassen die Augentropfen meist irgendwelche Spuren.
Es folgt die Augendruckmessung. Der Wert liegt heute bei
15, was der Ärztin, wie erwartet, zu hoch ist. Sie sagt, dass ein Wert von 12
ihr gereicht hätte, 15 aber zu viel ist. 15 ist bei anderen Patienten auch
absolut okay, bei mir aber nicht, weil meine Mutter ja ein Glaukom hatte und
bei meiner GDX-Untersuchung 2012 festgestellt wurde, dass nicht alles gut ist. Wenn
ich achtzig wäre, dann wäre es okay, aber so nicht. Ein viertes Medikament für
meine Augen wird, so sagt sie, vermutlich nicht helfen, weshalb sie mich an die
Augenambulanz überweist. Die sollen meine Augen mal richtig überprüfen und
möglicherweise hilft dann nur eine Augen-Op. Sie sieht sehr besorgt aus, als
sie mir das erzählt. Für einen Moment kommen mir Zweifel, ob es richtig war,
niemals irgendwelche Augentropfen zu nehmen. Doch als sie weiter redet, schiebe
ich meine Zweifel kurz zur Seite, weil die Untersuchungen dort nämlich umsonst
sein werden und vermutlich sogar eine GDX-Untersuchung gemacht wird. Das finde
ich gut, weil ich sonst achtzig Euro für die GDX-Untersuchung hätte zahlen
müssen. Außerdem, so sagt die Ärztin, kann es sein, dass ich eine Nacht in der
Klinik bleiben muss, weil die nachts meinen Augendruck messen wollen. Nachts
schlafe ich, da kann man meinen Augendruck nicht messen. Ich frage mich, ob sie
extra dafür bezahlt wird, wenn sie mich überweist und man mich gar operiert
oder ob ich mir tatsächlich Sorgen machen sollte, weil ich meine Augentropfen
nie genommen habe und ich schon bald die Quittung dafür bekommen werde.
Drei bis vier Monate kann es dauern bis ich einen Termin
dort bekomme. Soll mir recht sein. Dann brauche ich die große Untersuchung in
drei Monaten nicht hier machen, sondern kann mir die Meinung eines anderen
Arztes anhören. Vielleicht sieht er es entspannter. Sollte er allerdings
feststellen, dass meine Augen in einem desolaten Zustand sind, habe ich augenscheinlich
ein Problem.
Kaum zu Hause angekommen, rufe ich in der Augenambulanz
an, um einen Termin zu vereinbaren. Am 24. Juni um 08.40 Uhr soll ich mich in
der Augenambulanz im St. Johannes-Hospital in Dortmund vorstellen. Weil mich
der heutige besorgte Auftritt der Augenärztin durchaus verunsichert hat,
beschließe ich, dass ich Augentropfen nehme. Aber nicht die verordneten. Ich versuche
es auch natürlichem Weg mit Euphrasia Augentropfen. Im Juni weiß ich dann, ob
ich ein Narr bin oder die Ärztin wechseln muss.

