Erste Arbeitswoche nach dem zweiten Urlaub 2025

Wie vermutet, ist die Vermittlungsquote während meines Urlaubs unter 50 % gefallen. Die Fehlzeitenquote ist derzeit enorm. Sanktionen machen keine Angst oder es gibt sie nicht. Obwohl der Terminkalender voll ist, werden die meisten Termine nicht eingehalten.

Wir bekommen einen neuen Teilnehmer, der schon seit Monaten krank geschrieben ist und nach dem Erstgespräch direkt die aktuelle Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bringt. Er macht durchaus den Eindruck, dass er arbeiten will, nur ist er halt gesundheitlich wohl nicht dazu in der Lage. Warum er dennoch bei uns ist? Vielleicht glaubt man, dass wir hier Wunder verbringen können, weil Jörg es geschafft hat, dass das chinesische Ehepaar einen Job bekommen hat. Keinen gemeinsamen Job, sondern erst er einen, dann sie. Nach neun Jahren, die sie in Deutschland leben, ohne je gearbeitet zu haben. Und ohne mit dem Mann zu reden, weil er kein deutsch kann und sie auch nicht wirklich. Daher traut man ihm vermutlich auch zu, dass er Kranke gesund und Blinde sehend macht. Wir sind da skeptisch, können es uns aber nicht aussuchen.

Wir haben hier durchaus noch ein paar Leute, denen man zumindest eine Chance geben sollte, aber sie bekommen keine und ich frage mich, was ich tun kann. Nur leider fällt mir spontan nichts ein.

Ein Teilnehmer kam während meines Urlaubs zu seinem Termin, es wurde laut, Jörg fürchtete, der Mann wirft den Drucker nach ihm, der Mann unterschrieb nicht, muss folglich nicht an der Maßnahme teilnehmen und hat nichts zu fürchten. Er ist halt so. Vermutlich schlechte Kindheit, schwierige Flucht nach Deutschland, da kann man nicht auch noch sanktionieren.

Ein anderer Teilnehmer, der schon einmal bei uns war, hat seit Jahren einen Minijob. Mehr will er auch nicht, denn zum einen hat er Schulden, die er niemals zurückzahlen kann und außerdem bekommt die Familie monatlich über 3.500 € vom Jobcenter überwiesen. Ihnen geht es gut und mit Hilfe der Schuldnerberatung wird die Familie bald wieder schuldenfrei sein. Wer glaubt, dass er jemals mehr als einen Minijob machen wird, ist mehr als nur naiv.

Ansonsten schreibe ich zwei Kündigungen, aber auch in diesem Fall gibt es keine Sanktionen für die Teilnehmer zu befürchten. Lediglich der Kommentar einer zuständigen IFK erscheint mir rätselhaft: “Wenn er an keiner Maßnahme teilnimmt, hat er nie einen Krankenschein.” Vielleicht sollte man einfach aufhören ihn in Maßnahmen zu stecken, die Geld kosten, wenn man doch weiß, dass er in so einem Fall einen gelben Schein nach dem anderen einreicht. So lange, bis die Maßnahme aus gesundheitlichen Gründen beendet wird. Dann geht es ihm schlagartig wieder gut und er muss nicht mehr zum Arzt. Da kann man das Geld besser direkt verbrennen oder im Klo runterspülen.

Die Quote liegt Ende der Woche bei 45,83 % und in dieser Woche wurden fast 50 % der Termine aus unterschiedlichsten Gründen nicht wahrgenommen. Alles in allem war es eine absolut normale Arbeitswoche ohne besondere Vorkommnisse.

8 Kommentare

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  1. Deutschland schafft sich ab. Aber das wissen wir ja seit Sarrazin 2010. Es scheint keinen zu stören, und deshalb ist das ganz in Ordnung so. Dass die, die das nichts stört, dann auch abgeschafft werden, wissen sie ja noch nicht.

  2. In dem Job würde ich vermutlich jedesmal ausrasten. Respekt meinerseits für ihre Haltung. WolfE

  3. Wenn dann noch die durch AI nicht mehr gebrauchten Bürohengste bei Ihnen einziehen, wird es spannend… Kommt dann die Impfpflicht?! ´:O