Bremerhaven in Bildern

Wie üblich fand die Anreise überwiegend auf der rechten Spur statt.

 

Hier sollte ich in den nächsten Tagen wohnen.

 

Das Zimmer in der etwa erwarteten Größe. Nur etwas kleiner als das Appartment während meines Berlinurlaubs.

 

Allerdings in einem weniger empfehelnswerten Zustand. Keine Dusche zum Verlieben, wie man unschwer erkennen kann.

 

Der Blick aus dem Fenster sogar schlechter als der Blick aus dem Fenster bei mir zu Hause.

 

Das erste Frühstück nach langer Suche. Das gab es danach jeden Morgen.

 

Das erste Mittagessen bei WOK – Asian Cuisine. Auch dabei blieb es am folgenden Tag. Sehr zu empfehlen.

 

So sehe ich in bequemen Schuhen aus, wenn ich einfach nur aufs Wasser starre.

 

Mit dem Boot, welches rechts kaum zu sehen ist, habe ich eine Hafenrundfahrt gemacht und Freundschaft mit einem Jungen geschlossen.

 

Dieses Schiff transportierte mich zwei Stunden übers Wasser.

 

Während die meisten Passagiere andere Schiffe und Container betrachteten, schaute ich mir das Wasser und die Wellen an. Wie man sehen kann, eine gute Entscheidung.

 

Verspielte Ente, die mich direkt begeistert hat.

 

Alle Kontaktaufnahmen meinerseits schlugen fehl und es entstand kein wirklicher Dialog mit diesem netten Gesellen.

 

Aufgenommen im Zoo am Meer von einem tollen Platz, der eine gute Übersicht bat.

 

Ein Aufnahme von der Aussichtsplattform Sail City.  Sehr lohnenswert, wie ich finde.

 

Ein Selfie kurz vor Urlaubsende.

 

Ein letzter Blick auf die Weser. Schön war es.
Wahrscheinlich kehre ich nie mehr zurück.

Bremerhaven – Teil 3

Abgesehen von einer unnötigen Wachphase gegen 03.15 Uhr, in der mein Magen irgendwas zu meckern hat, schlafe ich bis etwa 06.00 Uhr durch. Dann wecken mich Menschen, die irgendwie aktiv rumwuseln. Mir sind so Frühwusler irgendwie suspekt. Ständig wuselt irgendwer, so dass ich um kurz nach 07.00 Uhr aufstehe, weil das viele rumwuseln mich ganz durcheinander bringt. Da ich die Putzfrau gegen 08.15 Uhr erwarte, muss ich bis dahin geduscht und angezogen sein und möglichst mit dem morgendlichen Stuhlgang fertig. Sonst steht die Putzfrau auf einmal in meinem Zimmer und ich habe gerade, warum auch immer, die Hosen runtergelassen. Das möchte ich nicht. So kommt es, dass ich bereits um 08.18 Uhr in die Stadt fahre, um das gleiche Frühstück wie am Vortag einzunehmen. Wenn ich einmal einen Ort gefunden habe, der meinen Kriterien entspricht, kehre ich meist zurück. Möglicherweise bin ich so eine Art Gewohnheitstier. Anschließend geht es in den Zoo am Meer, der eben erst geöffnet hat und wo deshalb nur wenige Menschen unterwegs sind. Abgesehen davon, dass ich Zoos nicht so gut finde, weil die Tiere mir da viel zu wenig Platz haben, ist es in diesem Zoo wirklich schön. Die Tiere machen einen entspannten Eindruck und es gibt ein paar Sitzplätze von denen man eine tolle Aussicht hat. Dort sitze ich so lange bis ich Mittagessen muss. Natürlich esse ich dort zu Mittag, wo ich schon gestern aß. Danach muss ich mich entscheiden, ob ich ins Klimahaus gehe, was der ursprüngliche Plan war, oder an einer zweistündigen Schiffsrundfahrt teilnehme.

