Montagsausflug

Erneut optimales Wetter für einen Ausflug. Perfektes Wetter auch, um den Benz zu nehmen. Doch weil der Tank des Benz leer ist und ich mein Geld für diesen Monat längst ausgegeben habe, muss das Coupé mich fahren. Seitdem die Räder von vorne nach hinten und die von hinten nach vorne gewechselt wurden, fährt sich das Coupé viel angenehmer und es ist sogar okay eine Weile lang 160 zu fahren. In der Regel fahre ich aber langsamer, weil ich das einfach entspannter finde.

Zu meiner Überraschung führt mich der Ausflug in den Teutoburger Wald. Eine spontane Idee von Agnes, die zu meiner Überraschung auch noch den Hund mitgebracht hat. Erwartungsgemäß habe ich meine Wanderschuhe von gestern wieder an. Schließlich wusste ich nicht, dass ich heute wieder in einem Wald aktiv sein werde. Das Wetter ist ebenso perfekt wie meine Begleitung und so wird der freie Montag zu einem guten Tag. Alles ist nach meinem Geschmack. Zum Abschluss gehen wir noch eine Kleinigkeit essen, dann endet der dritte Ausflug meines verlängerten Wochenendes. Von mir aus kann es so weitergehen.


Verkaufen und kaufen

Über ein Jahr lang interessierte sich niemand für eine von mir bei ebay Kleinanzeigen angebotene Mokkatasse mit Unterteller von Augarten Wien. Ich fand das Teil bei meinen Eltern im Schrank und hätte es fast verschenkt, als ich zufällig sah, dass diese winzigen Teile zusammen 320€
kosten. War ich anfangs sicher, dass sich die Teile rasch verkaufen lassen,
gerieten sie bald in Vergessenheit. Gelegentlich nahm ich sie wahr, verlängerte die Anzeige, doch das auch mehr als Gewohnheit und nicht, weil ich wirklich daran glaubte, dass mir jemand 175€, die ich für angemessen hielt, dafür bezahlen würde. Als  sich letzte Woche eine Frau dafür interessierte und 109€ zahlen wollte, konnte ich nicht ablehnen.
Okay, ich hätte ablehnen können und diese Mokkatasse bis an mein Lebensende in meinem Besitz gehabt. Eine gruselige Vorstellung.

Mokkatasse im Wert einer gebrauchten Stoßstange

Weil Geld meiner Meinung nach stets im Umlauf bleiben muss, überlegte ich kurz, was ich mir kaufe und entschied mich schon bald für eine Stoßstange für das Coupé. Angeboten für 130€. Natürlich Verhandlungsbasis. Für 109€ müsste die zu bekommen sein. Bildete ich mir zumidnest ein.
Direkt nachdem das Geld für die Mokkatasse auf meinem Konto eingegangen ist, mache ich mich auf nach Neuenkirchen. Eine
gemütliche Reise, die fast 90 Minuten dauert, führt mich auf ein großes Anwesen. Hier herrscht sicher keine Armut. Die Stoßstange ist heller als der Rest von meinem Auto und hat ein paar Macken, die nach dem lackieren sicher nicht mehr zu sehen sind. Wobei ich gestehen muss, dass ich derzeit nicht vorhabe irgendwas lackieren zu lassen. Freundlicherweise baut der Besitzer der Stoßstange mir diese an, nachdem wir meine alte Stoßstange entfernt haben. Eine Halterung an
meinem Coupé ist leider defekt, was den perfekten Sitz der neuen Stoßstange beeinträchtigt und fast wahnsinnig macht. Perfektionismus ist eine miese Krankheit. Als die Stoßstange angebaut ist, betet der ehemalige Besitzer mir an, dass er meine alte Stoßstange für mich entsorgt. Ich bin entzückt und verzichte auf die Preisverhandlung, weil ich das irgendwie unanständig fände, wo ich hier so gut behandelt wurde. Ich zahle die 130€ und fahre zum ersten Mal das Coupé mit einer Coupé Stoßstange. Es ist schwer zu beschreiben, wie richtig sich das anfühlt.
Während ich gemütlich über die Autobahn fahre, freue ich mich sehr, dass ich für nur 21€ eine Stoßstange bekommen habe. Es ist mir durchaus bewusst, dass man das eigentlich so nicht rechnen kann, doch mir
ist das egal. Mich hat dieser Ausflug 21€ und eine Mokkatasse, die für mich wertlos war, gekostet. Die Spritkosten zählen auch nicht, da ein schöner Ausflug bei schönem Wetter heute keine Kosten verursacht. Und weil ich fest daran glauben will, glaube ich auch daran und habe heute richtig viel Geld gespart. Das soll  mir erstmal jemand nachmachen.
 Coupé mit falscher Stoßstange.