Pflegefall

Ich werde nicht nur älter, ich werde auch haariger, weißhaariger
und faltiger. Und natürlich bin ich wenig begeistert, dass mir immer mehr Haare
aus den Ohren und der Nase wachsen. Auch sind weiße Haare nichts, was mich
begeistern kann, weshalb ich fast täglich Haare von den unmöglichsten
Körperstellen entferne und mein Haupthaar recht kurz trage, weil die weißen
Haare dann (noch) weniger auffallen. Weil meine Haare dazu noch sehr trocken
sind, benutze ich gelegentlich Khadi Balsam Haaröl, welches allerdings nicht
wirklich gut riecht, aber meinem trockenen Haar sicher gut tut. Vielleicht
probiere ich demnächst auch noch irgendwelche Haarfärbeoptionen.
Für meine Haut habe ich mittlerweile auch schon Produkte,
um den Verfall zu verlangsamen oder wenigstens weniger drastisch aussehen zu
lassen. So ist die wöchentliche Gesichtsmaske ein neues Ritual geworden.
Derzeit verwende ich die Khadi Kräuter Gesichtsmaske Sandelholz und ich bilde mir
ein, dass sie eine gute Sache ist und meine Hautalterung mildert.
Mein Gesicht wurde bis vor kurzem täglich mit Bi Oil
eingeölt. Doch weil mir nicht alle Inhaltsstoffe dieses Produkts wirklich
gefallen haben, benutze ich nun Arganöl und Bio Hautöl von Kneipp im Wechsel,
um trockene Haut und Faltenbildung zu mildern. Erstaunlich finde ich, wie meine
Haut diese Öle aufnimmt. Ich mache fünf bis sechs Tropfen eines Öls auf meine
Hand, verteile das Öl im Gesicht und schon sind meine Hand und mein Gesicht
trocken und das Öl verschwunden. So muss ich den Vorgang ein- bis zweimal
wiederholen, um einen erkennbaren Effekt zu erzielen. Ich frage mich, was meine
Haut mit dem Öl macht und wohin es immer sofort verschwindet. Normal kann das
nicht sein.
Mit all diesen Mitteln versuche ich meinen Verfall ein
wenig zu entschleunigen und auch mit Mitte vierzig noch wie mit Mitte dreißig
auszusehen, was mir allerdings nicht wirklich gelingt. Allerdings lassen mich
die Produkte tatsächlich jünger aussehen. Etwa sechs bis acht Wochen jünger
sehe ich, grob geschätzt, nun aus. Ich denke, mehr kann ich einfach nicht
verlangen.
Zusätzlich wird der Rest meines mein alternden und
vertrocknenden Körpers natürlich nach jedem Duschen eingecremt. Derzeit
bevorzuge ich Dexeryl und Eucerin Complete Repair für trockene Haut. Darin
enthalten sind 10% Urea. Ich weiß zwar nicht, was das ist, aber es klingt so
gut, dass ich es einfach haben musste. Mein Körper sieht mittlerweile auch
etwas jünger aus und fühlt sich natürlich aus besser an und ich bin durchaus
zufrieden mit dieser Entwicklung. Ich bin sehr gespannt, was für herrliche
Produkte ich in nächster Zeit noch finden werde, um meinen Körper damit zu
bearbeiten und weiter auf natürliche Weise zu verjüngen. Die Eucerin Lotion verwende
ich auch ganz gerne mal als Handcreme. Meine Hände sind nämlich auch immer
extrem trocken. Eigentlich sollte ich mich rund um die Uhr eincremen. Aber dazu
sehe ich mich einfach nicht in der Lage.

Das Ende des Winterschlafs

Es ist Sonntag und das Wetter kann durchaus als perfekt bezeichnet werden. Der perfekte Tag also, um meinen Benz aus dem Winterschlaf zu holen. Ich mache mich auf den Weg zur Garage und bringe die neuen Saisonkennzeichen, die ich nicht besonders schön finde, an. Anschließend klemme ich die Batterie an und setze mich in den Benz. Ich sinke auf den Ledersitz und bin erstaunt, wie tief ich hier doch sitze. Der Unterschied zum Hyundai Matrix, den ich mir in den letzen Wochen immer wieder von meinem Vater geliehen habe, ist immens. Die Armaturen, die scheinbar riesige Motorhaube und der Geruch faszinieren mich. Ich drehe den Zündschlüssel um. Sofort springt der Benz an. Entzückt fahre ich ihn aus der Garage. Erst jetzt, wo ich ihn zehn Wochen nicht gefahren bin, erkenne ich wieder, was für einen tollen Wagen ich doch habe. Das ist kein Alltagsauto, sondern mein ganz persönlicher Luxus. Ich fühle mich direkt aufgewertet, obwohl ich derselbe nutzlose Typ bin, der ich schon immer war. Es kommt eben doch
darauf an, dass man das richtige Fahrzeug hat.