Wenig später sitze ich auf einem schlechten Platz auf einem Schiff. Der Platz ist so schlecht, dass ich mich schon bald zum Heck verziehe und die Rundfahrt stehend genieße. Zwei Rentner mit je zwei Kameras verbringen ihre Zeit ebenfalls dort. Auf ihre Kameras haben sie große Objektive geschraubt, weil es manchmal wohl doch auf die Größe ankommt. Sie halten sich meist auf der Steuerbordseite auf, weil man da Schiffe sehen kann und Container und alles Mögliche. Ich finde das zwar auch spannend, aber das Wasser ist irgendwie spannender, weshalb ich zumeist nur aufs Wasser oder in die Ferne starre. Störend ist lediglich der Dieselgeruch, der wahrscheinlich dafür sorgt, dass ich bald an einer Krebserkrankung sterben werde. Und weil meine Zeit begrenzt ist, starre ich einfach weiter aufs Wasser und erfreue mich daran, wie es Wellen schlägt. Zwischendurch kommen immer mal andere Passagiere nach hinten, um auch Fotos zu machen. Besonders putzig, aber auch fragwürdig, finde ich die Männer in kurzen Hosen, die gelegentlich ganz cool ein paar Fotos machen und dann wieder nach oben verschwinden. Ich kann mir nicht helfen, aber Männer in kurzen Hosen sehen zumeist ziemlich albern aus. Obwohl es vermutlich nicht nur an den Hosen liegt, sondern eher am Gesamtbild, welches sie abgeben. Ich glaube, Männer sollten keine kurzen Hosen tragen. Außer beim Sport oder zu besonderen Anlässen. Was für Anlässe dies sein können, fällt mir allerdings nicht ein. Eventuell habe ich aber auch nur Vorurteile, oder bin gar neidisch, weil ich in kurzen Hosen sogar beim Sport ziemlich bescheuert aussehe. Eigentlich sehe ich sogar meistens irgendwie bescheuert aus.

Nicht lange nach der kleinen Schiffsreise befinde ich mich auf der Aussichtsplattform Sail City. Neben Schiffrundfahrten eine zweite Sache auf die ich scheinbar nicht verzichten kann. Glücklicherweise sind hier oben nur wenige Menschen, so dass ich völlig entspannt einfach nur so rumhängen und den Blick in die Ferne schweifen lassen kann. Plötzlich packt mich ein kleines Hungergefühl, weshalb ich sofort die Aussichtsplattform verlasse, um zur Taverna da Vinci zu eilen. Dort bestelle ich ein Dunkelbier und Bruscetta. Überrascht bin ich als mir das Bier serviert wird. Es ist dunkles Bier, dabei wollte ich ein Malzbier, was ich dummerweise so nicht gesagt habe. Und so lerne ich heute, dass Dunkelbier und Malzbier völlig unterschiedliche Biere sind. Ich nippe an meinem dunklen Bier und es schmeckt wie erwartet. Nämlich nicht gut. Ich mag Bier einfach nicht und schaffe gerade mal die Hälfe von dem Gebräu. Weil der Biergeschmack außerdem den Geschmack des Essens total versaut, bin ich irgendwie frustriert und stelle mir gerade vor wie ich da vor meinem Bier sitze. Ein extrem weißer Mann mit Untergewicht, der ein 0,3 Liter Glas Bier in der rechten Hand hält und sich wundert, was er da bestellt hat. Und dann zieht dieser komische Mann, der leider ich bin, ein wenig verzücktes Gesicht, nachdem er einen Schluck von dem Bier gekostet hat. Damit wäre ich bei einer Werbung gegen den Genuss von Bier weit vorne.

Irgendwann neigt sich der letzte Urlaubsabend in Bremerhaven dem Ende entgegen und ich gehe noch einmal zum Wasser, drehe eine große Runde und beschließe dann, dass es an der Zeit ist ins Hotel zurückzukehren. Es war schön, es war interessant und ich bin ein komischer Typ. Es hätte schlimmer kommen können.

Bremerhaven – Teil 2

Am Montag wache ich um 05.10 Uhr auf, weil es hell ist und mein Magen mit mir unzufrieden ist. Manchmal vergesse ich noch immer, dass es für mich sehr wichtig ist zu relativ festen Zeiten etwas Magengerechtes zu essen. An Schlaf ist so natürlich nicht mehr zu denken. Entweder schaffe ich es heute, den Tag anständig ums Essen herum zu planen oder es werden schreckliche Zeiten bis zu meiner Abfahrt. Es ist keine Freude möglicherweise essgestört zu sein, definitiv unter einem Dachschaden zu leiden und dazu einen Magen- Darmtrakt zu haben, der Fehler im Ernährungsplan nicht verzeiht und sofort eine Rebellion anzettelt. Es ist echt gut, dass niemand ein Zimmer mit mir teilt, denn das wäre unangenehm und peinlich. Ich sollte vielleicht nicht mehr in den Urlaub fahren und mich generell auf Tagesausflüge mit präzisem Ernährungsablauf beschränken. Als wäre ich nicht schon beschränkt genug.

Neunzig Minuten später liege ich noch immer wach auf dem Bett rum und mein Magen erzählt ununterbrochen wie beschissen er mein Verhalten findet. Entspannter Urlaub geht anders. Im Nebenzimmer ist mittlerweile auch Leben und dennoch schlafe ich dann doch noch einmal kurz ein.

