Noch ein Traum

Ich scheine ein besonderes Traumabo abgeschlossen zu haben. Anders lassen sich meine nächtlichen Träume kaum erklären.

Dieses Mal befinden sich meine Eltern und ich in deren Wohnung. Mein Vater klagt über Herzprobleme, will aber natürlich nicht zum Arzt. Meine Mutter scheint es nicht wirklich ernst zu nehmen und ist irgendwann im Wohnzimmer vor dem Fernseher.  Ich überlege in meinem Zimmer, ob ich „Two and a half man“ schauen soll, oder lieber einen Film. Mein Vater ist in einem anderen Zimmer. Dann plötzlich klagt er über ernsthafte Herzprobleme, bekommt kaum Luft, fasst sich ans Herz. Ich versuche irgendwas zu unternehmen. Kurz danach liegt er in meinem Zimmer auf dem Sofa. Er lebt, aber es geht ihm nicht gut. Meine Mutter bleibt eher unbeteiligt. Ich gehe ins Wohnzimmer, um zu telefonieren und Hilfe zu rufen. Es ist ein schnurgebundenes Telefon, so dass ich dort bleiben muss während mein Vater alleine in meinem Zimmer liegt. Ich wähle die 112. Keiner nimmt ab. Während es weiter klingelt, kommt aus dem Telefon die Stimme meines Vaters und fragt, was mir einfällt, meinen Vater alleine im anderen Zimmer zu lassen. Mein Verhalten sei unverschämt, denn ich müsse mich um ihn kümmern. Ich rufe zu ihm ins Zimmer rüber, dass ich gleich da bin. Er antwortet schwach, dass alles okay ist. Er will eigentlich auch nicht, dass ich Hilfe hole. Die Stimme am Telefon kritisiert mich weiter für mein Verhalten. Verzweifelt überlege ich, wo mein Smartphone ist, um so zu meinem Vater zu können und von dort zu telefonieren. Ich habe keine Ahnung, wo es sein könnte, was mich nur noch mehr stresst. Noch immer meldet sich keiner am anderen Ende der Leitung. Ich werde immer panischer, hektischer und bin überfordert. Die Stimme meint, ich kümmere mich einfach zu wenig und mache alles falsch. Dann schreie ich: „Es geht keiner ran! Verdammte Scheiße!“ Mit diesem Ausruf werde ich wach und schnappe nach Luft als hätte ich gerade Sport gemacht. Es dauert einen Moment bis ich mich beruhigt habe. Es ist 06.14 Uhr. Das ist doch alles Kacke.

Es ist gut, dass nebenan derzeit niemand wohnt, denn dieses nächtliche rumschreien, ist sicher für eine gute Nachbarschaft wenig förderlich.

 

Schlechter Schlaf und schlechte Träume

Schon seit einiger Zeit schlafe ich in der Woche eher schlecht und wache recht häufig auf. Für mich ist das natürlich nicht besonders erholsam und wenig erbaulich. Gelegentlich begleiten mich dazu Träume, in denen immer häufiger meine Eltern auftauchen. So auch in dieser Nacht. Der Traum führt mich in ein Krankenhaus, ich folge meinem Vater. Meine Mutter liegt in eben diesem Krankenhaus und ich weiß, dass ihr Zustand schlecht ist, aber nicht wo sie liegt. Fast verliere ich meinen Vater aus den Augen, der konsequent auf dem Weg zum Zimmer meiner Mutter ist. Nur mit viel Glück sehe ich ihn in einem etwas abgelegenen Zimmer verschwinden. Es sieht eher wie ein Sterbezimmer aus. Meine Mutter ist in einem noch schlechteren Zustand als damals als sie wirklich im Krankenhaus lag. Mein Vater ist voll auf meine Mutter konzentriert. Sie hat überall offene Wunden, Haut löst sich ab. Ob sie irgendetwas mitbekommt, kann ich nicht sagen. Dann plötzlich wird sie scheinbar wach, redet zu uns. Ob das bewusst oder unbewusst ist, erkenne ich nicht. Sie redet laut, will scheinbar etwas mitteilen. Ich verstehe es nicht, obwohl ich deutlich höre, dass sie etwas sagt. Verzweiflung und Hilflosigkeit greifen um sich. Ich starre auf meine Mutter, auf meinen ratlosen Vater, bin wie gelähmt, statt irgendwas zu tun. Dann tauche ich quasi ein zweites Mal auf. Beobachte von außen nun auch mich. Ich sehe uns drei in diesem Zimmer. Drei Menschen, die nichts beeinflussen können. Sehe mir zu, wie ich den beiden zusehe. Ich kann nichts weiter tun. Das Bild wird blasser, ich wache auf. Irgendwie ist das alles wenig erbaulich. Wenn ich doch nur wüsste, was das alles zu bedeuten hat und wie ich es abstellen kann.

