Montagsausflug

Erneut optimales Wetter für einen Ausflug. Perfektes Wetter auch, um den Benz zu nehmen. Doch weil der Tank des Benz leer ist und ich mein Geld für diesen Monat längst ausgegeben habe, muss das Coupé mich fahren. Seitdem die Räder von vorne nach hinten und die von hinten nach vorne gewechselt wurden, fährt sich das Coupé viel angenehmer und es ist sogar okay eine Weile lang 160 zu fahren. In der Regel fahre ich aber langsamer, weil ich das einfach entspannter finde.

Zu meiner Überraschung führt mich der Ausflug in den Teutoburger Wald. Eine spontane Idee von Agnes, die zu meiner Überraschung auch noch den Hund mitgebracht hat. Erwartungsgemäß habe ich meine Wanderschuhe von gestern wieder an. Schließlich wusste ich nicht, dass ich heute wieder in einem Wald aktiv sein werde. Das Wetter ist ebenso perfekt wie meine Begleitung und so wird der freie Montag zu einem guten Tag. Alles ist nach meinem Geschmack. Zum Abschluss gehen wir noch eine Kleinigkeit essen, dann endet der dritte Ausflug meines verlängerten Wochenendes. Von mir aus kann es so weitergehen.


75 Kilometer im Benz

Weil ich nichts mit mir anzufangen weiß, hole ich den Benz für eine kleine Ausfahrt. Dafür habe ich ihn schließlich. Und glücklicherweise funktioniert die Klimaanage, so dass es eine angenehme Reise wird. Ich fahre  nicht wirklich weit weg, aber das ist heute auch nicht wichtig.
Straßenschäden sind natürlich ärgerlich, aber keine große
Sache für den Benz.
Ich komme an einigen Kirchen vorbei, aber  nur bei dieser gelingt ein Foto.
Vorbei geht es am Lanstroper-Ei…
… doch weil ich verwirrt bin, komme ich nach einer Weile erneut am
Ei vorbei.
Die Route Industriekultur ist quasi überall.
Was für eine Zeche das ist, weiß ich natürlich nicht.
Am schönsten ist es, wenn keine anderen Autos im Weg sind.
 Schafe nutzen das schöne Wetter durchaus sinnvoller als ich.
Weil ich die Schafe für klüger als mich halte,
fahre ich einigermaßen zügig zurück zur Garage.
Dummerweise entdecke ich in der Garage einen großen Fleck. Irgendeine
Flüssigkeit scheint permanent aus dem Benz zu laufen. Leider kann ich nicht feststellen, ob es Flüssigkeit der Klimaanlage oder etwas ganz anderes ist. In der Hoffnung, dass es die Klimaanlage ist, lege ich nun monatlich 100€ zurück, um die große Reparatur nächstes Jahr bezahlen zu können. Irgendwie ist das alles frustrierend und passt somit bestens zu mir und meinem trostlosen Leben.

Kostenvoranschlag

Weil der Benz nicht nur ein Problem mit dem Lüfter der Klimaanlage hat, sondern obendrein nicht ganz dicht ist, steht er erneut in einer Werkstatt, um herauszufinden, wo er leckt. Als die Fehler gefunden sind, werde ich benachrichtigt. Der Benz braucht einen neuen Klimakompressor, ein neues Expansionsventil (wurde vor etwa zehn Monaten schon gewechselt), einen neuen Trockner und einen neuen Verdampfer. Die
Teile kosten etwa 500€, was ich durchaus verkraften könnte. Das Problem sind die allerdings die Einbaukosten, die bei etwa 1000€ liegen, da man den Benz ziemlich zerlegen muss, um den Verdampfer zu wechseln. An dieser Stelle ist das Thema für mich durch. Dieses Jahr habe ich wahrlich genug Geld in die beiden Autos gesteckt. So kann ich nun bis zum nächsten Jahr darüber nachdenken, was ich zu tun gedenke.

Sonntagsaktivität

Das Wetter ist zu schön, um den ganzen Tag zu Hause zu bleiben, doch ich bin zu faul mich zu bewegen. Tatsächlich bewege ich mich immer seltener und immer weniger. So entscheide ich mich für eine Ausfahrt mit dem Benz. Dummerweise ist der Benz bei der letzten Ausfahrt in den Regen gekommen und etwas schmutzig, weil ihn seitdem niemand gewaschen hat. Ärgerlich. Dennoch fahren wir eine Stunde spazieren, was uns beiden sicher gut tut.