Später, ich bin noch immer unzufrieden mit meinem Essverhalten, telefoniere ich mit Agnes, als es an der Tür klopft. Da ich nicht reagiere, wird nun die von innen verschlossene Tür aufgeschlossen und eine Frau kommt herein. Sie murmelt etwas und fragt dann, ob ich etwas brauche. Sie darf den Müllbeutel wechseln und verschwindet wieder. Es ist 08.15 Uhr. Was zum Teufel soll denn sowas?

Noch vor 09.00 Uhr breche ich auf, um eine Kleinigkeit zum Frühstück zu mir zu nehmen. Doch ich finde keine geeignete Bäckerei, weil überall Leute sitzen, in deren Nähe ich einfach nicht sitzen will, denn ich will alleine frühstücken. Als ich fast am Ende bin, finde ich eine Bäckerei, die es mir ermöglicht relativ ungestört zu speisen. Ich bestelle eine Salamibrötchen und dazu einen Orangensaft, setze mich draußen in die hinterste Ecke und gucke mir die Leute an, die vorübergehen. Ich scheine langsam zu entspannen, lasse mir Zeit und gehe erst als sich jemand an den Nebentisch setzt.

Unterwegs kaufe ich mir eine Flasche Wasser und anschließend eine Karte für eine Hafenrundfahrt. Ganz alleine sitze ich an einem Tisch für sechs Personen als eine Schulklasse das Boot entert. Eine lustige Schulklasse bei der es sich ausschließlich um ausländische Kinder handelt, wie unschwer zu erkennen ist. Da passt es meiner Meinung nach nicht so gut, dass beide Lehrerinnen mit deutlichem osteuropäischem Akzent sprechen. Aber egal. Bei der Rundfahrt stört zunächst nur, dass erklärt wird, was es alles zu sehen gibt. Durchaus interessant, aber eigentlich will ich lieber meine Ruhe und einfach nur aufs Wasser gucken. Irgendwann, fast aus heiterem Himmel, passiert etwas, was ich die ganze Zeit befürchtet hatte. Drei der Schüler setzen sich an meinen Tisch setzen. Da ist der zwischenzeitlich etwas heftige Wind mir tatsächlich sympathischer. Und natürlich können Kinder nicht einfach nur so dasitzen, sie müssen reden und albern sein und irgendwann betrachtet einer von denen meine Uhr, findet irgendwas lustig, flüstert zu den anderen und alle scheinen amüsiert. Ich frage natürlich, was so lustig ist, weil ich schon verstehen will, warum man über mich lacht. Der kleine Junge weist mich darauf hin, dass meine Uhr falsch geht. Ich erkläre ihm, dass das nur deshalb so ist, weil er die Uhr auf dem Kopf gelesen hat, drehe sie für ihn um und halte sie vor sein Gesicht. Jetzt versteht er und gibt Ruhe. Endlich

Nach der Rundfahrt gehe ich asiatisch essen. WOK – Asian Cuisine heißt der Laden, der mir schon gestern auffiel und den ich mir fürs heutige Mittagessen vorgemerkt hatte. Das Essen ist gut, die Bedienungen sehr freundlich und ich denke während ich es mir schmecken lasse schon darüber nach, wann und wo ich meine nächste Mahlzeit einnehmen werde, um meinen Körper zu besänftigen. Das ist schon irgendwie krank.

Nach der kleinen Mittagspause klettere ich einmal durchs U-Boot Wilhelm Bauer und bin ganz fasziniert, wie wenig Platz man darin hat. Ich war vor unendlich vielen Jahren mit der Schulklasse mal hier und habe mir den Kopf gestoßen. Damals kam mir das U-Boot dennoch größer vor. Vielleicht weil ich damals kleiner war oder nur Augen für eine Mitschülerin hatte.
Wenige Minuten später befinde ich mich im Schifffahrtmuseum. Dort werde ich so müde, dass ich mich mehrmals hinsetzen muss, um Kräfte zu mobilisieren. Mein Plan, bis zum Abend in der Stadt zu bleiben, muss somit geändert werden. Nachdem ich hoffentlich alles in dem Museum, welches ich wirklich empfehlen kann, gesehen habe, gehe ich zum Parkplatz, zahle 7 Euro fürs Parken und fahre zum Ausruhen zurück ins Hotel. Bei der Gelegenheit mache ich mich etwas frisch, weil ich nicht gerne durch unangenehmes Riechen auffallen möchte. Nachdem ich mich erholt und ein sauberes Poloshirt angezogen habe, kehre ich zurück und bestelle pünktlich um 18.15 Uhr die nächste Mahlzeit. Es gibt Gemüse mit Reis und süß saurer Soße. Anschließend wandere ich planlos umher, freue mich über die Wellen, welche die Schiffe verursachen und sitze mal hier und mal dort rum. Wellen und Wasser sind echt toll. Gegen 20.40 Uhr mache ich mich auf den Weg zurück ins Hotel und stelle fest, dass mir meine Beine total wehtun. Dabei bin ich nicht einmal 15 Kilometer gewandert. Ich bin echt aus der Übung.