Ein viel zu langer Bericht über eine bescheidene Woche eines verwirrten Mannes. Teil 2

Einen weiteren Tiefpunkt erreicht die Woche in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Gegen 03.00 Uhr wache ich auf, weil ich starke Magen- Darmschmerzen habe. Da ich sehr darauf achte, abends keinen Unsinn zu essen, kann ich mir das nicht erklären. Ich wandere ins Bad, sitze auf der Toilette und frage mich, ob ich mir tatsächlich einen Magen- Darmvirus eingefangen habe. Eigentlich unwahrscheinlich, aber es geht mir schon ziemlich mies. Weil der weitere Verlauf allerdings gegen einen Virus spricht, muss es was Anderes sein. Der nahende Tod, infolge meiner schweren Krankheit, vielleicht. Irgendwann kommt das ja zwangsläufig. Da es mir nach dem Toilettenbesuch nicht bessergeht, wandere ich durch die Wohnung. Ich friere und habe mir deshalb eine Decke umgelegt. Vermutlich gebe ich ein sehr skurriles Bild ab. Gegen 03.42 Uhr bin ich dermaßen durchgefroren und erledigt, dass ich ins Bett klettere und unverzüglich die Heizdecke anschalte. Ich bin froh, dass ich diese vor zwei Wochen von Agnes geschenkt bekam. Sie weiß halt einfach, was ein alter, gestörter Mann, wie ich einer bin, braucht. Schlafen kann ich zwar nicht, aber immerhin friere ich nicht mehr und bleibe in einem unbefriedigenden Wachzustand bis etwa 04.34 Uhr im Bett. Dann sind die Schmerzen erneut so stark, dass ich beschließe einen Spaziergang zu machen. Mit Decke durch meine Wohnung. Eine halbe Stunde lang. Gegen 05.10 Uhr liege ich wieder im Bett und weiß, dass ich um sechs Uhr definitiv nicht Frühstücken kann. Kurz bevor der Wecker ankündigt, dass es an der Zeit ist aufzustehen, entspanne ich etwas und schlafe ein. Diesen Moment nutzt der Wecker, um mich daran zu erinnern, dass ich mich nun wirklich genug ausgeruht habe. Ordnung muss sein. Standesgemäß führt mich mein erster Weg zur Toilette, die erhoffte Verbesserung meines Gesamtzustandes bleibt erneut aus. Toilettengänge sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Während ich anschließend eine Banane zu mir nehme, überlege ich, ob meine neuen Präparate, Mucan und Dalektro, etwas mit meinem miesen Zustand zu tun haben könnten. Eine Antwort habe ich nicht. Vielleicht sollte ich meinen Plan, meine neuen Präparate erst drei Monate zu nehmen und dann zum Arzt zu gehen, überdenken und schon in zwei Wochen diesen Schritt machen, wenn sich mein Allgemeinzustand bis dahin nicht verbessert hat. Obwohl ich in etwa weiß, wie das dann ablaufen wird, sollte ich es vielleicht dennoch tun. Dann ist auch schon die Zeit zum Gedankenmachen vorbei und ich muss mich auf den Weg zur Arbeit machen. Das ist alles irgendwie ziemlich schräg, finde ich.