 Keine Ausfahrt ohne Skelett.
 Ebenfalls sehr wichtig ist die richtige Auswahl der
Musik.
Auch wenn der Klang im Benz ziemlich lausig ist.

Zurück in der Garage. Das Verbotsschild wird wie immer missachtet. Das hängt auch nur da, weil ich dachte, dass ich bis an mein Lebensende Ford fahren würde. Gelegentlich irre selbst ich mich. Den Benz stört es zum Glück nicht

 

 

Benz bei Bosch


Wegen des defekten Klimaanlagenlüfters versuche ich mein Glück bei Bosch.
Bei der Auftragsannahme sagt
mir der Mitarbeiter, dass ich einen tollen Wagen habe. Ich erwidere, dass
ich das weiß. Wirklich weiter bringt uns das nicht.
Gegen Mittag bekomme ich einen Anruf, dass der Fehler an einem Kabelbaum
vermutet wird und es ab jetzt arg teuer werden kann. Pro Stunde 86€ und es ist
nicht abzusehen, wie lange es dauern wird bis der Fehler gefunden ist. Ich
sage, dass bei 350€ Schluss sein muss, weil man irgendwo eine Grenze setzen
muss. Fehler an der Elektronik habe ich schon immer gefürchtet. Daher sind
moderne Autos erst recht nichts für mich. Wenn nun alles dumm läuft, zahle ich
350€, ohne dass irgendetwas repariert wurde. Damit wird der Benz auf seine
alten Tage wieder zu einem Luxusfahrzeug. Ich kann nicht behaupten, dass mir
das gefällt.
Zwei Stunden später ist es vollbracht. Die Suche wird eingestellt und der
Fehler bleibt unentdeckt.  Als ich den
Benz abhole, zahle ich 283,92€ und kann irgendwann, wenn ich glaube, es mir
leisten zu können, die Suche nach dem Fehler fortsetzen lassen. Der Mitarbeiter
sagt, dass er erst kürzlich einen Benz da hatte, der ein ähnliches Problem
vorzuweisen hatte. Die Suche des Fehlers dauerte 15 Stunden und ich erspare mir
zu fragen, was das wohl gekostet hat.
Zum Abschied bietet der Mitarbeiter an, mir den Benz abzukaufen, weil er
ja nicht verbaut und in einem guten Zustand ist. So kämen auch keine weiteren
Kosten auf mich zu.  Ich lehne dankend
ab, weil ich vorhabe mit dem Benz in Rente zu gehen und ihn nach meinem Tod an
ein Museum zu vererben. Bis dahin muss er in einem perfekten Zustand sein.

Finde den Fehler

Als ich den Benz aus der Werkstatt hole, wird mir mitgeteilt, dass der Lüfter  der Klimaanlage funktioniert und der Fehler irgendwo auf dem Weg dorthin liegen muss. Der Weg ist lang und auf dem Weg gibt es diverse Bauteile, die kaputt sein können. Das allerdings ist Aufgabe für Kfz-Elektriker und da muss meine Werkstatt passen. Ich soll es mal bei Bosch versuchen. Dafür kostet mich der Spaß keinen Cent, was ja immerhin positiv ist. Und so kann ich meinen freien Montag auch weiter damit verbringen mit meinen Autos von Werkstatt zu Werkstatt zu tingeln.