Ich habe regelmäßig gegessen und getrunken, hatte einen entspannten Tag und mich an meine neue Umgebung gewöhnt. Der komische Zustand, den der Anreisetag mir beschert hat, ist einem entspannten Dasein gewichen. Möglicherweise bin ich doch noch nicht völlig verloren und kann weitere Urlaube verkraften. Ich muss mich nur am ersten Tag schonen und regelmäßig füttern. Dann sollte mein Magen nicht rebellieren und mein Kopf keine Panikattacken androhen. Vielleicht kriege ich das beim nächsten Urlaub hin. Aber jetzt freue ich mich erstmal auf den morgigen Tag. Das Zimmer verlasse ich nicht mehr, weil mir dazu die Energie fehlt und ich hier zum Entspannen bin und nicht, um irgendwelche Aktivitätsrekorde aufzustellen. Alles ist im Fluss.

Bremerhaven – Teil 1

Warum ich mit dem Coupé und nicht dem Benz nach Bremerhaven fahre ist schnell erklärt. Beim Benz ist die Klimaanlage defekt und ich weiß nicht, ob er einen angemessenen Parkplatz bekommen würde. Außerdem kann man im Coupé besser Musik hören. So singt Dean Martin auf der Hinfahrt für mich und ich muss mir leider eingestehen, dass mir Bremerhaven zu weit weg ist, denn nach zwei Stunden habe ich keine Lust mehr aufs fahren. Reiseziele, die weiter entfernt sind, sollte ich zukünftig definitiv meiden. Ich bin einfach zu alt für so Abenteuer. Trotzdem wackle ich zur Musik gelegentlich mit dem Kopf, nur halt nicht im Takt der Musik, was sicher nicht nur daran liegt, dass ich kein Taktgefühl habe. Schneller ans Ziel bringt mich das Kopfgewackel allerdings auch nicht.

Auf dem Weg zu meinem Zimmer kommt mir ein Hund entgegen. Er ist weiß und vermutlich sehr alt. Sein Fell scheint ihm auszufallen und er sieht irgendwie fertig aus. Dummerweise habe ich die blöde Angewohnheit fast jeden Hund, der mir begegnet, anzusprechen, was in diesem Fall dazu führt, dass der Hund ziemlich wütend wird und mich übel beschimpft. Selbst als ich mich entschuldige und davon mache, kriegt er sich nicht ein. Ich sollte mir echt abgewöhnen jeden Hund anzusprechen, bei Frauen mache ich sowas schließlich auch nicht.

Mein Hotelzimmer ist grenzwertig. Dass es winzig sein würde, war mir klar, dass mein Ausblick direkt auf eine Häuserwand gerichtet sein wird dagegen nicht. Auch bin ich überrascht, dass es nicht einmal einen Schrank gibt. So werde ich drei Tage quasi aus dem Koffer leben müssen. Aber immerhin ist der Parkplatz akzeptabel und das Wetter schön. Bevor ich das Zimmer akzeptieren kann, sprühe ich alles, was ich zu berühren gedenke, einmal mit Desinfektionsmittel ein. Zu meiner eigenen Sicherheit, weil ich nicht krank werden möchte. Gefängnisse in einem solchen Zustand gibt es in Deutschland sicher nicht. Trotzdem möchte ich nicht in ein Gefängnis.

Ich muss etwa acht Minuten mit dem Auto fahren um vom Hotel ans Wasser zu kommen. Parkplätze gibt es gegen Gebühr. Belohnt werde ich dafür wenig später mit einem schönen Ausblick und einer Pizza Hawaii, die ich in der Taverna da Vinci zu mir nehme. Da es einigermaßen windig ist, ist die Pizza allerdings schnell kalt, was mich nicht so wirklich zu begeistern vermag. Ich bin im Moment der einzige in dem Lokal, der ohne Begleitung ist, was ich irgendwie interessant finde. Die Pizza ist gut, dass Dunkelbier ebenso. Nach einer Weile setzt sich eine Frau, die ebenfalls alleine ist, an den Nebentisch. Ich verstehe das nicht, weil noch genug andere Tische frei sind. Also trinke schnell aus, bezahle und gehe, weil mich das irgendwie durcheinander bringt, wenn eine Frau alleine am Tisch direkt neben mir sitzt. So kann ich keineswegs entspannen.