An der Tankstelle senke ich den Reifendruck, um dann eine kleine Runde zu fahren. Die Sonne und der Benz strahlen um die Wette. Ich strahle nur innerlich und finde, dass der Benz eigentlich nur bei schönem Wetter bewegt werden darf und ich einen Zweitwagen brauche. Ein Alltagsauto. Doch welcher Arbeitslose kann sich das schon leisten? Wieso habe ich nur nichts aus mir gemacht? Dann wäre ein Zweitwagen selbstverständlich und ich wäre angemessen versorgt. Wieso bin ich nicht das Kind reicher Eltern? Und wieso gewinne ich nicht im Lotto? Vermutlich weil ich gar kein Lotto spiele. So genieße ich meinen kleinen Ausflug und beschließe, dass der Benz in diesem Jahr zu einem Schönwetterfahrzeug umfunktioniert wird und ich vermögend werde. Ob es klappen wird?

Postfach: H&S Tee-Gesellschaft

Sehr geehrte Teefreunde,

seit einigen Jahren bin ich nun Teetrinker. Früher gab es nur Cola und
Fanta für mich. Doch dann veränderten sich meine Form und mein
Gemütszustand. Ich war plötzlich ein unförmiger und frustrierter Mann
geworden. Frauen mieden mich, wie der Teufel das Weihwasser und wenn ich
nicht nach einem kleinen Zusammenbruch in ein Therapiezentrum geliefert
worden wäre, hätte es sicher nicht gut geendet mit mir. Zum Glück kam
es anders. Seitdem meide ich Cola und Fanta und trinke regelmäßig Tee.
Ich liebe die Teevielfalt und die verschiedenen Teesorten sehr. Leider
übertreibe ich den Teegenuss oftmals und habe dann nächtlichen
Harndrang, welcher, das habe ich testen lassen, nicht auf
Prostatabeschwerden zurückzuführen ist. Ich bin also ein gesunder
Teetrinker, dessen nächtlicher Harndrang einzig und allein darauf
zurückzuführen ist, dass ich am Abend so viel Tee aufnehme
.
Ich mag besonders gerne neue Sorten probieren und war hocherfreut als
ich vor eine Weile zwei Teebeutel aus Ihrem Hause zum probieren bekam.
Es war Ihr Zyklus-Tee. Zunächst war ich etwas irritiert, weil ich davon
ausging, dass es ein reiner Frauentee ist. Aber dann dachte ich mir,
dass es auch andere Zyklen gibt und setzte Teewasser auf, um von Ihrem
Tee zu kosten. Ich muss gestehen, dass Ihr Zyklus-Tee schon sehr
auffällig schmeckt. Eine besondere Geschmacksrichtung, welche mir aber
etwas zu fruchtig daherkommt. Ich bin mehr der Kräutertyp. Ich mag es
herb, aber nicht aufdringlich herb. Fruchtige Kompositionen erfreuen
meinen Gaumen nur selten nachhaltig.

Daher muss ich Sie nun fragen, ob es in Ihrem Hause auch Tees gibt, die
besser zu mir und meinen Teegewohnheiten passen. Mich interessiert der
Fastentee Nr. 90. Die Zutaten lassen auf einen bekömmlichen Tee
schließen. Allerdings möchte ich nicht fasten, weil ich mittlerweile von
schlanker Gestalt bin. Also würde ich den Tee nur probieren wollen,
wenn ich davon nicht abnehmen muss. Der Eukalyptus-Thymian Tee Nr. 41
klingt auch gut. Außerdem interessiere ich mich sehr für den Bio
Beziehungsglück Nr. 87, denn Beziehungsglück kann ich gut gebrauchen,
weil ich eine sehr tolle und auch attraktive Freundin habe, die ich
gerne noch lange behalten möchte. Und wenn der Tee dabei helfen kann,
will ich ihn gerne probieren. Der Mut und Kraft-Tee Nr. 89 wäre auch was
für mich. Denn Mut und Kraft fehlen mir oft und ich bin sehr oft
grüblerisch und ziehe mich dann zurück, was auf Dauer zu Problemen
führt. Den Manager-Tee Nr. 88 brauche ich nicht. Außerdem interessiere
ich mich für den Kindertee “Wohliger Bauch” Nr. 57. Ich bin zwar kein
Kind mehr, auch wenn ich mich des Öfteren so benehme, habe aber oft
Bauchgrummeln und wüsste gerne, ob der Tee Nr. 57 da vielleicht helfen
kann.