Im Laufe des Tages geht es mir etwas besser. Der Ingwertee scheint zu wirken. Zumindest habe ich beschlossen, dass ich ihn für die Besserung verantwortlich mache. Ich kann sogar normal essen. Das hatte ich zu Beginn des Tages noch ausgeschlossen. Direkt nach der Arbeit muss ich zur Physiotherapie. Erneut kümmert sich die junge Frau vom letzten Freitag um mich und mein Knie. Es ist erschreckend, dass ich mich darüber freue, dass wir nett plaudern, während sie mit ihren zarten Händen mein Bein berührt. Irgendwas stimmt mit mir ganz sicher nicht.

Seit Monaten habe ich Pickel auf der Stirn. Der Hautarzt hat mir vor Monaten eine kortisonhaltige Salbe verschrieben, die ich aber erst seit kurzem benutze. Ich creme damit aber immer nur meine linke Stirnhälfte ein. Meist gehen die Pickel dann komplett weg, manchmal nur auf der linken Seite, was ziemlich bescheuert aussieht. Wieder einmal suche ich im Internet nach Ursachen dieser Verpickelung. Verdauungsprobleme oder Stress können verantwortlich sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich schon seit Monaten Stress habe. Also ist es die Verdauung. Das weiß ich längst.

Weil ich eh gerade das Internet durchsuche, suche ich nach Depressionen. Dazu gibt es viele Tests, die es zu machen gilt. Nach einer ganzen Reihe gemachter Tests steht fest, dass ich mindestens leichte Depressionen habe, vermutlich aber sogar mittelschwere bis schwere. Zwei dieser Tests endeten mit der Aufforderung mich unverzüglich mit einem Arzt in Verbindung zu setzen. Echt irre dieses Internet.

Weil Freitag ist und ich den Filmabend wegen meiner Unpässlichkeit auf Morgen verschoben habe, schaue ich, was Amazon Prime Video mir zu bieten hat. Ich habe Lust auf eine Komödie und entscheide mich für „Ein Dorf sieht schwarz“. Ich muss zwar auch mal lachen, aber irgendwie ist der Film auch traurig. Ich weiß nicht, ob das wirklich eine gute Wahl war.

Ein weiterer Traum. Ein großes Gebäude. Möglicherweise Hotel. Ich kümmere mich um eine junge Frau. Sie ist Gast oder Kundin, ich weiß es nicht. Sie ist unter dreißig, hat glattes, blondes Haar, klare Augen und wunderschöne Haut. Ich fühle mich offensichtlich zu ihr hingezogen, halte den nötigen Abstand zu ihr immer weniger ein. Es scheint als ginge es ihr ähnlich. Ich verliere meinen Job, wenn das einer bemerkt. Wir sitzen auf einem Bett, rücken näher, liegen halb auf dem Bett als sich plötzlich die Chefin ankündigt. Wir müssen Abstand halten, es will uns nicht gelingen. Der Fahrstuhl geht auf, irgendwie haben wir es dann doch geschafft aufzustehen. Wer genau hinsieht erkennt, dass wir gegen die Regeln verstoßen, so wie wir uns verhalten. Man übersieht es wohlwollend. Ich will die Frau berühren, aber ich brauche ein Zeichen, dass sie es auch will. Dann berührt sie mich fast beiläufig mit dem Handrücken an der Hose und ich weiß, sie will es auch. Wir nähern uns und küssen uns, was längst unvermeidlich war. Ich berühre sie an den Hüften, sie legt ihre Arme um mich, ich schiebe ihr Shirt leicht hoch, um ihre Haut zu spüren. Die Intensität dieses Moments ist so groß, dass ich es einfach genieße und wünschte es würde nie aufhören. Aus diesem Traum will ich nicht erwachen. Ihre Nähe tut so gut, dass ich alle Zweifel und Bedenken, die mich sonst tragen, verliere. Szenenwechsel. Wir reden, sie hat Zweifel, Bedenken, scheinbar hat sie meine Rolle übernommen. Ich will weder Zweifel noch Bedenken, ich will sie nur noch einmal spüren. Sie küssen und genießen. Im nächsten Moment küssen wir uns und wieder spüre ich diese unglaubliche Nähe, fühle mich gut, und es stört mich nicht, dass man uns sieht, dass ich meinen Job verlieren kann, dass es keine Zukunft hat. Ich will sie einfach nur in diesem Moment spüren und dieses Gefühl aufsaugen, einmal jemand anderes zu sein als sonst. Dann ist sie weg. Letzte Szene. Sie liegt auf einem Bett, wir telefonieren, aber sie sagt nicht wirklich was. Ein Mann nimmt ihr Telefon. Er ist kräftig und unattraktiv und beschimpft mich. Sie dreht sich weg, ich wache auf. Es gibt wahrlich schlechtere Träume.

