Die letzten Nächte von Zahn 47

Sieben Nächte bis zur geplanten Extraktion.
Nachdem ich nun weiß, dass Zahn 47 erst in einer Woche gezogen wird, frage ich mich während eines Spaziergangs, ob ich und Zahn 47 es überhaupt noch so lange miteinander aushalten. Später beim Essen glaube ich es nicht mehr, denn der Zahn reagiert sehr unzufrieden auf Hitze. Die Schmerzen sind grenzwertig und ich denke darüber nach eine Schmerztablette zu nehmen. Eine Weile nach dem Essen wird es zum Glück wieder besser und irgendwann sind die Schmerzen ganz weg, aber sobald Kälte, Wärme oder Süßes mit dem Zahn in Berührung kommen wird es unschön. Vielleicht sollte ich bis zur Entfernung des Zahnes nicht mehr essen und trinken.

Als ich später im Bette liege bekomme ich einen Schweißausbruch und der Zahn schmerzt stärker als je zuvor. Gerade als ich beschließe eine Tablette zu nehmen, beruhigt sich die Situation und in der Nacht bleibt er ruhig.

Sechs Nächte bis zur geplanten Extraktion.
Als ich aufwache fühlt es sich an als wäre Zahn 37 in der Nacht gewachsen. Ich spüre jede Berührung. Das kann ich jetzt nicht auch noch gebrauchen.
Kaum bin ich aufgestanden meldet sich Zahn 47 mit leichten Schmerzen. Mir graut vor dem Frühstück und den kommenden Tagen. Zahn 37 bleibt berührungsempfindlich, verursacht aber keine wirklichen Schmerzen. Ein Blick in den Spiegel verrät, dass mein Immunsystem gerade nicht in Topform zu sein scheint, denn überall sind Hautprobleme/Entzündungen im Gesicht zu erkennen. Es passt halt gerade nichts wirklich zusammen. Beim Frühstück bin ich so vorsichtig, wie es eben möglich ist und kaue nur auf der anderen Seite, dennoch beginnen bald die Schmerzen. Arschlochzahn 47.

Im Büro bin ich noch dabei mir einen Überblick zu verschaffen, als ich gefragt werde, ob ich nicht mehr Stunden arbeiten möchte und jeden Montag arbeiten könnte. Möchte ich nicht, biete aber an einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Ob ich vielleicht jeden zweiten Montag arbeiten möchte? Möchte ich auch nicht. Und vielleicht halbe Montage? Halbe Montage finde ich lustig, lehne ich aber ebenfalls ab. Nach dem Gespräch bin ich verwundert, dass ich einfach so abgelehnt habe, frage mich allerdings, ob das klug war, denn das macht mich sicher nicht unbedingt beliebter und außerdem könnte ich das Geld gut gebrauchen, weil ich demnächst zwei Implantate bezahlen muss. Andererseits hätte ich dann keine Zeit mehr für meine ganzen Arzt- und Werkstattbesuche und nach einer Weile hätte mich die 5 Tage Woche sicher in einen Zustand versetzt, der dafür Sorgen würde, dass ich noch schlechtere Laune hätte und möglicherweise etwas Dummes tun würde. Wobei das irgendwie zu meinen Gedanken der letzten Woche passen würde. Vielleicht hat mein weg zurück in die Arbeitslosigkeit längst begonnen. Verrückt, wirklich verrückt.

Während der Arbeitszeit bleibt Zahn 47 recht ruhig. Auf dem Weg nach Hause legt er allerdings los und die Schmerzen sind fast famos. Dazu tun die Lymphknoten weh und zwar auch auf der Seite von Zahn 37. Was auch immer da entsteht, ich finde es Scheiße.

Anschließend wechseln sich Phasen, in denen es sich anfühlt als wäre alles gut, mit Phasen, die sich anfühlen als müsse ich sofort zum Zahnarzt, um den Zahn unverzüglich ziehen zu lassen, ab. Gegen Abend beruhigt sich der Zahn, was mich irgendwie beruhigt.

Während ich im Bett noch etwas von Murakami lese, beginnen die Zahnschmerzen und wenn ich zubeiße werden sie schlimmer. Doch scheinen die Schmerzen oben zu sein, was mich irritiert. Mit dem Finger klopfe ich die oberen Zähne ab und tatsächlich reagiert Zahn 16 heftig auf jede Berührung. Ich bin verwundert und besorgt zugleich. Ein Zahn, der derart klopfempfindlich ist, muss entzündet sein. Wieso wurde das gestern nicht festgestellt und muss ich mir jetzt sogar drei Zähne ziehen lassen? Ich hasse meine Zähne. Kommt jetzt jeden Tag ein neuer Zahn dazu, und wenn ja, was hat das zu bedeuten? Ich betrachte das Röntgenbild welches ich in schlechter Qualität abfotografiert habe und meine eine Entzündung am Zahn 16 zu erkennen. Und wenn es wirklich eine Entzündung ist, die ich erkenne, dann ist sie viel größer als bei Zahn 47.