 Coupé mit Coupé Stoßstange

 

Das Coupé wird etwas aufgewertet

Als man bei Opel den Spiegel ausgetauschte, hat man direkt etwas zerstört, was mir anfangs noch gar nicht auffiel. Erst nach und nach löste sich das Teil und hang nur noch so rum. Hätte ich das eher bemerkt, hätte ich mich in der Opel Werkstatt beschwert, doch zu spät. Leider wurden die Halterungen auf beiden Seiten zerstört, so dass es nur eine Frage der Zeit ist bis ich das komplette Teil austauschen muss. Ich hoffe, dass dieser Zeitpunkt nicht so bald kommen mag und der Reparaturversuch sich gelohnt hat.
Bei der Gelegenheit wurde der verschlissene Handbremssack gleich auch ausgetauscht, denn Ordnung muss sein und die Optik stimmen.

TÜV

Der kleine Unfallrempler mit Fahrerflucht hatte doch mehr zerstört als ursprünglich angenommen. Und so muss der Scheinwerfer irgendwie in mühevoller Kleinarbeit so weit gerichtet werden, dass er hält und nicht vom TÜV beanstandet wird. Die Stoßstange, die zwischenzeitlich notdürftig befestigt wurde ist zwischenzeitlich etwas aus der Halterung gesprungen und musste auf eine optisch unglaublich schrecklich anmutende Weise fixiert werden. Das Ergebnis ist zwar sinnvoll, aber der Anblick absolut nicht zu ertragen. Nur gut, dass man beim TÜV die Optik durchaus vernachlässigt.
So wird am Ende lediglich der ölfeuchte Motor beanstandet und ich kann mir überlegen, wie lange ich den Anblick mit der lächerlichen Schraube ertragen mag. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Zukunft hat.

Abgesoffen

Weil das Coupé
auch weiterhin nicht anspringen mag, darf der Mann vom ADAC es versuchen. Er versucht
zu starten und geht davon aus, dass der Motor einfach nur abgesoffen ist. Die
Vermutung hatte ich auch schon, doch starten konnte ich ihn dennoch nicht.
Anders der Mann vom ADAC. Er dreht den Schlüssel, tritt das Gaspedal durch du nach
einer ganzen Weile springt der Motor an. Einfach so. Mir ist das natürlich
peinlich, weil ich die Startversuche immer zu früh abgebrochen habe, was die
Sache nicht besser machte.  Ich schäme
mich und weiß nun, dass ich beim nächsten Mal einfach nur etwas hartnäckiger
mit meinen Bemühungen sein muss. Der Mann vom ADAC verabschiedet sich, ich
schäme mich noch eine Weile, dann ist alles wieder gut.