Wenn ich einen Blick auf die vergangenen Tage werfe, dann ist es mehr als deutlich, dass ich derzeit komplett durch bin. Ich scheine mich in einer echten Krise, der schlimmsten seit Jahren, zu befinden und mein Körper versucht es mir scheinbar irgendwie klar zu machen. Es ist als wenn jemand wie verrückt an der Tür klopft, um zu sagen, dass man die Tür öffnen und sofort das Haus verlassen muss, weil das Haus gerade abbrennt. Ich indes sehe die Flammen, spüre das Feuer, gucke durch den Türspion und gebe mich unbeteiligt. Was interessiert mich die andere Seite der Tür? Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit bis die Flammen sich durch die Tür fressen und mich verschlingen. Bis dahin warte ich einfach ab, denn es ist eine wirklich massive Tür, die ich mir hab einbauen lassen.

Ein viel zu langer Bericht über eine bescheidene Woche eines verwirrten Mannes. Teil 1

Wenn ich arbeite, dann bin ich beschäftigt. Und wenn ich beschäftigt bin, bleibt das kranke Hirn oft aus, was ich sehr angenehm finde. Auch scheint es mir gesundheitlich besser zu gehen. Mein Darm lässt mich meist bis kurz vor Feierabend in Ruhe und man könnte glauben, ich sei ein gesunder, junger Mann. Spätestens zu Hause ändern sich die Dinge. Es ist allerdings in der Woche eher der Körper als der Geist, der mir zeigt, dass ich körperlich nicht mehr viel zu erwarten habe. Meine Darmprobleme empfinde ich mittlerweile so intensiv, dass ich nun jeden Tag sicher bin, dass ich Krebs habe. Ich bin zwar kein Arzt, aber was soll denn das sonst sein? Alternativ könnte es maximal so sein, dass ich ein vollkommener Psycho bin und mir all das nur einbilde. Das würde es zwar nicht angenehmer machen, aber ich könnte es vielleicht eines Tages abstellen. Ärztliche Untersuchungen lehne ich dennoch weiter ab, da ich keine Zeit habe und es am Ende nur auf eine Darmspiegelung hinauslaufen würde. Das kann ich nicht machen, es würde auch nichts ändern. Wäre ich tatsächlich ernsthaft erkrankt und hätte Recht, könnte man mir eh nicht helfen. Bin ich nur ein Psycho hätte ich die ganze Abführerei völlig unnötig über mich ergehen lassen. Schon bei dem Gedanken an diese Darmentleerung wird mir schlecht. Vielleicht ist es auch die traditionelle Familienbauchspeicheldrüsenkrebstradition, die ich konsequent fortführe. Da wäre dann eine Darmspiegelung vollkommen unsinnig. Also werde ich irgendwann einfach umfallen, qualvoll sterben oder nur ein Spinner bleiben. Wir werden sehen. Okay, Hypochonder sterben selten an ihren eingebildeten Krankheiten, doch da ich schon immer besonders war und immer Recht haben muss, um mich nicht schlecht zu fühlen, gehöre ich zwangsläufig zu denen, die sich nicht irren. Sollte ich also in nächste Zeit qualvoll zu Grunde gehen, kann mir jeder bestätigen, dass ich Recht hatte. Das möchte ich dann bitte auch schriftlich irgendwo hinterlegt haben. Für die Nachwelt und die Zweifler.