Ich laufe eine Weile an der Weser entlang, dann trinke ich noch zwei Stille Wasser in der Strandhalle. Dort sitze ich ganz alleine in einer Ecke, weil kaum noch Leute da sind. Irgendwie gefällt mir das. Dann werde ich auch schon müde und es wird mir durch den Wind zu kalt, weshalb ich mich auf den Rückweg mache und bereits um 21.50 Uhr zurück im Hotel bin.

Ich muss gestehen, dass mich erste Urlaubstage schon einigermaßen stressen und habe, während ich auf dem Bett liege, noch nicht das Gefühl, dass Bremerhaven eine gute Wahl war für einen Urlaub allein mit mir ist.

Erneuter Ausflug ins Kreuzviertel

Ohne Manni, der einen Motorradausflug einem Ausflug mit uns vorgezogen hat, erreichen Petra und ich das Kreuzviertel. Der zweite Ausflug ins Kreuzviertel innerhalb so kurzer Zeit könnte erneut vermuten lassen, dass wir am Ende doch halbwegs normale Menschen sind. So ein Quatsch.
Wie geplant gehen wir ins Zucchero, um dort etwas zu Essen. Wie üblich bestelle ich vorher ein Stilles Wasser.
Stilles Wasser

Anschließend wird mir ein riesiger Salat serviert. Ein Salat, der so groß ist, dass ich sofort weiß, dass ich ihn niemals schaffen werde.
Salat

Und im Gegensatz zu Petra, die den gleichen Salat bestellt hat, schaffe ich es natürlich nicht. Mein Teller sieht am Ende aus als hätte ich nicht wirklich etwas gegessen, was irgendwie peinlich ist und auch eine Lebensmittelverschwendung. Beim nächsten Mal bestelle ich etwas anderes. Vielleicht sogar etwas, was ich auch aufessen werde.

Nachdem wir bezahlt haben, schlendern wir eine Runde durchs Kreuzviertel. Das Gastronomieangebot ist vielfältig und am Ende bekommen wir einen Platz im Uncle Tom´s. Eine freundliche und attraktive Bedienung bringt mir eine Pepsi. Das ist insofern außergewöhnlich, weil ich es mir eigentlich abgewöhnt hatte, Cola zu trinken. Aber wer seinen Salat nicht aufisst, der kann auch Cola trinken.
Pepsi

Was mir immer wieder, wenn ich im Kreuzviertel lande, auffällt, ist die Tatsache, dass es hier ein reichhaltiges Angebot an attraktiven Frauen gibt. Ein wahres Fest für meine alten Augen.
Nach einer Weile stellen wir fest, dass Petra den Schauspieler Brett Halsey, nicht zu verwechseln mit dem Baseballspieler Brad Halsey, nicht kennt. Ich bin entsetzt und kläre Petra über die filmischen Meisterwerke, in denen Brett mitwirkte, auf. „Der Commander“ mit Lewis Collins, der Name sagt ihr übrigens auch nichts. „Heute ich… morgen Du!“ mit Bud Spender, den sie zum Glück kennt. Oder auch „Demonia“ von Lucio Fulci. Nichts hilft ihr weiter. Zeit das Thema Brett Halsey zu beenden.
Vor uns platzieren sich für eine Weile ein paar sehr junge Frauen. Abgesehen davon, dass sie sogar mir viel zu jung sind, riechen sie einfach köstlich. Ich erinnere mich an die Zeiten als ich noch jung war, ausging und ständig den Duft junger Frauen aufnehmen konnte. Und niemals lernte ich eine solch gut riechende Frau kennen. Das waren noch Zeiten.

Am Nebentisch steht Michael. Zumindest nennt er sich Michael, wenn er aus der Vergangenheit erzählt. Neben ihm steht eine recht attraktive Frau. Ich weiß nicht, ob die beiden zusammen sind, befreundet, ihr erstes Date haben. Ich weiß nur, dass Michael irgendwann eine Art Monolog führt. Das mache ich auch gelegentlich, aber Michas Monolog ist anders. Micha scheint zu lallen und will entweder seine Geschichten durch lange Pausen besonders spannend gestalten oder er leidet unter Wortfindungsstörungen. Mir kommt das alles jedenfalls wenig unterhaltsam oder spannend vor. Vielleicht hat er zu viel getrunken, oder er ist nervös, weil gleich gepoppt wird. Sollte wirklich noch gepoppt werden, wäre es jetzt allerdings ein guter Zeitpunkt mit dem Reden aufzuhören. Sind die beiden nur befreundet, sollte er trotzdem aufhören, um die Freundschaft nicht zu gefährden. Irgendwie finde ich sein Gestammel so befremdlich, dass ich mich fast für ihn schäme. Kurze Zeit später gehen die beiden endlich. Keine Ahnung, was ich von alldem halten soll.