Ich schlafe für die Umstände recht schnell ein, doch eine halbe Stunde später werde ich vom Lärm vor dem Café Bistro geweckt und gehe genervt zur Toilette. Zurück im Bett beginnt der Irrsinn in meinem Kopf. Urplötzlich fühle mich total verloren, weil ich morgen nicht zum Zahnarzt gehen kann, um mir helfen zu lassen. Es gibt vor Ort keine Mitarbeiter, niemand hat einen Schlüssel, niemand kann mich kurzfristig vertreten. Somit muss ich die Schmerzen morgen irgendwie ertragen. Weil ich überfordert bin, nehme ich eine Ibuprofen und wälze mich im Bett hin und her, gebe mich negativen Gedanken hin, verfalle mitunter in Panik und spüre, wie sich meine Gedärme immer wieder aufs Neue zusammenziehen. Ich habe keine Kontrolle und will zwischenzeitlich sogar den Job hinwerfen, weil diese Woche bisher einfach danach verlangt. Immer wieder versuche ich mich zu beruhigen, doch dann berühre ich den Zahn und beruhigen ist nur noch eine Illusion. Wegen des Lärms vom Café Bistro mache ich die Ohrstöpsel rein. Als ich sie später wieder rausmache und weglegen will, werfe ich ein volles Glas Wasser um und muss aufstehen, um die Sauerei weg zu wischen. Spontan rege ich mich darüber auf, dass man mich gefragt hat, ob ich montags nicht arbeiten könnte. Wann bitteschön soll ich denn dann meine ganzen Arzttermine wahrnehmen? Ich nehme Calmvalera, um mich zu beruhigen. Schlafen kann ich in dem Zustand nur in ganz kurzen Etappen. Ich bin verloren.

Fünf Nächte bis zur geplanten Extraktion.
Als es an der Zeit ist aufzustehen bin ich nassgeschwitzt. Zahn 47 schläft, Zahn 37 ist wach und Zahn 16 außer Rand und Band. Noch immer glaube ich, dass er als erster behandelt werden muss. Meiner Meinung nach kann es kein Zufall sein, dass drei überkronte Zähne fast zeitgleich Probleme bereiten. Irgendwas mit meinem Körper ist definitiv nicht in Ordnung. Aber was ist es?
Mein Darm ist übrigens auch komplett unzufrieden mit irgendwas. Das Frühstück fällt mir total schwer. Mein Körper wehrt sich regelrecht dagegen. Nach ein paar Bissen sitze ich schon auf der Toilette. Als ich danach erneut versuche mein Müsli zu essen, muss ich total heftig würgen. Das hatte ich echt lange nicht mehr und das ist auch kein gutes Zeichen. Immerhin ist Zahn 47 weiterhin sehr schläfrig und auch Zahn 37 hat sich wieder etwas beruhigt. Selbst Zahn 16 scheint einen Moment lang etwas freundlicher gestimmt zu sein. Trotzdem bin ich mit der Gesamtsituation mehr als nur unglücklich.

Als ich die Zähne putze ist Zahn 16 wieder in seinem Element und ich bin überzeugt davon, dass er als erster eine Behandlung benötigt. Die Frage ist nur wann und wie lange halte ich es noch mit ihm aus? Kurz bevor ich los muss, fange ich an zu frieren und zittere eine Weile unkontrolliert vor mich hin. All das finde ich sehr besorgniserregend. Harmlos kann das kaum sein. Der Verfall ist beängstigend.