Teurer Aktivtag

Bei schönem Wetter kann man prima bummeln gehen, irgendwo essen und trinken und den Tag genießen. Oder man macht was ganz anderes.
Ich habe mich entschieden, Dinge zu erledigen und so geht es nach dem Frühstücksmüsli zunächst zu meinem Hausarzt, um mir ein paar Überweisungen zu holen. So kann ich meine freien Montage bei
diversen Fachärzten verbringen, wenn meine Autos mal nicht zur Werkstatt müssen. Anschließend geht es direkt weiter nach Lünen, wo ich mit dem Heilpraktiker über meinen Allgemeinzustand spreche, den es zu verbessern gilt. Wir einigen uns darauf, dass diverse Blutuntersuchungen Sinn machen könnten. Weil Hausärzte diesbezüglich vollkommen nutzlos sind, lasse ich mir nächsten Montag Blut abnehmen. Später kaufe ich dann teure Präparate und stelle fest, dass weitere´Untersuchungen nötig sind. Herrlicher Spaß.
Zu Hause mache ich etwas zu essen, was für die nächsten drei Tage reicht. Dann geht es ab nach Dortmund. Die Klimaanlage vom Benz kühlt nicht mehr. Da sie vor noch nicht einmal einem Jahr repariert wurde, gilt es das zu überprüfen. Eine Befüllung inklusive Kontrastmittel kostet knapp über 70 €. In zwei Wochen sehen wir vielleicht, wo der Fehler liegt. Weil bei der Gelegenheit festgestellt wird, dass der Lüfter der Klimaanlage nicht funktioniert, muss ich später zur Werkstatt meines Vertrauens. Die haben letztes Jahr den Fehler schon nicht gefunden und mir mitgeteilt, dass alles in Ordnung ist. Vielleicht vertraue ich den falschen Leuten?
Weil ich eh schon in Dortmund bin, lasse ich mir beim Orthopäden neue Einlagen aufschreiben. Auf dem Rückweg tanke ich den Benz voll. Kostet nur um die 70€, weil der Tank noch nicht wirklich leer war. Ich bin heute furchtbar effektiv.
Nächste Station Werkstatt. Wir einigen uns darauf, dass ich den Benz am Mittwoch abgebe damit er Donnerstag geprüft wird. Da ich anschließend langsam genug von meinen Terminen habe, lasse ich die Einlagen hier im Ort anfertigen. Normalerweise gehe ich zu Tingelhoff. Kaum bin ich im Sanitätshaus, weiß ich, warum ich hier nie wieder hinwollte. Abgesehen
davon, dass es nicht wirklich sauber ist, wirkt alles andere merkwürdig
Laienhaft. Statt die Füße per PC auszumessen, darf ich hier in so Schalen
treten und werde von der Mitarbeiterin gelobt, wie toll ich das mache. Ich
komme mir vor wie bei der versteckten Kamera, doch das hier ist Realität. „Sie haben das wirklich toll gemacht.“ Ich antworte nicht. „Das machen Sie bestimmt öfter.“ – „Ich glaube nicht, dass man dazu irgendwelche Fähigkeiten haben muss.“ – „Wenn Sie wüssten, ich hatte das letzte Woche einen hier, der… .“ Während sie mir die rührende Geschichte erzählt, bereue ich, dass ich zu faul war, die Einlagen bei Tingelhoff machen zu lassen. Nachdem die Geschichte zu Ende erzählt ist und mir die Mitarbeiterin auch noch mitgeteilt hat, dass sie sich mit all den Einlagen nicht auskennt, möchte ich fast weinen. Ich will nicht von Leuten bedient werden, die keine Ahnung haben und ganz offensichtlich hier nicht hingehören. Wenn das mal keine Teilnehmerin irgendeiner Maßnahme ist, die hier ihren praktischen Teil macht. Oder der Arbeitgeber bekommt den Großteil des Gehaltes der Frau vom Jobcenter bezahlt. Oder der Arbeitgeber ist einfach
nur bescheuert. In sieben bis zehn Tagen sind die Einlagen fertig. Ich würde
mich nicht wundern, wenn die nicht passen und von minderer Qualität sind. Dafür kosten sie nur fünf bis zehn Euro. Irgendwie tröstet mich das so gar nicht.
Als ich den Benz in seine Garage bringe, frage ich mich, wie ich die beiden nächsten Reparaturen bezahlen soll, denn irgendwann geht auch mein Geld mir aus. Schließlich arbeite ich nur 30 Stunden in der Woche, die zwar recht gut bezahlt sind, aber dennoch sollte ich etwas aufpassen. Dann denke ich mir, dass ich zu viel denke und es ja in wenigen Wochen wieder neues Geld gibt. Und was soll man sonst mit Geld machen, wenn schon nicht ausgeben? Das wäre wider der Natur. Und so lasse ich den Tag ausklingen und überlege mir, was ich mit dem Geld mache, wenn meine Autos mal nicht repariert werden wollen. Ich bin sicher, mir fällt da einiges ein.