Nun möchte ich von Ihnen wissen, welche zwei Teesorten, von den eben von
mir genannten, wohl am besten zu mir passen. Ich würde diese dann gerne
käuflich erwerben. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir
mitteilen könnten, was Sie glauben, welcher Tee am besten zu einem Mann
wie mir passt. Sollte ich am Ende wider Erwarten doch nicht so zufrieden
sein mit Ihren Empfehlungen, werde ich Ihnen das nicht übel nehmen.
Schließlich bin ich kein Scheusal oder sowas. Ich erkundige mich nur
vorher gerne, damit ich keine folgenschweren Fehler mache.

Sollten Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Vielen Dank für Ihre Zeit und dass sie sich die Mühe gemacht haben, meinen Ausführungen bis hierher zu folgen.

In Erwartung Ihrer baldigen Antwort und

mit gespannten Grüßen
Herr Fischer

Sehr geehrter Herr Fischer,

vielen Dank für Ihre freundliche Email, welche wir am 10. Februar 2015
erhalten haben. Es freut uns, dass Ihnen unsere Tees gut schmecken und
Sie an weiteren Sorten interessiert sind, in deren Genuss Sie bisher
noch nicht kamen. Gerne gehen wir näher auf die von Ihnen erwähnten
Teesorten ein.

Unsere “Eukalyptus-Thymian” ist eine würzige Kräutermischung, welche für
Ihren Geschmack eher etwas zu stark sein könnte, da Sie uns
informierten, dass Sie herbe Kräutertees weniger bevorzugen. Dagegen
könnte Ihnen unser “Fastentee” geschmacklich eher entsprechen. Unser
H&S “Fastentee” kann auch rein zum Genuß und nicht ausschließlich
nur während der Fastenzeit getrunken werden. Die Teemischung soll bei
einer Fastenkur aufgrund der besonderen Zusammenstellung der Zutaten
unterstützen. Sie können diese Teemischung aber auch bei einer normalen
Ernährung genießen, ohne Bedenken haben zu müssen, dass Sie abnehmen.

Sie teilten uns außerdem mit, dass Ihnen fruchtige Teemischungen nicht
zusagen. Geschmacklich würden wir Ihnen deshalb unsere H&S-Tees
“Beziehungsglück” und “Mut & Kraft” weniger empfehlen, da es sich
bei beiden Mischungen um einen aromatisierten Kräutertee handelt.
“Beziehungsglück” mit dem frisch-fruchtigen Geschmack nach Mandarine,
“Mut & Kraft” mit minzig-frischem Geschmack und Geruch nach
Pfefferminze und Limette.

Wir können Ihnen aber den auch von ihnen erwähnten Kindertee “Wohliger
Bauch” empfehlen, welcher natürlich auch von Erwachsenen getrunken
werden kann. Aufgrund der enthaltenen Zutaten Kamille, Anis, Kümmel,
Fenchel und Melissenblätter ist dieser eine besonders bekömmliche
Kräuterteemischung, welche nicht zu herb im Geschmack ist und außerdem
auch gut tut.

Wir hoffen, dass wir mit unseren Empfehlungen Ihren Geschmack getroffen
haben und lassen Ihnen gerne ein paar Muster zum Probieren zukommen.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Genuß und Freude mit unserem Tee!

Mit freundlichen Grüßen
H&S Tee-Gesellschaft