Meine lieben Kolleginnen Anke und Jessi essen mittags gerne zusammen und möchten, dass ich mitesse. Ich esse nur selten gerne ich Gesellschaft, weshalb ich das immer ablehne. Irgendwelche Unverträglichkeiten habe ich immer, um nicht mitzuessen. Dummerweise will Anke nun extra für mich einen Salat zubereiten, der nur Zutaten enthält, die ich vertrage. Wenn die mich nicht leiden könnten, würden die nicht auf so verrückte Ideen kommen. Warum bin ich nur so nett zu meinen Kolleginnen? Jetzt stehe ich da und muss bald Salat mit denen essen. Ich habe dieses Jahr übrigens noch keinen Salat gegessen und im letzten Jahr auch fast nie. Dennoch werde ich demnächst, wenn das Wetter wieder besser ist, in den Pausen wieder spazieren gehen. Dann muss ich mit niemandem Salat essen. Das ist mir nämlich irgendwie zu privat.

Nur am Rande verfolge ich ein Gespräch zwischen Anke, Jessi und einer dritten Kollegin, die uns mittwochs hier unterstützt. Nennen wir sie die Mittwochsfrau. Es geht um Haustiere, Familie, Partnerschaft. Irgendwas in der Art. Irgendwann schweigen die drei und ich schaue kurz rüber als die Mittwochsfrau sagt: „So, und jetzt Du.“ Ich schaue irritiert und erkenne, dass tatsächlich eine Antwort von mir erwartet wird. „Ich habe keine Katze, weil meine Wohnung zu klein ist. Ich habe keinen Hund, weil meine Wohnung zu klein ist. Es wohnt auch sonst niemand bei mir, weil meine Wohnung zu klein ist.“ Es scheint die absolut richtige Antwort gewesen zu sein, da nicht weiter nachgefragt wird und die drei ohne mich weiterreden. Was haben die denn von mir erwartet?

Der erste Sextraum des Jahres ist sehr intensiv. Dennoch versuche ich alles, um aus dem Traum rauszukommen. Vielleicht sind die Sexträume auch deshalb so selten, weil ich immer versuche dem zu entfliehen. Und auch dieses Mal bin ich erfolgreich und schaffe es vor dem Höhepunkt den Traum zu beenden. Da soll mal jemand sagen, ich sei nicht konsequent. Wenn ich etwas nicht will, dann will ich nicht.

Am Donnerstag bin ich ohne Smartphone im Büro, was einer Behinderung sehr nah kommt. Es ist natürlich ungewohnt und ich weiß teilweise gar nicht, was ich tun soll. Als würde man einen Teil von mir amputiert haben. Interessanterweise habe ich mir gestern noch gewünscht, dass es keine Smartphones gebe, weil irgendwelche Nachrichten mich aus meinem spontanen Nickerchen rissen. Da ich im Büro allerdings nicht schlafe, bringt mich das auch nicht weiter. Sinnvoller wäre es vermutlich, ich würde das olle Smartphone ständig im Büro liegen lassen, um während meiner Nickerchen nicht gestört zu werden. Ich muss mal darüber nachdenken, ob das eine Option für mich ist.