Bis zum Mittag lässt es sich aushalten, dann mache ich den Fehler und esse etwas. Dummerweise gerät dabei etwas auf falsche Seite und verursacht beim Kauen einen wirklich grausamen Schmerz. Das halte ich nicht bis Montag aus mit Zahn 16. Mein Plan morgen früh zum Zahnarzt zu gehen taugt leider nichts, da außer mir niemand einen Schlüssel hat und ich morgen die Kollegen reinlassen muss. Dennoch rufe ich in der Zahnarztpraxis an, um noch diese Woche Zahn 16 behandeln zu lassen. Dabei ist es mir egal, ob er gezogen, repariert oder gesprengt wird. Hauptsache die Krone kommt ab, weil darunter sicher die Verwesung wütet. Man bietet mir einen Termin für heute 14.00 Uhr an, doch da ich, weil einziger Mitarbeiter vor Ort, nicht vor 16.00 Uhr hier raus kann, wird das nichts. So muss ich es bis morgen 19.30 Uhr aushalten, dann kümmert sich die junge Zahnärztin, die schon Montag für mich zuständig war, um mich. Nur noch 31 Stunden bis zur Erlösung. Weil eh gerade alles nicht nach meinem Geschmack läuft, kommt keiner der für den Nachmittag eingeladenen Teilnehmer und ich sitze mit Schmerzen, von denen ich nicht weiß, ob Zahn 47 und Zahn 16 sind oder nur Zahn 16 dafür zuständig ist, gefrustet und enttäuscht im Büro. Mittlerweile sind meine Lymphknoten auch wieder geschwollen, was kann man noch mehr wollen? Gegen 15.30 Uhr nehme ich eine halbe Ibuprofen 400.

Eigentlich ist das Wetter perfekt, um Kerzen anzünden und es sich gemütlich zu machen, doch meine Stimmung ist vollkommen im Eimer. Noch 24 Stunden bis mir möglicherweise geholfen wird.

Als ich nach einem kurzen Nickerchen aufwache, scheinen meine Zähne weiterzuschlafen, denn für eine Weile fühlt es sich an als ginge es mir gut und ich frage mich, ob es vorbei ist und ich morgen tatsächlich zum Zahnarzt muss. Also versuche ich Zahn 16 durch klopfen und drücken zu wecken, was mir bald gelingt. Es ist offensichtlich, dass ich irgendwie gestört bin.
Vor dem schlafen nehme ich eine halbe Ibuprofen 400, weil ich sonst sicher nicht schlafen kann. Schon bald schlafe ich ein und fast komplett durch.

Vier Nächte bis zur geplanten Extraktion.
Welcher Zahn denn nun zum Frühstück am meisten weh tut, wird erst eindeutig geklärt als ich mit Zahn 16 versehentlich auf etwas beiße. Eindeutig der heftigste Schmerz, da können weder Zahn 37 noch Zahn 47 mithalten. Insgesamt sind die Schmerzen aber erträglich und ich frage mich abermals, ob es nötig ist heute um 19.30 Uhr damit die Zahnärztin zu belästigen. Andererseits ist es unwahrscheinlich, dass die Schmerzen einfach so verschwinden. Alles in allem bleibt die Situation unbefriedigend und vermutlich müssen alle drei Zähne raus. Wann weiß man, ob man das Richtige tut? Ach ja, erst hinterher.

Gegen Mittag merke ich, dass die Schmerzen von Zahn 16 und von Zahn 47 ausgehend stärker werden. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Dennoch nehme ich eine halbe Ibuprofen 400, weil ich ein Weichei bin und dabei nicht gestört werden möchte.

Der Zahnarzttermin sorgt dafür, dass ich recht schnell recht nassgeschwitzt bin, dabei bin ich noch gar nicht in der Praxis. Wenn ich etwas gut kann, dann vor Angst schwitzen. Wenig später trage ich der Zahnärztin mein Leid vor und der Zahn wird untersucht. Auf Kälte reagiert er gar nicht. Als gäbe es keine Kälte für ihn. Weil die Röntgenaufnahme vom Montag nichts Eindeutiges Preis gibt, wird eine Einzelaufnahme angefertigt. Hatte ich jemals erwähnt, dass ich es nicht mag, wenn meine Zähne geröntgt werden? Nein? Ist aber so. Die neue Röntgenaufnahme zeigt jetzt auch nichts an, was eine Wurzelbehandlung nötig erscheinen lässt. Überhaupt ist nichts erkennbar, was nach einer Behandlung verlangen könnte. Maximal das Zahnfleisch ist gereizt und blutet schnell. Vielleicht ist mein Körper derzeit mit den Nerven am Ende. Alternativ könnte es sein, dass ich zu stark mit den Zähnen knirsche. Ich habe keine Ahnung, ob ich überhaupt mit den Zähnen knirsche. Falls doch, verurteile ich das zutiefst. Weil die Wurzel sehr krumm ist und eine Behandlung auf gut Glück zum jetzigen Zeitpunkt vom Zahnarzt und der Zahnärztin als nicht sinnvoll erachtet wird, wird mir ein mittelmäßig leckeres Medikament aufgetragen. Ich indes schäme mich irgendwie, dass ich so spät noch Leute belästige und dann auch noch das Angebot morgen wiederzukommen, um erneut mit dem Medikament versorgt zu werden, ablehne. So einen wie mich kann man doch nicht ernst nehmen. Erst über Schmerzen klagen und dann keine Zeit für eine Behandlung haben. So Leute braucht doch kein Zahnarzt. Ich verabschiede mich bis Montag und wir alle hoffen, dass es bis dahin gehen wird. Was mir bleibt ist die Hoffnung, dass alles besser wird, wenn Zahn 47 entfernt wurde.

