Maßnahmegeschichten: Mütze beantragt Urlaub

Teilnehmer Mütze, Rumäne, beantragt Urlaub. Dazu schickt er eine Mail ohne Inhalt an seine IFK. In die Betreffzeile schreibt er: hallo her xxx ich am 9.8.2025 ich habe urlaub 3 wochen !

Dass er als Rumäne, der erst seit 2019 in Deutschland lebt und die Schule abgebrochen hat, weil das nichts für ihn war, kein perfektes Deutsch kann, ist nicht ungewöhnlich. Passt auch gut, weil hier nur wenige die deutsche Sprache beherrschen. Was mir an dem Satz besonders gefällt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der ein Arbeitsloser mitteilt, dass er drei Wochen Urlaub hat. Er weiß, was ihm zusteht, und das bekommt er auch.

Die beiden Termine vor seinem Urlaub lässt er, für mich wenig überraschend, ausfallen. Hat ja keine Konsequenzen für ihn. Da wäre er schön blöd, wenn er hier rumhängen und nach einem Job suchen würde.

Für mich ist sein Fehlen ein Segen, denn ich habe absolut keine Ahnung, wie man den jungen Mann in irgendeinen Arbeitsmarkt integrieren kann. Es geht ihm gut, er ist entspannt, hat ein cooles iPhone und erwartet, dass ihm das Jobcenter den Führerschein bezahlt. Da würde ein Job nur im Weg sein.

Außerdem ist eh gerade Urlaubszeit, da sollten Arbeitslose grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Auch die Ukrainerin hat derzeit drei Wochen Urlaub, den sie in Moldawien verbringt. Dort trifft sie ihren Mann und ihre Kinder. Und auch der Mann aus dem Kosovo, der letztes Jahr schon in einer Maßnahme war und drei Wochen Urlaub bekam, hat seinen wohlverdienten Urlaub angetreten und ist in ein anderes Bundesland gereist. Es kann wirklich niemand sagen, dass sich nicht ausreichend um die Urlaubswünsche von Arbeitslosen gekümmert wird.

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