Noch immer kann man nirgendwo lesen, dass ich Maßnahmleiter bin, sodass ich weiter davon ausgehen darf, dass der Zustand nur vorübergehend ist. Dadurch, dass der dritte Mann nur noch einen Tag hier im Büro ist und wir nicht wirklich zusammenarbeiten, habe ich hier zeitweilig sogar Sachen auf dem Tisch liegen, die ich am nächsten oder übernächsten Tag abarbeiten muss. Für mich ist das echt übel, weil ich am Ende des Tages immer alles abgeschlossen haben will. Doch dadurch, dass derzeit ziemlich viele Teilnehmer gehen und durch neue ersetzt werden, muss ich viele Berichte schreiben und Erstgespräche führen. Da ich von 15 Teilnehmern mindestens elf betreue, wird es gelegentlich dann etwas viel für mich. Meine Ansprüche, die immer eine gewisse Perfektion erwarten, sind manchmal echt nervig und zeitaufwändig. Aber, und damit sind wir wieder beim Anfang, sie halten mich davon ab zu viel über andere Dinge, die mich nur wahnsinnig machen, nachzudenken. Und so stellt sich nun tatsächlich und ernsthaft die Frage, ob eine 7-Tage-Arbeitswoche nicht etwas für mich sein könnte.

Die Kollegin, die bei der Weihnachtsfeier ihr Firmendebut feierte, erinnert mich irgendwie an den dritten Mann. Sie spricht auch nicht wirklich mit ihren Teilnehmern und sitzt meist alleine im Büro und guckt sich irgendwelche Seiten im Internet an. Mittlerweile scheint sie auch Filme zu gucken. Ich weiß nicht, ob diese irgendwas mit ihrem Job zu tun haben, aber ich glaube es nicht. Es scheint so als würde sie darum betteln, dass man sie von ihrem Job, dem sie nicht nachzukommen scheint, erlöst werden will. Sie kommt mir jedenfalls völlig deplatziert hier vor und unterstreicht meine Meinung, die man auch als Vorurteil abtun kann, gegenüber Sozialpädagogen stets aufs Neue. Ich hätte nie gedacht, dass es in der Arbeitswelt solch eine hohe Anzahl an nutzlosen Flachpfeifen gibt. Befürchtet hatte ich es allerdings. Tun kann ich leider nichts dagegen.

Die größte Herausforderung auch in dieser Woche ist der Kampf gegen fiese Viren. Einige Teilnehmer sind krank und bleiben zum Glück zu Hause. Allerdings ist Alpha kurz hier unten und bringt die Seuche mit. Zu allem Überfluss benutzt er auch noch eines der Telefone, einen Block und fasst den Tisch an. Ich halte den größtmöglichen Seuchenabstand und sprühe, nachdem er gegangen ist, alles großflächig mit Hygiene Spray ein. Das Telefon bade ich quasi in dem Desinfektionsspray. Selbst den Block, den Alpha benutzte, sprühe ich ausgiebig ein. Vielleicht sollte ich ihn besser wegwerfen. Anfassen möchte ich hier irgendwie nichts mehr. Verdammte Seuchenvögel. Gegen Mittag fallen die Heizungen in meinem Büro aus und ich friere irgendwann vor mich hin. Der Arbeitstag kann wirklich nicht überzeugen.

Träume

Ich kann nicht behaupten, dass meine Träume mich in letzter Zeit irgendwie begeistern können. Da sind zum einen die Träume, die ich schreiend verlasse. Äußerst lästig und irgendwie auch erschreckend. Zum Glück erinnere ich mich schon kurz danach an nichts mehr.

Ein neuer Traum in meiner Traumsammlung, an den ich mich erinnern kann, ist durchweg deprimierend. Ich bin zusammen mit meinem Vater in der Küche der Wohnung meiner Eltern. Meine Mutter ist auf der anderen Straßenseite auf dem Bürgersteig. Ich beobachte sie während sie da sitzt oder hockt, dann langsam zusammensackt, nach vorne auf die Straße fällt und dort tot liegen bleibt. Ich will irgendwas tun, helfen, eingreifen. Doch ich kann nicht. Nichts kann man tun und ich wache auf.