Am Abend reibe ich das Zahnfleisch großzügig mit Salviathymol ein und entdecke die vermutliche Quelle der Schmerzen. Weit oben über Zahn 17 ist eine Stelle, die bei Berührung dafür sorgt, dass mich ein übler Schmerz durchfährt, der direkt in Zahn 16 geleitet wird. Möglicherweise muss also Zahn 17 raus. Oder alle. Vielleicht ist es am Ende doch nicht so einfach und das ist erst der Anfang meiner Probleme.

Gegen 03.40 Uhr muss ich eine halbe Ibuprofen 400 nehmen, weil ich dummerweise auf der rechten Seite gelegen habe. Dabei entstand Druck an der Stelle über Zahn 17 und verursachte einen Schmerz, der nicht weg geht. Später wache ich auf, weil ich ähnlich heftige Schmerzen in der linken Schulter habe. Somit kann ich nur noch auf dem Rücken liegen. Das kann doch alles nicht wahr sein.

Drei Nächte bis zur geplanten Extraktion.
Der erste Zahn, der mich am Morgen begrüßt ist Zahn 37. Es fühlt sich seit Tagen schon an als wäre er höher als alle anderen Zähne. Glücklicherweise ist es kein richtiger Schmerz, sondern weiterhin nur ein Druckgefühl. Ansonsten ist mir so warm als hätte ich Fieber. Die Schmerzen an der linken Schulter sind durchaus ausgeprägt und werden, wenn ich eine bestimmte Stelle berühre schlimmer. Was auch immer es ist, es scheint sich auszubreiten. Möglicherweise bin ich innerlich vergiftet und mein Körper wird mit dem ganzen Mist einfach nicht mehr fertig.

Gegen 10.30 Uhr beginnen die Zahnschmerzen intensiver zu werden und kommen eindeutig von oben. Scheinbar ausgehend von der Stelle, die ich gestern zufällig entdeckt habe, ziehen die Schmerzen runter bis Zahn 47. Das Zahnfleisch brennt irgendwie und vielleicht muss am Ende gar Zahn 17 gezogen werden, obwohl Zahn 16 am meisten schmerzt. Vielleicht sollte ich einfach alle Zähne gegen etwas Herausnehmbares tauschen. Dann sind nicht nur die Schmerzen weg, ich könnte auch viel Geld sparen. Aber weil das jetzt spontan nicht geht, nehme ich eine halbe Ibuprofen 400.

Mittlerweile frage ich mich, ob überhaupt irgendwelche Schmerzen von Zahn 47 ausgelöst werden, oder ob alles von der Stelle im Oberkiefer kommt. Die Wurzel allen Übels liegt vielleicht da oben. Andererseits ist auf den Röntgenbildern deutlich erkennbar, dass Zahn 47 und Zahn 37 mit Entzündungen zu kämpfen haben. Es könnte auch sein, dass Zahn 47 der Verursacher der Schmerzen im Oberkiefer ist. Alles kann möglich sein, Gewiss ist bei dieser Sache so gut wie gar nichts. Man kann lediglich davon ausgehen, dass Zahn 47 am Montag um 11.30 Uhr gezogen werden soll. Andererseits kann bis Montag noch eine Menge passieren.
Am Abend schaue ich mit Loerz und Petra X-Men: Dark Phoenix. Der Film ist eine echte Enttäuschung, ebenso wie meine Zähne. Nur ist der Film schnell vorbei, was man von meinen Zahnproblemen nicht behaupten kann.

In der Nacht schlafe ich überraschend gut und habe keine weiteren Probleme.