Zwei sind nicht genug

Eigentlich ist es ganz einfach. Ich setze mich ins Coupé, starte den Motor und fahre zur Arbeit. Heute allerdings weigert sich das Coupé sich darauf einzulassen und springt nicht an. Da muss wohl etwas kaputtgegangen sein. So trifft es sich prima, dass ich noch einen zweiten Wagen haben, denn sonst dürfte ich jetzt eine aufregende Busreise antreten. Also gehe ich schnell die Treppen hoch, hole den Schlüssel für den Benz und mache mich auf den Weg zur Garage. Kaum fünfzehn Minuten später klemme ich die Batterie an, setze mich in den Benz und drehe den Schlüssel um. Obwohl die Lüftung aus ist, läuft sie, was definitiv kein gutes Zeichen ist. Der Gurt wird in Zeitlupe nach vorne gefahren, was ebenfalls dafür spricht, dass der Benz nicht anspringen wird, weil die Batterie zu schwach ist. Erwartungsgemäß passiert dann auch nichts mehr als ich den Schlüssel weiter umdrehe. Da hat man schon zwei Autos und kommt doch nicht weg. Was für eine
deprimierende Situation. Nun habe ich Glück, dass Petra noch nicht zur Arbeit ist und ihre Garage sich in unmittelbarer Nähe befindet. So kann sie wenige Minuten später den Benz aus der Garage schieben und überbrücken. Der Arbeitstag ist gerettet und der Benz bekommt schon bald eine neue Batterie. Alternativ sollte ich über ein drittes Fahrzeug nachdenken. Für alle Fälle.
Obwohl ich die Batterie abgeklemmt habe, will der Benz am Nachmittag nicht anspringen. Glücklicherweise ist der dritte Mann noch da und gibt mir Starthilfe. Kurze Zeit später kaufe ich mir für 89 Euro eine neue Batterie. Als ich die alte Batterie, die mindestens neun Jahre alt ist, ausbaue, entdecke ich dahinter Eicheln. Ich entferne eine Verkleidung und eine unglaubliche Anzahl von Eicheln kommt zum Vorschein. Etwa 40 bis 50 kann ich entfernen, um die restlichen zu erreichen müsste ich weitere Verkleidungen abbauen, was ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht möchte. Weil unter der Batterie eh alles verrostet ist, muss ich demnächst sowieso erneut ran. Doch vorher muss das Coupé wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand gebracht werden. Bis dahin ist der Benz mein Alltagsfahrzeug, was ich irgendwie deprimierend finde.

Die nächste Fahrerflucht

Kann ein Auto
verflucht sein? Oder ist mein Coupé so anziehend, dass es zwangsläufig ständig
angebumst wird? Oder so hässlich, dass jeder ihm einen weiteren Schaden zufügen
will? Ich weiß es nicht, doch als ich am frühen Morgen den nächsten Schaden
entdecke, bin ich fast gar nicht überrascht. Ich begutachte den Schaden, mache
ein Foto und habe es damit zur Kenntnis genommen. Ich rege mich nicht auf,
steige ein und fahre zur Arbeit. Ich kann nichts dagegen tun, sondern einfach nur froh
sein, dass der Benz die Garage fast nie verlässt und so von alldem verschont
bleibt. Die nächste Beule im Coupé kommt bestimmt. So warte ich einfach bis der
oder die Nächste das Coupé anbumst und sich aus dem Staub macht. Mehr kann ich
wohl einfach nicht tun.

Das verfluchte Coupe

Weil ich es nicht mag, wenn meine Autos nicht sauber sind, mache ich mich am frühen Morgen auf den Weg das Coupe zu waschen. Kaum lege ich los, merke ich, dass irgendetwas nicht stimmt und erkenne, dass irgendwas an der Stoßsange so gar nicht ordnungsgemäß ausschaut. Ich sehe mir das genauer an und stelle fest, dass mein Coupe wohl einen Unfall hatte. Sofort überlege ich, ob ich bei dem Unfall dabei war oder in letzter Zeit irgendwo vorgefahren bin, kann mich aber nicht erinnern. Daraus schließe ich, dass irgendwer das Coupe erwischt haben muss und sich anschließend aus dem Staub gemacht hat. Ratlos mache ich ein paar Fotos fürs Familienalbum.

