Die zweiten zehn Tage im Januar 2019

Die zweiten zehn Tage des Jahres sind mitunter nicht ganz so überzeugend, wie der Jahresbeginn, aber das war auch nicht zu erwarten. Zu meiner eigenen Verwunderung spiele ich weniger, schaue dafür aber mehr Filme und Serien. Nicht unbedingt eine Entwicklung, die zu erwarten war, aber ich entwickle mich halt permanent weiter. Mein Darm entwickelt sich parallel dazu ebenfalls weiter. Allerdings mit Babyschritten und in die falsche Richtung. Sehr bedauerlich.

Essenstechnisch probiere ich auch etwas Neues und überstehe es, entgegen meiner Erwartungen ohne gesundheitliche Probleme. Direkt im Anschluss daran tue ich meiner Prostata etwas Gutes und setze den langen, ausgedehnten Bums aus meinen Gedanken in die Tat um. Okay, man kann durchaus über lang und ausgedehnt streiten, aber es ist meine Geschichte, also war es so.

In meiner Arbeitswelt ist die Maßnahme zwischenzeitlich für exakt zwei Stunden voll, dann werfe ich eine Teilnehmerin raus, weil ich es kann und sie es nicht anders will. Dafür schreibe ich später in den Bericht, dass ich ihr alles Gute wünsche. Kurioserweise meine ich das echt Ernst, aber sie wird es niemals erfahren, weil sie den Bericht nie lesen wird. In mir steckt doch ein echtes Weichei. Oder ein Mensch. Vielleicht auch etwas ganz Anderes.
Aktuell liegen wir noch 4,5% über dem Strich, was fast schon erschreckend gut ist. Also jetzt nicht wirklich, aber vielleicht auch doch.
Es beginnen auch endlich die Spekulationen, wohin es mich im März verschlägt. Anke meint es wäre nicht gut und wird auch nicht passieren, dass man mich hier vom Standort abzieht. Die Maßnahme von Patzi könnte ich bereichern. Abgesehen davon, dass ich keine Bereicherung für irgendwas bin, kann ich mir das nicht vorstellen. Aber ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass ich mal so lange einen Arbeitsplatz besetzen würde.
Was diese Maßnahme angeht gibt es absolut keinen Grund zur Hoffnung auf eine Neuauflage. Es gibt derzeit insgesamt viel zu viele Maßnahmen, welche nicht einmal ausreichend mit Arbeitslosen gefüllt werden können. Wir brauchen einfach wieder mehr Arbeitslose. Vielleicht sollte ich mit gutem Beispiel vorangehen?

Mit etwa vierwöchiger Verspätung buche ich meinen ersten Urlaub des Jahres. Normalerweise beginne ich meine Urlaubsreisen sonntags, aber irgendwie ist keine Unterkunft, die mich überzeugen kann im Angebot. Entweder ist mir alles zu teuer, kein eigenes Badezimmer und keine Parkplätze vorhanden, keine kostenlose Stornierung möglich, oder ich kann nicht traditionell am Sonntag anreisen. Auch die Unterkunft, die mir aus noch ungeklärten Gründen total zusagt, kann ich nicht zum gewünschten Anreisetag buchen, will aber genau dort untergebracht werden. Also ändere ich, der Mann, der ungern traditionelle Pläne ändert, meinen Anreisetag von Sonntag auf Freitag und buche vier Nächte in Cochem, weil es da sicher schön ist und ich da gut aufgehoben sein werde. Der erste Urlaub des Jahres steht also fest. Das wird eine vollkommen neue Erfahrung an einem anderen Tag anzureisen und übers Wochenende weg zu sein. Es war, das muss ich gestehen, nicht wirklich schwer, aber auch nicht unbedingt leicht. Sollte nichts Merkwürdiges dazwischenkommen, muss ich mich nur noch um den Sommerurlaub kümmern. Da allerdings bin ich längst nicht mehr sicher, ob ich nicht doch ein völlig anderes Ziel als ursprünglich geplant wählen muss. Habe ich letztes Jahr übrigens auch gemacht und bin in Lübeck gelandet. Es bleibt also extrem spannend, wo ich fünf Sommernächte verbringen werde.

Ich sollte in nächster Zeit einen Arzttermin machen, denn die stets wiederkehrenden diffusen Schmerzen in der rechten Nierengegend müssen nicht unbedingt harmlos sein. Bei meinem Vater fing es ähnlich an und am Ende ging es qualvoll zu Ende, weil er sich vermutlich zu spät auf den Weg zum Arzt gemacht hat. Und da ich sowieso früher oder später Krebs bekomme und daran sterben werde, sollte ich da mal jemanden einen Blick drauf werfen lassen, ob es vielleicht schon so weit ist. Wenn ich nur nicht so eine Abneigung gegen Arztbesuche hätte.

Eines Nachts besucht mich ein Traum, der meinen Schlaf nachhaltig stört. Im Traum befahre ich den Garagenhof als ein Wagen, wie ihn mein Vater zuletzt gefahren hat, mir entgegenkommt. Wenige Augenblicke später erkenne ich, dass es nicht irgendein ähnlicher, sondern sein Wagen ist und bekomme eine Art Schock. Als ich dann auch noch erkenne, dass mein Vater diesen Wagen lenkt, glaube ich für einen Moment, dass er noch lebt und ich die letzten drei Jahre nur geträumt habe und jetzt zurück in der Realität bin. Während mich das im Traum noch sehr beschäftigt gibt es einen Szenenwechsel. Mein Vater geht vor mir her, bleibt abrupt stehen, ich renne gegen ihn und bin überrascht, dass ich nicht durch ihn durchgegangen bin, da ich davon ausging, dass er ein Geist sein muss. Während ich ziemlich verstört um ihn herumgehe und sehe, dass er es tatsächlich ist, schaut er einfach nur nach vorne als wäre ich nicht da. Weil mich das komplett gruselt, wache ich auf und bleibe bei der Gelegenheit die nächsten anderthalb Stunden wach. Definitiv bisher der Traum des Monats. Nur nicht unbedingt ein guter.

Nach zwei Dritteln des ersten Monats, soviel steht jedenfalls fest, ist alles irgendwie beim Alten geblieben. Alles andere hätte mich auch gewundert. Wie soll sich schon etwas ändern, wenn man sich selbst nicht ändert? Noch elf Tage bis zum Monatsende.

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