Dann gibt es seit Jahren schon die Parkhausträume, die ebenso wenig erbaulich sind. Das Parkhaus ist immer dasselbe, obwohl es von Innen stets anders ist. Mal suche ich dort mein Auto, mal einen Parkplatz. Niemals gelingt es mir aber zu finden was ich suche. Manchmal finde ich die Ausfahrt nicht, ein anderes Mal suche ich wie blöde den Kassenautomaten. In jedem Traum irre ich völlig orientierungslos herum. Und wenn ich glaube, ich hätte gefunden wonach ich suche, ist das Parkhaus verändert und ich finde natürlich nichts. Manchmal ist es irgendwie gruselig dieses umherirren und ich spüre, wie die Zeit verrinnt, komme aber nicht zum Ziel. Ich weiß nicht, wie viele Nächte ich schon in dem Parkhaus verbracht habe, aber es sind nicht wenige. In der neuesten Variation suche ich vermutlich den Ausgang. Meine Mutter ist irgendwann auch da. Plötzlich geht es ihr nicht gut, sie sackt zusammen, ich versuche sie zu stützen, schreie die anderen Leute an, dass sie einen Krankenwagen rufen sollen, rufe nach einem Art. Vergeblich. Meine Mutter liegt auf dem Boden und stirbt. Ich wache auf.

Ich glaube, diese Parkhausträume sollen mir sagen, dass ich eingesperrt und machtlos bin. Ich kann mich in einem gewissen Kreis bewegen, habe aber nichts unter Kontrolle. Ich kann nichts verhindern und nichts beeinflussen. Die Dinge passieren einfach so, wie sie passieren. Egal, was ich auch mache. Die Dinge nehmen ihren Lauf.

Nachdem ich das nun analysiert und niedergeschrieben habe, können die Träume aufhören. Ich habe verstanden und will ab sofort lustige Träume. Vielleicht irgendwas mit Einhörnern, lustigen Elfen und sprechenden Blumen. Nur bitte nichts mehr mit Tod und Parkhaus. Danke sehr.

Sextraumtrilogie

Sexträume hatte ich mir für eine lange Zeit abgewöhnt, dann gab es vor einer Weile wieder eine Phase und als sie vorüber war, dachte ich eigentlich, dass Schluss damit ist. Schließlich bin ich keine 27 mehr. Doch in den letzten Tagen ging es wieder los. Abgesehen davon, dass ich nach einem Sextraum immer wieder wach werde, bringt das auch sonst keine Vorteile. Doch irgendwie hat sich da eine Sextraumwelle eingeschlichen. Eigentlich besteht der Traum aus drei Sequenzen, die wohl irgendwie zusammen gehören. Sie folgen nicht aufeinander und maximal zwei dieser Szenen finden in einer Nacht statt.

Teil 1: Ich liege mit einer Frau im Bett. Wir sind nackt, unsere Körper engumschlungen. Wir küssen und berühren uns. Es ist total erregend sie zu spüren, ich bin völlig entspannt und genieße diese Nähe. Doch dann will ich wissen mit wem ich da im Bett bin und öffne die Augen. Die Frau, die ich sehe, will ich nicht. Ich weiß, sie ist etwas schlichter und überhaupt nicht mein Typ. Viel zu schlicht, um erotisch zu sein. Ich mag ihr Gesicht nicht, obwohl sie nicht hässlich ist. Aber es strahlt eben nicht wirklich etwas aus. Ich versuche mich aus der Umarmung zu lösen, doch sie ignoriert mich völlig und bald gebe ich auf und genieße wieder die Berührungen, ihre Hände auf mir, ihre Wärme. Kurz bevor ich in sie eindringe wird mir wieder bewusst, dass ich sie nicht will. Ich sehe sie an und versuche sie von mir wegzustoßen. Sie reagiert so gar nicht und ignoriert alles, was ich unternehme. Für sie scheint alles nur ein Spiel zu sein und dann lasse ich los, schließe die Augen und spüre nur noch, was sich gut anfühlt. Ich habe keine Chance und gebe mich der Situation hin. Doch bevor es zum Höhepunkt kommt wache ich entweder auf oder befinde mich plötzlich an einem anderen Ort in einem anderen Traum.

