Erste Erkältung 2018

Dem gefühlt heißesten Tag des Jahres folgt die definitiv heißeste Nacht. Ich schlafe schlecht, wache oft auf und fühle mich als würde ich eine Erkältung bekommen. Kann es dafür einen besseren Zeitpunkt als den Höhepunkt der Hitzewelle geben? Vermutlich nicht.
Nach dem Aufstehen geht es zunächst scheinbar wieder, doch im Laufe des Tages kehren die Erkältungssymptome zurück und am Nachmittag fange ich an etwas dagegen zu unternehmen. Ich nehme Angocin, mache später eine Nasenspülung, nehme Anfokali und Archangelica comp. Globuli. Damit hoffe ich die Symptome der Erkältung schwächen zu können. Auf Soledum verzichte ich, weil da Sorbitol drin ist, was meinen Darm, der eh seit Tagen rebelliert, nur noch mehr aufregen würde. Das möchte ich nicht.

Vor dem Zubettgehen nehme ich 30 statt 15mg Zink zu mir, fülle die Nase mit Nasenspray ab und schlafe recht schnell ein. Dummerweise werde ich nach etwa einer halben Stundewach, weil meine Nachbarn sich viel zu laut unterhalten. Also schließe ich das Fenster, weil Ohrenstöpsel allein den Lärm nicht abhalten können. Warum müssen die nur so laut reden? Nachbarn sind eine unnütze Sache.

In der Nacht wache ich häufig auf, weil ich entweder Kopf-, Kiefer-, oder Nackenschmerzen habe. Erst gegen 04.00 Uhr komme ich auf die Idee eine Ibuprofen zu nehmen. Danach schlafe ich endlich recht entspannt bis ich aufstehen muss. Warum habe ich nicht früher zur Tablette gegriffen? Ach ja, weil ich ständig so lange warte. Vermutlich eine Art Erkältungstradition. Obwohl ich Erkältungen überaus lästig finde, fand ich es dennoch irgendwie besorgniserregend, dass ich meine letzte Erkältung im August 2017 hatte. In meinem Kopf ist es ungesund, wenn man nicht ab und zu erkältet ist. Eine lange Zeit ohne Erkältung bedeutet nämlich, dass man schwer krank ist und bald qualvoll verendet. Es ist erschreckend, was für Gedanken sich in meinem Kopf tummeln. Erstaunlich finde ich auch, dass ich mich fast schon freue am Wochenende wegen der Erkältung entspannen zu können. Einfach auf dem Bett liegen, nichts machen müssen und Kraft tanken. Als würde ich sonst wirklich etwas anderes am Wochenende machen. Erkältung als Chance. Ich bin echt durch und durch ein merkwürdiges Lebewesen. Aber am Wochenende werde ich voll entspannen. Lächerlich.

Was etwas stört ist mein Zahn, der noch immer nicht zu hundert Prozent in Ordnung ist. Heute habe ich einen Zahnarzttermin, frage mich aber, ob es in meinem Zustand sinnvoll ist, den Wurzelkanal entweder nochmal zu reinigen oder den Zahn zu ziehen. Aus meiner Sicht sollte man mit einer Erkältung sowieso nur im Notfall zum Zahnarzt gehen. Aber ich habe eh komische Ansichten, die die meisten nicht verstehen. Ich gehe mit Erkältung nicht einmal zum Friseur, aber zur Arbeit, was irgendwie auch unlogisch erscheint.

Gegen 09.00 Uhr macht eine Teilnehmerin ein weiteres Fenster auf und ich fange bei 26 Grad an zu frieren. Beste Voraussetzungen für einen gemütlichen Tag im Büro. Nach dem Mittag höre ich langsam mit dem Frieren auf und mein Körper produziert Wärme. Vermutlich will er das Büro aufheizen und glaubt er sei eine Heizung. Den Rest des Arbeitstages bin ich relativ unbrauchbar und sowohl Carsten als auch ein Teilnehmer meinen ich sollte doch besser nach Hause fahren, was ich aber nicht mache, weil ich so nicht bin.

Kaum zu Hause angekommen liege ich auf dem Bett, verschiebe den Zahnarzttermin um eine Woche und schlafe ein. Als ich etwa neunzig Minuten später aufwache, wundere ich mich, dass ich mir die Hose ausgezogen habe, schlürfe ins Bad und mache eine Nasenspülung. Der Schleim ist teilweise gelb. Läuft, würde ich mal sagen.

Später bekomme ich diese unfassbaren Schmerzen im Oberbauch von denen mir Schwindelig wird und die in letzter Zeit immer häufiger auftreten. Kalter Schweiß bricht aus und ich könnte so durchdrehen. Das hat nichts mit der Erkältung zu tun und wird mich, meinen Beobachtungen zur Folge, irgendwann umbringen. Auch kann ich seit Tagen nicht mehr auf der Seite oder dem Bauch liegen, weil es sich so anfühlt als würde in meinem Inneren dann etwas irgendwo gegen drücken. Ich tippe auf eine riesige Entzündung oder einen Tumor. Montag werde ich mir einen Arzttermin holen, obwohl das eh alles zu nichts führt.