Anschließend überlege ich, ob ich Anzeige erstatte, doch da ich weder weiß wann, noch wo, jemand mein Coupe erwischt hat, glaube ich nicht, dass das irgendwas bringt, außer lästigen Papierkram. Es ist wahrscheinlich genauso ergiebig einen Luftballon steigen zu lassen, weshalb ich auf eine Anzeige verzichte und mir stattdessen überlege, was es mich kosten wird, das Coupe wieder in einen halbwegs akzeptablen Zustand bringen zu lassen.

Ob das alles Zufall ist oder das Coupe möglicherwiese verflucht ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.  Ich bin nur froh, dass ich das Coupe als Alltagswagen habe und dem Benz all das nicht passiert ist. Ich glaube mittlerweile sowieso, dass es für den Benz viel zu riskant ist, ihn aus der Garage zu holen.

Bastelei

Da das Coupe
erst am Freitag in einen ordnungsgemäßen Zustand gebracht wird, ich aber ohne
Spiegel sicher nicht fahren darf, bastle ich mir etwas, was von weitem wie ein
echter Spiegel aussieht. Zumindest dann, wenn man nicht so genau hinsieht.

Aus der Nähe und einem
anderen Blickwinkel betrachtet, sieht es natürlich nach einer
stümperhaften Arbeit aus, die wohl kaum für den Straßenverkehr zugelassen wird.
Doch darauf kann ich bis Freitag keine Rücksicht nehmen. 

Der Spiegel

Die Freude,
dass mein Parkplatz näher am Büro ist, bekommt am Freitagnachmittag einen
ersten Dämpfer als ich auf mein Coupe zugehe und schon von weitem einen Zettel
unter dem Scheibenwischer erkenne. Ich frage mich natürlich sofort, ob ich hier
wohl doch nicht hätte parken dürfen. Als ich am Fahrzeug ankomme, nehme ich den
Zettel und noch bevor ich ihn mir ansehe, fällt mir auf, dass der Spiegel auf
der Fahrerseite wohl einen Unfall hatte. Ich vermute daher, dass der Zettel am
Scheibenwischer damit zu tun hat. Der Zettel ist von der Polizei und ich lese,
dass mein Fahrzeug in einen Unfall verwickelt war. Vielleicht hätte ich das
Coupe nicht so lange alleine lassen sollen. Scheinbar hat der Verursacher sich
aber nicht aus dem Staub gemacht, sondern den Vorfall der Polizei gemeldet. Dort
erwartet man mich nun.
Bei der Polizei
bekomme ich einen kurze Unfallmitteilung ausgehändigt und frage, wie es nun
weiter geht. Ich soll mich bei meiner Versicherung melden und die setzen sich
dann mit der Versicherung des Fahrzeughalters auseinander. Erscheint mir zwar
irgendwie unrealistisch, aber der Polizist wird es sicher besser wissen.
Nachdem ich
mich bei Opel erkundigt habe, was das Ganze wohl kosten wird (etwa 500€), rufe
ich bei meiner Versicherung an und werde aufgeklärt, dass ich mich mit der
Versicherung des Fahrzeughalters auseinander setzen muss. Da hat sich der Herr
Polizist wohl geirrt. Ich bekomme eine Nummer, unter der ich erfahren, wo der
Fahrzeughalter versichert ist. Wenig später telefoniere ich mit einer Dame der
Ergo Versicherung und nicht einmal eine Stunde nach dem Anruf hat sie alles
geklärt und gibt mir die Freigabe, dass ich den Schaden reparieren lassen kann.
500€ für einen
Spiegel erscheinen mir irgendwie völlig abgehoben und weltfremd. Doch leider
kostet heute alles so viel mehr als eigentlich nötig. Nächste Woche wird das
Coupe einen neuen Außenspiegel bekommen. Bis dahin muss ich mir etwas einfallen
lassen, denn so ohne den Spiegel fährt es sich nicht ganz so gut.