Teil 2: Ein Restaurant, eine Lounge oder auch ein Bürokomplex. Wirklich weiß ich es nicht. Es sind jedenfalls immer mal andere Leute da, die sehen, wie ich mit einer Frau in einer Ecke sitze. Die Frau sitzt auf mir, wie küssen und berühren uns. Es ist erregend und macht mich total an. Doch auch hier kann ich mich nicht völlig drauf einlassen. Da sind zum einen die Leute, die uns immer wieder beobachten, wir sind übrigens nicht nackt, und zum anderen ist auch diese Frau mir zu schlicht und ich will sie einfach nicht. Doch immer, wenn ich mich entziehen will, fasst sie in meine Hose, steckt mir die Zunge ins Ohr, oder macht andere Dinge, die mich völlig den Verstand verlieren lassen. So kann ich nicht weg, fühle mich beobachtet und bin doch zu erregt, um endlich zu gehen. Ich bin schwach und habe selbst gegen eine Frau, die ich nicht will, keine Chance. Irgendwann genieße ich nur noch und werde wach bevor ich erlöst werde. Dann liege ich verwirrt im Bett mit einer unnötigen Erektion und frage mich, was das wohl soll.

Teil 3: Wieder befinden wir uns in Gesellschaft. Eine private Party scheint es zu sein. Ich sitze neben einer jungen, attraktiven Frau. Viele auf der Party hier finden sie toll, doch ich sitze neben ihr, was mich ein wenig stolz macht. Ich fühle mich zu ihr hingezogen, weiß aber, dass ich zu alt bin und keine Chance bei ihr habe. Also sitze ich nur da und genieße ihre Nähe. Etwas später liegt sie entspannt in meinem Arm, ich bin total erregt, bleibe aber ganz anständig und genieße nur ihren warmen Körper an meinem. Wir sind natürlich angezogen, weil alles andere zu absurd wäre. Ich schlafe ein. Als ich wach werde hat sie sich ausgezogen, ist völlig nackt, und wir befinden und unter einer große Decke. Jeder, der auch im Raum ist, kann sich seine Gedanken machen, doch sehen sollte niemand etwas. Ich betrachte die junge Frau. Warum tut sie das? Hier sind so viele andere Männer, warum liegt sie hier neben mir? Ich sehe, dass sie sich streichelt, was mich sehr erregt. Doch ich bin auch immer darauf bedacht, dass niemand etwas bemerkt, daher kann ich immer nur kurz genießen, was sich hier abspielt. Sie hat die Beine gespreizt, spielt mit ihren Fingern an sich rum, stöhnt sanft und ich bin völlig erregt und begeistert. Sie nimmt meine Hand, legt sie zwischen ihre Beine. Sie ist feucht, ich massiere sie, dringe mit einem Finger in sie ein, während sie mit einer Hand in meiner Hose ist. Ihr Stöhnen wird lauter. Das geht so nicht. Wir fallen auf. Ich versuche ihr klarzumachen, dass sie leiser sein muss. Da ich meine Hand weggezogen habe, befriedigt sie sich nun wieder selbst. Ich schaue zu und ihr Stöhnen wird lauter. Das geht nicht, also unterbreche ich sie, sage, dass wir woanders hin müssen, weil hier noch andere Leute sind. Enttäuscht und genervt sagt sie, dass ich sie nicht attraktiv finde, ihren Körper nicht mag und lässt mich zurück. Das ist nicht wahr, sie ist perfekt. Doch jetzt ist sie weg. Dann wache ich auf und frage mich erneut, was das soll.