Zwei Nächte bis zur geplanten Extraktion.
Zahn 37 ist beim Aufwachen direkt wach, was zwar irgendwie nervt und auch frustrierend ist, aber nicht weiter stört. Die Probleme auf der anderen Seite melden sich erst etwas später und es fällt mir schwer sie genau zu lokalisieren. Zahn 47 ist sicher dabei und die Stelle irgendwo über Zahn 17 sowieso. Mal brennt das Zahnfleisch, dann tut irgendwas einfach so weh. Alles zu ertragen, aber frustrierend, denn irgendwie dreht sich alles nur noch um die Zähne. Erschreckend dabei ist der Gedanke, dass zwar Montag aller Voraussicht nach Zahn 47 gezogen wird, die Probleme aber kaum weniger werden. Und sollte die Entzündung über Zahn 17 behandelt werden, Zahn 47 deshalb nicht gezogen werden, ändert das ebenfalls nicht viel. Ich glaube ja, dass mir Akupunktur gut tun würde und etwas helfen könnte meinen Gesamtzustand zu verbessern, aber das kann ich mir gerade nicht leisten. Doch selbst ich sehe, dass meine Zunge komplett anders aussieht als während der Behandlung, ich kann nur nicht deuten, was genau man da erkennen kann. Letztlich ist es aber auch egal, weil ich nichts tun kann, um daran etwas zu ändern. So schaut’s aus.

Insgesamt sind die Beschwerden heute geringer. Irgendwo über Zahn 16 und Zahn 17 ist mittlerweile eine kleine Beule entstanden, die bei Berührung Schmerzen verursacht. Die Stelle hatte ich bereits vor zwei Tagen entdeckt, da verursachte sie bei Berührung aber viel schlimmere Schmerzen. Es scheint so als bahne sich die Entzündung einen Weg nach außen, was die Schmerzen scheinbar verringert. Einer der beiden Zähne wird vermutlich verantwortlich sein und Montag geöffnet werden. So stelle ich mir das zumindest vor. Interessant ist ebenfalls, dass es in der Nähe von Zahn 47 auch eine Entzündung inklusive dicker Beule gibt. Nur ist diese außerhalb. Selbstverständlich ist eine ähnliche Beule auch in der Nähe von Zahn 37, ebenfalls außerhalb, zu finden. Das deutet vermutlich darauf hin, dass mein Körper sich ordnungsgemäß verhält, bringt mich aber nicht unbedingt weiter, weil ich die Zähne am Ende doch verliere. Ein weiterer spannender Aspekt bei der Sache ist die Tatsache, dass meine Zunge einseitig belegt ist. Man kann eine Menge sehen, wenn man seinen Körper während einer Krise beobachtet.

Gegen Mitternacht ist Zahn 47 scheinbar schmerzfrei, Zahn 16 tut kaum noch weh und ist nur leicht klopfempfindlich, lediglich Zahn 37 lässt mich jede Berührung spüren. Nicht so, dass es weh tut, aber halt so, dass deutlich ist, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Obwohl es zu nichts führt, frage ich mich, ob die Zähne wirklich entfernt werden müssen. Gibt es wirklich keine andere, bessere Lösung?

Eine Nacht bis zur geplanten Extraktion.
Noch immer ist nicht klar, ob Zahn 47 morgen gezogen wird oder ob Zahn 16 oder Zahn 17 eine Wurzelbehandlung bekommt. Vom Gefühl her würde ich ja sagen, dass die Wurzelbehandlung nötiger ist, aber vielleicht gehen die Schmerzen auch einfach weg und ich habe die Entzündung noch eine Weile in meinem Körper. Andererseits sollte es schneller gehen Zahn 47 zu ziehen. Aber das darf nicht der Maßstab sein. Schlimm finde ich, dass ich mir seit Tagen um diese Dinge Gedanken mache. Das ziemlich uncool und wenig souverän.

Natürlich habe ich am Abend kaum Beschwerden. Zahn 47 ist gar Beschwerdefrei und auch Zahn 16 hat keine großen Probleme mehr, wenn ich auf der Seite kaue. Gäbe es diesen Ärger mit Zahn16 nicht, würde ich vielleicht Zahn 37 ziehen lassen, denn der Macht sich ständig irgendwie bemerkbar. Der einzige Grund, dass ich morgen zum Zahnarzt gehe ist der, dass auf dem Röntgenbild Zahn 37 und Zahn 47 definitiv eine Entzündung verursacht haben und das für den Rest des Körpers Folgen haben könnte. Wäre ich ein Hai, würden meine Zähne nachwachsen und es könnte mir egal sein. Haie machen sich auch niemals wegen irgendwelcher Implantate Sorgen.

2 Kommentare on "Die letzten Nächte von Zahn 47"


  1. Und, welcher ist denn nun draussen? 16, 17, 37 oder 47? Ich werde die Zahlen auf jeden Fall bei meinem nächsten Lottozettel berücksichtigen. Falls ich gewinne, war das alles für etwas gut, zumindest für mich…
    Zähne können einen wirklich verwirren. Ich hatte auch schon “oben” Zahnweh, bis es sich bei genauerer Betrachtung als “unten” entpuppte. Lästig!
    Gute Besserung!

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