Dann hat Petra noch eine Erkenntnis und behauptet, sie sei stehend größer als sitzend. Zum Beweis setzt sie sich, stellt sie sich, wackelt quasi hin und her. Ein Größenunterschied lässt sich nicht erkennen. So bleibt zu vermerken, dass es größentechnisch keine Rolle spielt, ob Petra auf einem Barhocker sitzt oder neben ihm steht. Auch als sie kurze Zeit später einen Wachstumsschub bekommt, bleibt letztlich doch alles, wie es schon vorher war.

Um 22.45 Uhr bekommt Petra eine Nachricht von ihrem Smartphone, dass sie um 23.00 Uhr schlafen muss. Unverzüglich bezahlen wir und machen uns auf den Weg. Schließlich gibt es solche Mitteilungen nicht ohne Grund.

Montagsausflug

Vielleicht hat sich Bad Salzuflen heimlich zu meinem bevorzugten Ort für Montagsausflüge entwickelt. Wie sonst ist es zu erklären, dass es mich immer wieder hierhin verschlägt? Vermutlich ist der Ort irgendwie für mich gemacht. Und es gibt auch genügend Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme für mich. So landen wir heute in den Seeterrassen, wo ich mir zunächst ein stilles Wasser servieren lasse.
Stilles Wasser

Natürlich folgt nach der Bewässerung die Nahrungszufuhr. Bruscetta mit Rucola. Schon erstaunlich, wie oft ich Rucola zu mir nehme. Es ist noch gar nicht lange her, da wusste ich nicht einmal, dass man so etwas essen kann. Möglicherweise hielt ich das Grünzeug sogar für gefährlich.
Bruscetta

Nach dieser kleinen Stärkung geht es weiter durch den Ort. Zu meiner Überraschung bekomme ich wenig später von Agnes eine Solarlampe geschenkt. Meine bekannte Vorliebe für Geschenke und Lampen hat durchaus seine Vorteile. Irgendwann werde ich allerdings eine größere Wohnung für all die Lampen brauchen.

Im Salinen Café gibt es später noch ein Stück Kuchen und einen Tee für mich, bevor es zurück in den Park geht. Es ist wieder mal ein Urlaubstag mitten in der Woche und vielleicht ist Bad Salzuflen ja ein Ort an dem ich Leben könnte. Da sind viele alte Menschen, die Luft ist gut und Geschenke bekomme ich dort auch immer wieder. Sobald ich zu Geld komme, sollte ich unbedingt einen meiner Wohnsitze dorthin verlegen.

Ausflug ins Kreuzviertel

Manchmal, nur für einen kleinen Moment, und nur, wenn man nicht richtig hinsieht oder hinhört, könnte man glauben, wir drei sind normale Menschen, die sich nicht schon im nächsten Moment selbst entlarven und ihrer ganz persönlichen Verschrobenheit hingeben. Jeder für sich ist schon eine merkwürdige Gestalt, voller Behinderungen und Schatten, zusammen sind wir eine selten bekloppte Mischung, die möglicherweise kaum zu ertragen ist und für Außenstehende sicher sehr befremdlich wirkt. Dummerweise sind wir nicht immer leise in unserm Dasein, so dass wir durchaus auch mal als echte Zumutung durchgehen könnten. Unser Verhalten ist geprägt von Routinen und/oder Absonderlichkeiten. Wir streiten das gerne ab, aber wenn andere oder wir genauer hinsehen, dann ist zu erkennen, dass in unseren Oberstübchen ein sehr merkwürdiger Film abläuft. Dauerhaft kompatibel sind wir mit den wenigsten, kurzzeitig mitunter allerdings durchaus amüsant. Zumindest hin und wieder. Alles hängt natürlich von der jeweiligen Tagesform aller Beteiligten ab. Wir sind älter als wir uns das selber abnehmen, denn in unserem Wesen sind wir kindisch, verwirrt, verstört und eigenartig. Nur niemals tatsächlich erwachsen geworden. Zumindest nicht, wie andere, wie viele oder gar die meisten. Entwicklungstechnisch haben wir den einen oder anderen Schub verpasst oder bewusst umschiff. Und so sitzen wir hier im Kreuzviertel und können es selbst kaum glauben.