TÜV und so

Ein ölfeuchtes Getriebe und ein ölfeuchtes, hinteres Differential sind geringe Mängel, die zwar unverzüglich entfernt werden sollen, aber die TÜV-Plakette nicht verhindern. So darf der Benz weitere zwei Jahre überwiegend in der Garage stehen und nur bei angemessenem Wetter die eine oder andere Ausfahrt machen. Weil  ich in Gönnerlaune bin, hat der Benz dazu auch noch eine neue Schutzleiste für die vordere Stoßstange bekommen. Er sieht mit zunehmendem Alter immer besser aus. Schade, dass das bei mir nicht so funktioniert. Wenn die Klimaanalage, die erst im letzten August repariert wurde, jetzt noch funktionieren würde, wäre der Tag fast zu schön, um wahr zu sein.
Und so kann ich mich an einem weiteren Urlaubstag darum kümmern, dass meine kleine Fahrzeugflotte wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand gebracht wird. Echt gut, dass ich sonst gar keine Hobbies habe. Sonst wäre ich völlig überfordert.

Versprechen ohne Wert

Der morgendliche Spaziergang zur Garage dauert in der Regel 12-13 Minuten. Zumindest, wenn ich mich unterwegs nicht ablenken lasse und direkt durchgehe. Eigentlich ist so ein Spaziergang am Morgen eine nette Sache.  Getrübt wird der Morgen nur dadurch, dass ich anschließend mit dem Benz zur Arbeit fahren muss, denn ich hatte dem Benz
versprochen, dass er nie wieder auf nassen Straßen fahren muss. Ich hasse es, wenn ich Versprechen brechen und der Benz auf nassen Straßen fahren muss.

Zwei sind nicht genug

Eigentlich ist es ganz einfach. Ich setze mich ins Coupé, starte den Motor und fahre zur Arbeit. Heute allerdings weigert sich das Coupé sich darauf einzulassen und springt nicht an. Da muss wohl etwas kaputtgegangen sein. So trifft es sich prima, dass ich noch einen zweiten Wagen haben, denn sonst dürfte ich jetzt eine aufregende Busreise antreten. Also gehe ich schnell die Treppen hoch, hole den Schlüssel für den Benz und mache mich auf den Weg zur Garage. Kaum fünfzehn Minuten später klemme ich die Batterie an, setze mich in den Benz und drehe den Schlüssel um. Obwohl die Lüftung aus ist, läuft sie, was definitiv kein gutes Zeichen ist. Der Gurt wird in Zeitlupe nach vorne gefahren, was ebenfalls dafür spricht, dass der Benz nicht anspringen wird, weil die Batterie zu schwach ist. Erwartungsgemäß passiert dann auch nichts mehr als ich den Schlüssel weiter umdrehe. Da hat man schon zwei Autos und kommt doch nicht weg. Was für eine
deprimierende Situation. Nun habe ich Glück, dass Petra noch nicht zur Arbeit ist und ihre Garage sich in unmittelbarer Nähe befindet. So kann sie wenige Minuten später den Benz aus der Garage schieben und überbrücken. Der Arbeitstag ist gerettet und der Benz bekommt schon bald eine neue Batterie. Alternativ sollte ich über ein drittes Fahrzeug nachdenken. Für alle Fälle.
Obwohl ich die Batterie abgeklemmt habe, will der Benz am Nachmittag nicht anspringen. Glücklicherweise ist der dritte Mann noch da und gibt mir Starthilfe. Kurze Zeit später kaufe ich mir für 89 Euro eine neue Batterie. Als ich die alte Batterie, die mindestens neun Jahre alt ist, ausbaue, entdecke ich dahinter Eicheln. Ich entferne eine Verkleidung und eine unglaubliche Anzahl von Eicheln kommt zum Vorschein. Etwa 40 bis 50 kann ich entfernen, um die restlichen zu erreichen müsste ich weitere Verkleidungen abbauen, was ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht möchte. Weil unter der Batterie eh alles verrostet ist, muss ich demnächst sowieso erneut ran. Doch vorher muss das Coupé wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand gebracht werden. Bis dahin ist der Benz mein Alltagsfahrzeug, was ich irgendwie deprimierend finde.