Mein Weg zur Ausbilderprüfung 10

Heute ist der 75 jährige Dozent für uns zuständig. Weil ich etwas früh da bin, gehe ich auf den Flur, da ich mit dem Dozent so gar nix anfangen kann. Nach einer Weile kommt die Schwangere auch auf den Flur und wir unterhalten uns eine Weile. Sie ist wirklich sehr hübsch. Ich vermute, dass das hier unser Abschiedsgespräch ist. Unser erstes, echtes Gespräch ist es ebenso. Das ist schon irgendwie verrückt und doch vermutlich völlig normal.
Der Unterricht ist ermüdend. Ich schätze den Dozenten, finde es cool, dass er noch so aktiv ist, joggt und Tennis spielt, aber mit seinem Unterricht kann ich nichts anfangen. Ich finde einfach keinen Zugang. So bin ich tatsächlich über die heutige Gruppenarbeit erfreut, obwohl es sich um Rollenspiele handelt. Die Gruppen stellt der Dozent nach Berufen zusammen. Wie erhofft, gehört die Eifrige zu meiner Gruppe. Das ist echt genial. Dazu gibt es den Motorradmann. Mit ihm habe ich noch nicht zusammen gearbeitet, aber schnell stellt sich heraus, dass es mit ihm gut läuft. Wie immer schreibt die Eifrige, was es im Vorfeld zu präsentieren gibt, auf. Beim Rollenspiel ist der Motorradmann der Bewerber, die Eifrige und ich gehören zum Personal und befragen den Bewerber. Nach akzeptablem Anfang fällt mir aber bald nichts mehr ein und ich sitze einfach nur da. Als hätte man mich ausgeschaltet. Die Eifrige rettet durch ihren spontanen Einsatz das Rollenspiel, während ich nur noch schwitze und mich schäme. Gott, wie ich diese Rollenspiele hasse. Da habe ich es tatsächlich noch geschafft, mich auch hier zu blamieren. Wie gut, dass ich die anderen bald nicht mehr sehen muss. Das ist mir alles echt zu peinlich hier. Noch zwei Tage Gruppenarbeit, dann ist es vorbei. Ob ich bis dahin noch mit jemandem reden werde? Will ich das überhaupt?
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