Nachdem ich ein wenig inhaliert habe, versuche ich zu schlafen, muss mir aber wenig später eine Decke holen, weil mir kalt ist. Das Fieberthermometer zeigt 37,7 Grad. Das würde ich noch nicht als Fieber bezeichnen. Die Nacht verbringe ich aus genannten Gründen auf dem Rücken liegend und am Morgen fühle ich mich nicht wirklich schlecht, aber alles andere als gut. In dem Zustand steht einem entspannten Arbeitstag nichts entgegen.

Hätte ich doch nur meine Teilnehmer am Morgen bedacht, dann wäre ich eventuell zum Arzt gegangen und würde jetzt im Bett liegen. Stattdessen führe ich Diskussionen, muss abwägen wer eine Abmahnung bekommt und wer nicht und diese Entscheidungen begründen. Weil ich glaube, bei einem mit der Abmahnung erzieherisch etwas zu erreichen, bekommt er schon die zweite Abmahnung von mir. Von der traurigen Familiengeschichte des anderen Teilnehmers lasse ich mich bereits zum zweiten Mal überzeugen und verzichte erneut auf die Abmahnung. Aus meiner Sicht das einzig Richtige, um gemeinsam Erfolg zu haben. Falls das irgendwer anders sieht, kann ich es auf meinen schlechten Allgemeinzustand schieben.

Als ich am Nachmittag zurück in meiner Wohnung bin, fühlt sich mein Körper überhitzt an, weshalb ich zum Fieberthermometer greife. 37,0 Grad. Sieht aus als wäre ich bald die Erkältung los und kann mich wieder den wirklich gefährlichen Krankheiten widmen.

Am Abend schaue ich drei Filme, nehme brav meine Medizin und gehe zeitig zu Bett. Ich nehme eine Ibuprofen und Nasenspray und so verläuft die Nacht ganz gut. Den nächsten Morgen starte ich mit einer Nasenspülung und bin fast enttäuscht, dass dabei wenig gelber Auswurf aus der Nase befördert wird. Anschließend wird inhaliert und ich wundre mich, wie schon in den letzten Tagen darüber, dass währenddessen die Nase so stark läuft, dass sie tropft. Früher war das anders. Überhaupt bin ich über den Verlauf der Erkältung etwas enttäuscht, weil es nicht einmal zum Fieber gereicht hat. Dabei ist Fieber wichtig und gesund. Die ganze Erkältung lässt darauf schließen, dass es nicht gut um mich bestellt ist.

Nach dem Frühstück tut mir irgendwie alles weh und ich nehme eine Ibuprofen. Weil Schmerzen nichts für mich sind. Ich serviere mir einen Thymiantee mit Bronchialtropfen, stelle ihn neben das Bett und schlafe, noch bevor ich einen Schluck davon trinken kann, ein. Als ich aufwache ist der Tee kalt und es scheint so als wäre die Erkältung doch noch nicht besiegt. Die Temperatur ist auf 37,1 Grad gestiegen. Ob da noch was geht?

Zum Mittagessen gibt es eine Suppe, kurz danach muss ich wieder schlafen. Am Nachmittag schaffe ich es vor die Tür, gehe einen Salat und Pommes essen, komme nach Hause, mache Tee und schaffe es erneut nicht, den Tee zu trinken, sondern schlafe stattdessen ein. Als ich es Stunden später schaffe aufzustehen, darf ich den nächsten kalten Tee trinken. Mein morgendlicher Verdacht, die Erkältung hätte schon aufgegeben hat sich definitiv nicht bestätigt. Die Erkältungssymptome schienen nur durch meine Mittel unterdrückt zu sein, aber  ansonsten ist die Erkältung noch nicht besiegt. Am Abend schaue ich zwei ziemlich misslungene Filme bevor ich wieder schlafen muss.

Ließ ich das Training letzte Woche ausfallen, weil es mir zu warm war, muss ich es heute ausfallen lassen, weil ich gesundheitlich dazu nicht in der Lage bin. Weil ich das Scheiße finde, darf ich in Zukunft das Training einfach nicht mehr ausfallen lassen, wenn es keine körperlichen Gründe dafür gibt.

Den Sonntag verbringe ich größtenteils lesend auf dem Balkon. Insgesamt schaffe ich es einigermaßen zu entspannen und frage mich, wieso das für mich so anstrengend geworden ist beim Nichtstun wirklich zu entspannen. Irgendwie habe ich das zwar noch nie richtig gekonnt, aber was ich da seit geraumer Zeit abliefere ist echt beängstigend. Ob meine verstärkten Magenprobleme damit zusammenhängen? Vielleicht spielt das alles längst keine Rolle mehr, weil mir eh nicht mehr zu helfen ist. Dennoch werde ich morgen etwas tun, was ich lange nicht mehr gemacht habe. Ich werde einen Arzttermin machen und schauen, wie die Dinge sich danach darstellen. Die Erkältung sollte sich in den nächsten Tagen verabschiedet haben, so dass ich mich um Arzttermine kümmern kann. Ich habe sie wirklich nicht mehr alle.

 

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