fatto in casa

Es ist Freitag, der vorgezogene Sommer hat uns einen Strich durch den traditionellen Filmabend gemacht, und ohne es wirklich zu verstehen verabredeten wir uns nicht nur, um das Haus zu verlassen, wir haben es auch umgesetzt. Als wäre es das Normalste von der Welt. Aber das ist es nicht. Für uns sind derartige Abweichungen von der Routine eine äußerst seltene Sache. Wobei unser Jüngster, der Manni, sich im Großen und Ganzen schon längst weiter entwickelt hat. Petra und ich hingegen sind da längst nicht so weit. Bei Petra muss man fürchten, dass sie irgendwann nur noch im Garten sitzt und Vögel und Eichhörnchen füttert, beobachtet und bespricht und bei mir ist die Gefahr groß, dass ich eines Tages eins sein werde mit meiner Wohnung. Dennoch wirkt unser Ausflug für Außenstehende vermutlich ganz normal, für uns aber stellt er eine Art Meilenstein der Entwicklung dar. Ein seltenes Schauspiel, ein wahres Event. Und um all dem die Krone aufzusetzen, sind wir nicht nur ins Kreuzviertel gefahren, wir haben sogar einen Plan mit uns geführt. Salat essen an einem fremden Ort zu einer, zumindest für mich, außergewöhnlichen Zeit. Manchmal, wenn mich so ein Entwicklungsschub packt, bin ich mir noch unheimlicher als ich es ohnehin schon bin.

Für mich gibt es ordnungsgemäß stilles Wasser, weil stilles Wasser still ist und in der Regel keinem sauer aufstößt. Serviert in einer für mich ansprechenden Flasche, die zum Ambiente passt.

Stilles Wasser

Während wir auf das Essen warten, verzichten wir auf Gespräche über Krankheiten, obwohl es da immer was zu erzählen gibt. Beim Thema Krankheiten nimmt Petra schon lange einen Spitzenplatz ein. An ihr scheint mittlerweile alles am Bewegungsapparat kaputt gegangen zu sein und Schwierigkeiten zu bereiten. Ich bin größtenteils innerlich kaputt und wirke nach außen fast agil. Mein Verfall verläuft größtenteils von innen nach außen und ohne Schmerzen. Ich kann nur meine verpickelte Stirn präsentieren und vermutete böse Hautkrankheiten. Petra hingegen kann von immer neuen Schmerzen berichten und scheint als erste von uns komplett kaputt zu gehen. Also so kaputt, dass man auch nicht mehr weiß, ob man da noch was reparieren kann. Anderseits sind diejenigen, die früh mit dem Leiden beginnen am Ende oft die, welche über die meisten Jahre einfach nur so leiden, während die andern längst an einer grauenvollen Krankheit, die glücklicherweise rasch das Leben beendet hat, verstorben sind. Da weiß man auch nicht, was wirklich besser ist. Weil diese Themen aber in der Regel Hauptbestandteil der Gespräche, während der Wanderungen an denen Manni meist nicht teilnimmt, sind, reden wir heute nicht darüber. Vielleicht gibt es auch andere Gründe, die das Thema gesundheitliche Gebrechen verhindern. Möglicherweise haben wir auch nur vergessen über Krankheiten zu reden. Wir erfreuen uns stattdessen an unserem Ausflug und wundern uns lediglich, dass wir überhaupt einen Ausflug gemacht haben. Gelegentlich gehen attraktive Frauen an uns vorbei, die meine volle Aufmerksamkeit erfordern. Schöne Frauen und schöne Autos kann ich mir immer anschauen. Eines der wenigen Talente, welches mir auch im Alter geblieben ist. Dann bekommen wir unser Essen.

Rucola e Tacchino

Es ist etwa 20.10 Uhr und ich kann mich nicht erinnern, jemals so spät einen Salat gegessen zu haben. Überhaupt kann ich mich daran erinnern, in meinem Leben schon öfter als zweimal einen Salat bestellt zu haben. Habe ich mir je zuvor Salat in dieser Größenordnung, der eine andere Mahlzeit ersetzt, bestellt? Ich weiß es nicht. Obwohl ich Ruccola etwas gewöhnungsbedürftig finde, kann ich den Salat nur empfehlen. Ich bin so zufrieden, dass ich am Ende fast drei Euro Trinkgeld gebe. Einfach mal so tun, als spiele Geld eine untergeordnete Rolle. Tolle Sache.

Es folgt ein Spaziergang durchs Kreuzviertel. Wir erinnern und an unseren letzten Ausflug hierher. Damals hat es uns so gut gefallen, dass wir eine baldige Rückkehr beschlossen. Und wir haben Wort gehalten. Nur etwa neun Monate später sind wir wieder hier. Wenn wir uns etwas vornehmen, dann setzen wir es auch zeitnah um. Da sind wir schon konsequent, Und weil wir auch heute sehr entspannt und angetan sind, nehmen wir uns vor, demnächst wieder herzukommen und in einem anderen Lokal zu essen. Das wird sicher toll.

