Testament

Es heißt, dass es klug sein, die Dinge zu regeln, bevor er zu spät ist. Dennoch habe ich seit Jahren eine nicht ausgefüllte Patientenverfügung in meinem Schrank liegen. Ich weiß nicht genau, was mich davon abhält sie auszufüllen. Ein Grund ist sicher, dass ich nicht weiß, was ich möchte, wenn es soweit ist. Vermutlich reicht ein Zettel mit dem Hinweise „Einfach sterben lassen. Schmerzen verhindern, die Dinge ihren Lauf nehmen lassen und ordnungsgemäß entsorgen.

Ebenso konsequent bin ich mit dem Organspendeausweis. Den habe ich immer dabei, steht nur nichts drin. Warum? Keine Ahnung. Ich glaube, ich fühle mich nicht wohl damit, wenn da etwas drin steht. Dabei finde ich Organspenden gut. Sollte vielleicht zur Pflicht werden, dass alles gespendet wird, was noch zu gebrauchen ist.

Auch ein Testament kann nicht schaden. Besonders wenn man keine Familie hat. Was das angeht kann ich endlich sagen, dass dies nicht mehr zu den unerledigten Dingen gehört. In meinen Dokumenten befindet sich nun endlich der Hinweis, wer meine Habseligkeiten bekommt. Bringt ja nichts, wenn es darum am Ende noch Streit oder Ratlosigkeit gibt. Es gibt Momente, da benehme ich mich fast wie ein Erwachsener. Aber diese Momente sind selten. Trotzdem ist es gut, dass ich mir um meinen Nachlass keine Gedanken machen muss.

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