Obwohl ich noch bleiben könnte und mich gut fühle, was möglicherweise vom Salat kommt, suchen wir kein weiteres Lokal auf, sondern beenden kurze Zeit später unseren Ausflug. Schließlich ist es spät geworden und dunkel. Es ist etwa 21.30 Uhr als wir zurück am Auto sind und die Heimreise antreten. Es fühlte sich fast wie ein Urlaubstag an, ohne im Urlaub gewesen zu sein. Wenn alles gut läuft, sind wir schon 2019 wieder im Kreuzviertel. Es ist wirklich schön derartige Pläne zu haben, die einem das Leben versüßen und einem für einen Moment das Gefühl vermitteln als wäre man nicht völlig geistesgestört.

Karfreitagsimpressionen

Spontan und auch für mich überraschend, führte der Karfreitagsausflug Petra und mich nach Henrichenburg, wo wir zunächst verwirrt und ziellos umherirrten.

Diese Treppe stiegen wir hinauf, nur um festzustellen, dass es dort nicht weiter geht, so dass wir wieder runter mussten.

 

Anschließend entdeckten wir durch Zufall, dass es auch ein Museum gibt,  zahlten brav Eintritt und ich war sehr verwirrt, dass mir das vorher nie aufgefallen war.

 

Wenn man irgendwo hoch kann, dann wil ich das natürlich, weil von oben ja meist alles anders aussieht als von unten.

 

Schiffe und Wasser kann man von oben natürlich auch sehen. Ich finde Schiffe und Wasser toll. Keine Ahnung, warum das so ist.

 

Wenn man irgendwelche Stufen hinauf steigt, muss man zwangsläufig auch  wieder runter.

 

Meine Versuche mit dem komischen Typen Kontakt aufzunehmen scheiterten kläglich. Vermutlich mochte er mich einfach nicht oder war längst verstorben.

 

An diesem Platz kann man nach irgendwelchen Vorfahren suchen, die irgendwann nach Amerika ausgewandert sind.

 

Wichtige Hinweise waren auch damals von großer Wichtigkeit. Schlechte Menschen gab es nämlich schon immer.

 

Ein nicht wirklich freundliches Plakat, welches mich irgendwie an King Kong erinnert. King Kong finde ich aber sympathischer.

 

So sehe ich übrigens aus, wenn ich Museen besuche, ohne vorher beim Friseur gewesen zu sein.

Zweites Zimmer gebucht

Völlig unvorbereitet und irgendwie auch spontan buche ich ein Zimmer für meinen Ausflug im Juli nach Lübeck. Manchmal überrasche ich mich regelrecht selbst. Es ist aber auch verlockend einfach so ein Zimmer zu buchen. Und alles geht scheinbar tatsächlich ohne Anzahlung. Nicht einmal meine Kontodaten muss ich hinterlegen. Da könnte ich fast in einen Rausch geraten und ein Zimmer nach dem anderen buchen. Und das Beste ist, dass man bis kurz vor Reisebeginn alles kostenlos stornieren kann. Das bedeutet für mich, ich kann es mir jederzeit anders überlegen. Nur für den Fall, dass ich panisch werde oder sonstige Störungen auftreten. Vielleicht war früher doch nicht alles besser.

Erstes Zimmer gebucht

Mein erster Ausflug des Jahres ist gebucht. Im Mai besuche ich Bremerhaven. Hoffentlich war das eine kluge Wahl. Ich habe mich für drei Nächte entschieden, weil man es auch nicht übertreiben soll mit dem Reisen. Außerdem brauche ich nach so einer Reise sicher etwas Zeit mich in der Heimat wieder zurechtzufinden. Und da ich nur eine Woche Urlaub habe, wäre ein längerer Aufenthalt sicher unverantwortlich gewesen.
Nachdem das erledigt ist, will ich den zweiten Ausflug auch gleich buchen, doch irgendwie habe ich plötzlich Zweifel, denn zwei Ausflüge in nur einem Jahr sind schon eine gewagte Sache, wenn man einen an der Waffel hat. Außerdem muss ich schauen, ob Lübeck nicht doch zu weit weg ist und ich für den zweiten Ausflug ein näheres Reiseziel wählen muss. Schließlich ist alles, was einen gewissen Radius überschreitet, eine ziemliche Herausforderung für Menschen wie mich. Mal schauen, ob ich es morgen schaffe. Oder übermorgen. Oder überhaupt.